Obama-Parteitag in Denver Polizei fasst Männer mit Präzisionsgewehren

Angst vor einem Attentat auf Barack Obama: Die Polizei in Denver hat vier Verdächtige festgenommen, die zwei Präzisionsgewehre bei sich hatten. Die Ermittler bezweifeln, dass die Gruppe tatsächlich gefährlich war. Den Männern werden Verbindungen zu Rassisten vorgeworfen.


Denver - Die Polizei könnte einen Anschlag auf Barack Obama während des Parteitag der Demokraten verhindert haben. Vier Verdächtige seien festgenommen worden, bestätigten Sicherheitskräfte in Denver.

Einer der Verdächtigen habe den Behörden gesagt, sie hätten Obama "von einem geeigneten Punkt aus mit einem Gewehr erschießen" wollen. Das berichtete der lokale Fernsehsender CBS34. Der Anschlag sei für Donnerstag geplant gewesen, wenn Obama vor den Teilnehmern des Parteikonvents offiziell die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten annehmen soll.

Ein Verdächtiger, Tharin Gartrell, 28, wurde demnach am Sonntag festgenommen. Die Polizei hatte zwei Präzisionsgewehre mit Zielfernrohr und eine schusssichere Weste in einem von ihm gemieteten Kleintransporter gefunden, außerdem Funkgeräte und Drogen. Später wurden laut Sky News Nathan Johnson, 32, und Shawn Robert Adolf, 33, festgenommen. Adolf war in einem Hotel; als die Polizisten klopften, sprang er aus dem Fenster im sechsten Stock, landete auf einer Markise und versuchte zu fliehen - er wurde später gefasst.

Einer der Verdächtigen trug den Angaben zufolge ein Hakenkreuz und soll Verbindungen zu einer rassistischen Gruppe haben. Laut CBS34 werden die mutmaßlichen Anschlagspläne vom Geheimdienst untersucht, der gemeinsam mit der US-Bundespolizei FBI für die Sicherheit auf dem am Montag begonnenen Parteitag zuständig ist.

Die Staatsanwaltschaft in Denver beraumte noch für Dienstag eine Pressekonferenz zu den Festnahmen an. Staatsanwalt Troy Eid sagte nach Angaben der Zeitung "Rocky Mountain News" jedoch: "Wir sind absolut sicher, dass es keine Bedrohung für den Kandidaten, den Parteitag oder die Menschen in Colorado gibt."

als/AFP



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