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US-Wahlkampf: Obama meldet Spendenrekord

Es läuft wieder für Barack Obama. Im August sammelte er 114 Millionen Dollar an Spenden - erstmals wieder etwas mehr als sein Rivale Mitt Romney. Und dann wurde der Präsident auf seiner Wahlkampftour noch kameratauglich in die Luft gestemmt, ausgerechnet von einem Republikaner.

AFP

Washington - US-Präsident Barack Obama hat den republikanischen Herausforderer Mitt Romney beim Spendenaufkommen erstmals seit drei Monaten wieder ausgestochen. Der Amtsinhaber und die Demokraten verbuchten im August mit über 114 Millionen Dollar (89 Millionen Euro) deutlich mehr Wahlkampfspenden als in den Vormonaten, sagte Obamas Wahlkampfmanager Jim Messina am Montag.

Laut Messina gab es 317.000 zusätzliche Spender, die erstmals für den Wahlkampf des Demokraten gespendet hätten. Obamas Rivale Romney konnte nach Angaben seines Wahlkampfteams im vergangenen Monat 111 Millionen Dollar (86,6 Millionen Euro) einwerben. Dennoch verbuchte auch Romney im August sein bislang bestes Spendenergebnis. Im Monat der großen Parteitage steigen die Spenden in der Regel kräftig an.

Im Wahlkampf 2008 brach Obama einen Spendenrekord nach dem anderen. Doch in diesem Jahr überholte ihn der Republikaner Romney beim Geldeintreiben zunächst deutlich. Im Juli etwa nahm Obama 75 Millionen Dollar (rund 59 Millionen Euro) ein, während Romney 101 Millionen (79 Millionen Euro) verbuchen konnte. Nun scheint der Demokrat wieder die Oberhand zu gewinnen.

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Umarmung für den Präsidenten: Obama und der Pizzabäcker
Profitieren dürfte Obama auch von Fotos und Bewegtbildern, die seit Sonntagabend kursieren. Auf seiner Wahltour durch den umkämpften Staat Florida verlor Obama kurzzeitig den Boden unter den Füßen.

Bei einem Besuch in einer Pizzeria in Fort Pierce umarmte der Besitzer Scott Van Duzer den Präsidenten und hob Obama für einige Sekunden in die Höhe. Der Präsident nahm es locker. "Der Kerl hat ein großes Herz und ordentliche Muskeln", sagte der Präsident über den 1,90 Meter großen Restaurantbetreiber.

Van Duzer ist als Anhänger der Republikaner registriert, sagte aber dann in die Kameras, Obama könne bei den Präsidentschaftswahlen im November mit seiner Stimme rechnen.

Der Restaurantbetreiber hat eine Stiftung für Blutspenden gegründet und war vom Weißen Haus für seine Arbeit gelobt worden. "Ich war einfach überwältigt, als ich ihn gesehen habe", erklärte Van Duzer seinen Gefühlsausbruch beim Besuch des Präsidenten.

fab/dapd/Reuters

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insgesamt 24 Beiträge
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1. Wundervoll.....
unangepasst 10.09.2012
...so sind halt Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben!
2. The best democracy.....
KuGen 10.09.2012
.....money can buy. Warum stellen die USA nicht um ? Pro Dollar eine Wählerstimme. Kein Wahlkampf.Wählerstimmen-Geld geht voll in den Haushalt. Steuern auf 0. Pervers ? Ja, absolut. Aber eine konsequente Extrapolation des US-Wahlkampfs gemischt mit den Überzeugungen der Republikaner.
3.
Trittschall 10.09.2012
Zitat von sysopAFPEs läuft wieder für Barack Obama. Im August sammelte er 114 Millionen Dollar an Spenden - erstmals wieder etwas mehr als sein Rivale Mitt Romney. Und dann wurde der Präsident auf seiner Wahlkampftour noch kameratauglich in die Luft gestemmt. Ausgerechnet von einem Republikaner. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,854832,00.html
War das abgesprochen oder hat Restaurantbesitzer einfach nur Glück gehabt, dass ihn der Secret Service nicht gleich durchsiebt hat?
4.
findetnemo 10.09.2012
Zitat von sysopAFPEs läuft wieder für Barack Obama. Im August sammelte er 114 Millionen Dollar an Spenden - erstmals wieder etwas mehr als sein Rivale Mitt Romney. Und dann wurde der Präsident auf seiner Wahlkampftour noch kameratauglich in die Luft gestemmt. Ausgerechnet von einem Republikaner. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,854832,00.html
Wie rührend! "Spontan" nimmt der Mann den Präsidenten in den Arm. Und zufällig sind die Fotografen in perfekter Schussposition. Dass die Jungs und Mädels vom Secret Service da auch ganz entspannt geblieben sind, versteht sich von selbst. Vermutlich waren die sowieso noch Platt von der letzten Nacht im Hotel.
5. Obama sammelt mehr Geld !
paoloDeG 10.09.2012
Show ist auch in der Politik gefragt ! Wer seine Auftritte besser inszenieren und vorbringen kann der sammelt auch mehr Geld um seine Wahlkampfmaschine gut ölen ! Politiker, um Erfolg zu haben, sollen anscheinend auch gute Schauspieler sein !
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US-Wahlkampf 2012: Die Stunde Barack Obamas

