New Jersey: Obama verspricht Hilfe für Wirbelsturm-Opfer
New Jersey wurde von Hurrikan "Sandy" am schlimmsten getroffen, US-Präsident Barack Obama hat sich jetzt vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Schnellstmöglich soll es Hilfe für Betroffene geben, Bürokratie werde er nicht dulden.
Atlantic City/Washington/New York - US-Präsident Barack Obama hat sich im Katastrophengebiet von New Jersey selbst ein Bild von den Zerstörungen durch Hurrikan "Sandy" gemacht. Den Opfern des Wirbelsturms sagte er schnelle Hilfe zu.
"Höchste Priorität hat die Stromversorgung", sagte Obama am Mittwoch in der erheblich zerstörten Ortschaft Brigantine am Atlantik. Die Betroffenen könnten sich ab sofort für Hilfsleistungen registrieren lassen. "Wir denken an die Familien, die ihre Liebsten verloren haben", sagte der Präsident und fügte hinzu: "Wir werden hier nicht weggehen, bevor das Notwendigste getan ist."
Die Casino-Stadt Atlantic City war besonders schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen worden. Dort war Obama am Nachmittag eingetroffen, gemeinsam mit dem republikanischen Gouverneur des Staates, Chris Christie.
Christie hatte zuvor mit einem großen Lob für Obamas Krisenmanagement für Aufsehen gesorgt. Auf Fragen, ob solche Bekenntnisse nicht den Wahlkampf zu Ungunsten des republikanischen Spitzenkandidaten Mitt Romney beeinflussen könnten, meinte Christie: "Ich kümmere mich einen Dreck um den Wahlkampf."
Auch das Weiße Haus wollte den Besuch in dem Katastrophengebiet nicht als Wahlkampfauftritt bewertet sehen. "Dies ist keine Zeit für Politik", zitiert ein mitreisender Reporter Obamas Sprecher Jay Carney. Auch Obamas Wahlkampfberater betonte, dass der Präsident lediglich seiner Verantwortung nachgehe, es handele sich schließlich um eine Katastrophe gewaltigen Ausmaßes.
Atlantic City hatte "Sandy" am Montagabend besonders hart getroffen: 70 bis 80 Prozent der Stadt standen am Dienstagmorgen unter Wasser, mehr als 13.000 Menschen waren ohne Strom. Es kam zu Plünderungen.
Bedeutendster Stadtmarathon der Welt soll stattfinden
Währenddessen bestätigte New Yorks Bürgermeister Bloomberg, dass der bedeutendste Stadtmarathon der Welt am Sonntag in der Millionenmetropole stattfinden werde. New York und deren Einwohner müssten zwar gerade eine sehr schwierige Zeit durchmachen, aber der Marathon sei schon immer ein Symbol für die Lebensfreude und Widerstandskraft dieser Stadt gewesen, hieß es vom Veranstalter. Der traditionelle Halloween-Umzug wurde unterdessen abgesagt.
In New York sind weiterhin viele Ampeln kaputt oder haben keinen Strom. Am Mittwoch hat Bloomberg Maßnahmen gegen das Verkehrschaos erlassen: Zwischen sechs Uhr morgens und Mitternacht amerikanischer Zeit dürften ab sofort nur noch Fahrzeuge mit mindestens drei Menschen darin die Brücken nach Manhattan überqueren, sagte er. Es solle nur einige wenige Ausnahmen geben.
Unterdessen fahren bereits wieder die ersten Vorortzüge, der Busverkehr läuft wieder planmäßig, wenn auch nach dem dünneren Samstagsfahrplan. Auch die internationalen Flughäfen John F. Kennedy und Newark sind wieder geöffnet, die Zahl der Starts und Landungen reichte aber nicht annähernd an den Standard mit 130.000 Passagieren am Tag heran. Zwischen New York und New Jersey fahren wieder einige Fähren, für die auch bei Touristen beliebte Staten Island Ferry gibt es allerdings noch keinen Starttermin.
Auf die New Yorker könnte aber noch ein ganz anderes Problem zukommen: Experten fürchten, dass die unzähligen Ratten aus dem New Yorker Untergrund vom Wasser an die Oberfläche gedrängt werden könnten.
fab/lei/dpa
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- Mittwoch, 31.10.2012 – 22:37 Uhr
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Ein Orkan entsteht, wenn kalte Luft vom Nordpol auf warme Luft aus dem Süden trifft. An der Grenze, der sogenannten Polarfront, ziehen die Luftmassen aneinander vorbei. Dabei können Drehbewegungen entstehen, in deren Zentrum der Luftdruck stark abfällt und Tiefdruckwirbel mit starken Winden ausgelöst werden.
Tropische Wirbelstürme entstehen dagegen über aufgeheizten Wassermassen im Ozean. Die aufsteigende Luft erzeugt einen Unterdruck, der Luft aus der Umgebung ansaugt. Dieser Kamineffekt wird durch das warme Wasser weiter befeuert. Die Luftmassen werden durch die sogenannte Corioliskraft, die aus der Erdrotation entsteht, in Drehung versetzt.
Während der Begriff Orkan früher zusammenfassend für alle diese Phänomene benutzt wurde, bezeichnet er heute meist nur noch die Windstärke bei Stürmen in Europa. Ein tropischer Wirbelsturm wird dagegen Hurrikan oder Taifun genannt - je nachdem, ob er sich im Atlantik, dem Nordpazifik oder in der Karibik entwickelt und so zum Hurrikan wird oder aber im nordwestlichen Pazifik wütet und dann als Taifun gilt. Im Indischen Ozean wiederum wird ein Wirbelsturm auch Zyklon genannt.
Tropische Wirbelstürme entwickeln höhere Windgeschwindigkeiten als Winterstürme. Letztere besitzen dagegen breitere Sturmfelder und bewegen sich schneller fort, manchmal bis zu 2000 Kilometer pro Tag.
Zu vergleichbar schweren Katastrophen kam es in Europa noch nicht. Aber auch hier richteten Winterorkane schon erhebliche Schäden an und töteten Dutzende Menschen. Ende 1999 etwa zog der Orkan "Lothar" von der Biskaya kommend über Frankreich, die Schweiz und Süddeutschland und richtete einen Schaden in Milliardenhöhe an. Der Sturm traf mittags mit voller Wucht auf den Schwarzwald, mit Spitzengeschwindigkeiten von 272 km/h. Selbst in dem im tiefen Rheingraben gelegenen Karlsruhe wurden Werte von bis zu 151 km/h registriert. Mehr als 60 Menschen wurden europaweit durch den "Jahrhundertsturm" getötet.
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