Protest gegen Treffen Obama empfängt den Dalai Lama - Peking erbost

Peking protestiert scharf: US-Präsident Barack Obama empfängt wieder den Dalai Lama im Weißen Haus. China fordert die Absage des Treffens. Es werde die Beziehungen "schwer schädigen".

Der Dalai Lama und Obama im Weißen Haus 2011: "International respektierter religiöser und kultureller Führer"
Pete Souza/ The White House

Der Dalai Lama und Obama im Weißen Haus 2011: "International respektierter religiöser und kultureller Führer"


Washington/Peking - US-Präsident Barack Obama wird am Freitag das geistliche Oberhaupt der Tibeter im Weißen Haus empfangen. Obama treffe den Dalai Lama in seiner Eigenschaft als "international respektierter religiöser und kultureller Führer", sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden.

China reagierte empört. Der Empfang des Dalai Lamas werde die Beziehungen "schwer schädigen", sagte die Sprecherin des Pekinger Außenministeriums, Hua Chunying. Sie forderte Obama auf, das Treffen "sofort" abzusagen. Es sei eine "grobe Einmischung" in Chinas innere Angelegenheiten. Die Sprecherin warf dem Dalai Lama "separatistische Aktivitäten unter dem Deckmantel der Religion" vor.

Der 78 Jahre alte Dalai Lama gilt als Symbol des gewaltlosen Widerstands der Tibeter gegen die chinesische Besatzung ihrer Heimat. Tibet steht seit 1950 unter der Kontrolle Chinas. Die Tibeter und vor allem die buddhistischen Mönche wehren sich seit langem gegen eine von ihnen ausgemachte Unterdrückung ihrer Kultur. Immer wieder gibt es Selbstverbrennungen.

Bereits im Juli 2011 hatte sich der Dalai Lama mit Obama getroffen. Auch damals hatte Peking heftig protestiert - dies blieb allerdings weitgehend folgenlos.

Der Termin der beiden Friedensnobelpreisträger ist am Freitag auf rund eine Stunde angesetzt. Dabei werden die beiden auch über den Umgang Chinas mit den Menschenrechten sprechen.

Die US-Regierung erkennt den Status Tibets als ein Teil Chinas an und setzt sich nicht für eine Unabhängigkeit der Region ein. Man unterstütze aber die Forderungen des Dalai Lama nach einer größeren Autonomie, sagte ein Regierungssprecherin.

heb/dpa/Reuters

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normalo3006 21.02.2014
1. Vergangenheitsbewältigung auf chinesisch
Militärisch besetzt, umerzogen, umgevolkt. Bezüglich des Umgangs des chinesischen Regimes mit den Tibetern scheint man in China nach wie vor keinerlei schlechtes Gewissen zu haben. Vielleicht liegt es daran dass dort eine völlig gewissenlose Administration mit Allmachtsphantasien herrscht? Aber ich muss mich wohl täuschen, denn wer so viele deutsche Autos kauft sollte besser nicht kritisiert werden ... Also schweigen, lächeln, aussitzen. Armes Tibet.
stefanbodensee 21.02.2014
2. China empört ?
Schon interessant, wie China jedesmal wieder 'schäumt', wenn eine Nation den Dalai Lama zu Gesprächen einlädt. China hat Tibet damals gewaltsam annektiert und wütet seither in unterschiedlichsten Varianten - erdreistet sich aber trotzdem, einen auf beleidigte Primadonna zu machen. Als ob diese Nation nicht selbst genug Dreck am Stecken hätte (Menschenrechte, Korruption, Umweltverschmutzung, Rechtssystem, Zensur und und und). Wie sagt der Norddeutsche so schön ? Genau: einfach mal die Fresse halten ... (Tschuldigung)
studiumgenerale 21.02.2014
3.
China sollte im Gegenzug Snowden oder einige von Amerika bezeichnete "Terroristen" einladen und dann werden wir mal sehen, wie die Amerikaner reagieren
Drunken Masta 21.02.2014
4.
Dieses regelmäßige "erbost sein" ist schon extrem lächerlich, wenn man bedenkt wie China mit Tibet verfahren ist. Wäre echt mal toll, wenn einer unserer westlichen Politiker die Eier hätte um der chinesischen Regierung das ins Gesicht zu sagen. Aber oh oh die schönen Handelsbeziehnungen... kranke Welt....
südtirol11 21.02.2014
5. Eine von vielen schlimmen Verbrechen von Mao
war die Okkupation des selbständigen Staates Tibet! Die Okkupanten waren und sind bis heute in besonderer Weise grausam. Das Ziel ist immer noch die Auslöschung der tibetischen Kultur. Nur Tibeter, die sich als Chinesen bezeichnen, werden akzeptiert. Wie schlimm die Chinesen vorgingen, ist bei uns wenig bekannt. Ich möchte hier nicht das chinesische Volk verurteilen, aber das Mao-Regime und dessen unmenschliche Nachfolger. Der Westen sollte sich heute noch schämen, wie (beinahe) beteiligungslos er die Zerschlagung und Eingliederung des freien Landes Tibet aufnahm.
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