US-Wahl
Wahl des Präsidenten
In den USA liegt die exekutive Gewalt grundsätzlich beim Präsidenten, der Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte in einer Person ist. Der Präsident wird alle vier Jahre neu gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist möglich.
Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist eine indirekte Wahl: Am Wahltag, der immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November stattfindet, wählt die US-Bevölkerung in jedem Bundesstaat Wahlmänner. Diese bilden das Wahlmännergremium, das offiziell erst im Dezember den Präsidenten und seinen Vize wählt. Dabei gilt in den allermeisten Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht: Die Wahlmänner eines Bundesstaates stimmen alle für den Präsidentschaftskandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen bekommen hat. Für den Gegner sind alle Wahlmänner verloren - egal wie knapp das Ergebnis ist ("Winner takes all"-Prinzip).
Parteien und Swing States
In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet: Praktisch spielen nur die demokratische und die republikanische Partei eine Rolle. Da in vielen Bundesstaaten die Mehrzahl der Wähler traditionell einer der beiden Parteien zugetan sind, steht in diesen Staaten praktisch fest, für welchen Kandidaten die Wahlmänner dieses Staates stimmen werden.
In anderen ist der Ausgang der Wahl hingegen offen: Sie werden als umkämpfte Staaten oder Swing States bezeichnet. Auf sie konzentriert sich der Wahlkampf der Kontrahenten. Besonders die bevölkerungsreichen unter ihnen wie Ohio und Florida stehen im Fokus der Wahlkampfstrategen, da sie viele Wahlmänner im Wahlmännergremium stellen und damit für den Ausgang der Präsidentschaftswahl entscheidend sein können.
Wahlmänner
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern indirekt von Wahlmännern ("electors"). Ein Wahlmann ist ein Bürger, den die Einwohner eines US-Bundesstaates gewählt haben, damit er oder sie in einem landesweiten Gremium in ihrem Namen seine Stimme für den Präsidenten und den Vizepräsidenten abgibt. Die Wahlmänner werden von ihrer jeweiligen Partei in einem Auswahlprozess aufgestellt, der von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden ist. Normalerweise nominieren die Parteien sie auf einem Parteitag im jeweiligen Bundesstaat, oder der Zentralausschuss ("central committee") der Partei stellt sie auf.
Am Wahltag geben die Wähler jedes Bundesstaates ihre Stimme für einen der Präsidentschaftskandidaten ab. Da die Wahl indirekt ist, wählen sie damit Wahlmänner, die dann nach dem eigentlichen Präsidentschaftswahltag in dem bundesstaatenübergreifenden Wahlmännergremium ("electoral college") ihre Stimme für ihren Präsidentschaftskandidaten und seinen Vize abgeben.
Welche Wahlmänner aus einem Bundesstaat in das Wahlmännergremium geschickt werden, wird in 48 US-Bundesstaaten nach dem Mehrheitswahlrecht ermittelt: Alle von einem Staat entsandten Wahlmänner gehören derselben Partei an, selbst wenn diese in dem betreffenden Staat nur mit einem hauchdünnem Vorsprung gewonnen haben sollte ("Winner takes all").
Wie viele Delegierte ein Bundesstaat entsendet, ist von seiner Größe abhängig. Jeder Staat schickt so viele gewählte Electors, wie er Senatoren und Abgeordnete im Kongress stellt. Die meisten Wahlmänner, nämlich 55, hat zurzeit Kalifornien, gefolgt von New York (31) und Florida (27). Bevölkerungsarme Staaten wie zum Beispiel Alaska oder Montana entsenden das Minimum von drei Wahlmännern. Obwohl der Hauptstadtbezirk Washington D.C. keine stimmberechtigten Vertreter im Kongress hat, entsendet auch er drei Wahlmänner ins Gremium.
Wahlmännergremium
Das Electoral College ist ein Kollegium von insgesamt 538 Vertretern der einzelnen US-Bundesstaaten, das den US-Präsidenten und seinen Vize wählt - denn Amerikas Bürger entscheiden nicht direkt darüber, wer sie regiert, sondern nur über die Zusammensetzung des Gremiums, das den Präsidenten wählt.
Das Wahlmännergremium tritt physisch nie an einem Ort zusammen. Stattdessen versammeln sich die Wahlmänner im Dezember nach der Wahl durch das Volk in den Hauptstädten ihrer Bundesstaaten, um ihre Stimme abzugeben. Dabei richten sie sich in ihrer Entscheidung traditionell nach dem Votum des Volkes, zwingend vorgeschrieben ist das jedoch nicht in allen Staaten. Die Wahlmänner-Stimmen werden dann nach Washington geschickt, wo sie während einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses im Januar ausgezählt werden. Der amtierende Vizepräsident kann dann endlich das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahlen verkünden, das in der Regel ja schon kurz nach der allgemeinen Wahl bekannt ist, weil die Zahl der Wahlmänner jedes Kandidaten feststeht.
Wenn keiner der Präsidentschaftskandidaten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, sieht der 12. Zusatzartikel der Verfassung vor, dass die Wahl durch das Repräsentantenhaus entschieden wird. In diesem Fall wählt das Repräsentantenhaus den Präsidenten per Mehrheitsentscheid unter den drei Kandidaten aus, die die höchste Anzahl an Wahlmännerstimmen erhalten haben. Jeder Staat gibt dann eine Stimme ab. Wenn keiner der Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, entscheidet hingegen der Senat per Mehrheitsentscheid über den Vizepräsidenten, wobei sich jeder Senator für einen der beiden Kandidaten mit der größten Anzahl an Wahlmännerstimmen entscheiden muss.
"Winner takes all"
In 48 US-Bundesstaaten gilt bei den Präsidentschaftswahlen das Mehrheitswahlrecht: Alle Wahlmännerstimmen eines Staates werden komplett dem Präsidentschaftskandidaten zugeordnet, der in diesem Bundesstaat die meisten Wählerstimmen erhalten hat - "Der Sieger bekommt alles" ("The winner takes it all"). Der in diesem Staat unterlegene Präsidentschaftskandidat geht leer aus, ganz gleich wie viele Stimmen der Bürger er auf sich vereinigen konnte - diese Stimmen entfallen.
Präsident wird, wer die Mehrheit der Stimmen von den Wahlmännern bekommt, die jeder einzelne Bundesstaat in das staatenübergreifende Wahlmännergremium (electoral college) schickt. Ob der Präsidentschaftskandidat auch die Mehrheit der in den USA abgegebenen Stimmen (popular vote) bekommen hat, ist für die Präsidentenwahl hingegen nicht entscheidend. So führt das Prinzip "Der Sieger bekommt alles" dazu, dass die Wahl kein genaues Bild vom wahren Kräfteverhältnis im ganzen Land gibt.
Nur in den Bundesstaaten Nebraska und Maine gilt das System des "Winner takes all" nicht. Hier werden die Wahlmänner nach dem Verhältniswahlrecht ermittelt: Die Wahlmännerstimmen werden proportional zu den auf die Kandidaten entfallenen Wählerstimmen zwischen den Parteien aufgeteilt.


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