Bürgerkrieg: Obama und Cameron versprechen Syriens Opposition mehr Hilfe

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Cameron und Obama: Keine Waffenlieferungen an die Rebellen

"Es gibt keine dringendere Aufgabe" - die USA und Großbritannien fordern den schnellen Sturz des Assad-Regimes. Dafür wollen sie den Druck auf Damaskus weiter erhöhen und ihre Hilfe für die syrische Opposition verstärken. Waffenlieferungen lehnen Obama und Cameron jedoch weiterhin ab.

Washington/Hamburg - US-Präsident Barack Obama und Großbritanniens Premierminister David Cameron wollen den Druck auf das syrische Regime weiter erhöhen. Dazu solle die moderate Opposition in dem Bürgerkriegsland stärker als bisher unterstützt werden, sagten die beiden Politiker bei ihrem Treffen im Weißen Haus.

Großbritannien wolle seine Hilfe verdoppeln - unter anderen sollten gepanzerte Fahrzeuge und Generatoren geliefert werden. Waffenlieferungen an die Rebellen in Syrien seien jedoch nach wie vor nicht vorgesehen. Stattdessen müsse sich die internationale Gemeinschaft stärker für eine Verhandlungslösung einsetzen. "Das liegt auch im Interesse Russlands", betonte Obama. Es gehe nun darum, einen demokratischen Übergang ohne Assad vorzubereiten.

London hatte unlängst eine Überprüfung des EU-Waffenembargos gefordert. Washington lehnt Waffenlieferungen an syrische Rebellen ab. Die US-Regierung fürchtet, dass die Waffen in die Hände extremistischer Islamisten fallen könnten.

Syrien-Konferenz erst Anfang Juni

Cameron sagte, dass die Weltgemeinschaft den Massakern in Syrien ein Ende setzen müsse. "Es gibt derzeit keine dringendere internationale Aufgabe", so der konservative Politiker. Noch immer sammelten beide Regierungen Beweise für den Einsatz von Chemiewaffen seitens des Regimes in Syrien.

In der vergangenen Woche hatten sich USA und Russland in Grundzügen auf eine internationale Konferenz verständigt, bei der syrische Oppositionsgruppen und Vertreter des Assad-Regimes an einem Tisch sitzen sollen. Über den Zeitpunkt des Treffens herrscht jedoch noch Uneinigkeit. Das US-Außenministerium teilte am Montag mit, dass die Konferenz höchst wahrscheinlich frühestens Anfang Juni stattfinden werde.

syd/dpa/Reuters

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1. Lösung
vitalik 13.05.2013
Ist das die einzige Lösung des Konflikts, die den beiden einfällt. Man unterstützt die andere Seite nur, weil diese gegen Assad ist. Die Frage, ob die Situation für die Menschen in Syrien schlechter oder besser wird, stellen die Herren sich einfach nicht. Einen Plan danach hat wohl auch niemand von den beiden.
2. Ich sehe das eher unter einem anderen Aspekt …
Dr.pol.Emik 13.05.2013
… solange hier noch ehrfurchtsvoll von „Syriens Opposition“ gesprochen wird, wohl wissend, dass es dieselbe Brut ist die man in anderen Ländern derzeit niederbombt, muss man nach weiteren Motiven suchen: *Rallye der Waffensysteme nach Syrien, Leo und S-300 Kopf an Kopf* (http://qpress.de/2013/05/12/rallye-der-waffensysteme-nach-syrien-leo-und-s-300-kopf-kopf/) … das hier ist eines (büssl böse aber korrekt). Es geht nur um politische, militärische und wirtschaftliche Interessen. Mehr ist das nicht. Nur für die westlichen Demokratien muss man ein wenig Pathetik drangeben, damit es für die Leute schön aussieht und alle „Hurra“ schreien wenn „WIR“ dort in den Krieg ziehen. Genau genommen lassen „WIR“ uns von einer Handvoll von Leuten dorthin manövrieren. Dummheit hat seinen Preis und wir werden alsbald wieder zur Kasse gebeten. Ein sich immer wiederholendes Schauspiel.
3. Realität
mr_supersonic 13.05.2013
Zitat von vitalikIst das die einzige Lösung des Konflikts, die den beiden einfällt. Man unterstützt die andere Seite nur, weil diese gegen Assad ist. Die Frage, ob die Situation für die Menschen in Syrien schlechter oder besser wird, stellen die Herren sich einfach nicht. Einen Plan danach hat wohl auch niemand von den beiden.
Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass das Regime Assad keine Zukunft mehr hat. Lediglich in einem Afghanistan - ähnlichem Syrien könnte Assad sich noch behaupten. Er und sein Familienclan haben nicht erst jetzt, sondern schon seit Jahrzehnten unzählige Menschenleben auf dem Gewissen. Ausserdem wird Assad keine Ruhe geben, ähnlich Gaddafi in den 80ern. Ausserdem scheinen auch die Russen endlich nachzugeben und einzusehen, dass ein Mörderclan, auf dessen Geheiss derzeit etliche Morde an Unschuldigen Bürgern Syriens stattfinden, nichtmal annähernd zu rechtfertigen wäre. Assad kann Syrien nicht mehr stabilisieren, selbst mit der Hilfe der Steinzeitislamisten aus dem Iran und den Bombenlegern von der Hisbollah.
4.
sahnekefir 13.05.2013
Zitat von sysopDazu solle die moderate Opposition in dem Bürgerkriegsland stärker als bisher unterstützt werden
Welche moderate Opposition? Wie erkennt man die? Sind das diejenigen die etwas Kreide gefressen haben? Es sollte doch eher um eine friedliche Lösung gehen. Wie die letztendlich aussieht sollten doch die Syrer selbst entscheiden und nicht die USA und auch nicht Großbritannien. Das ist nicht "zu befürchten", das ist Alltag. Also man interessiert sich nicht dafür herauszufinden wer es wirklich war, es geht darum irgendwie zu "beweisen", dass es Assad war.
5.
sahnekefir 13.05.2013
Zitat von mr_supersonicBitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass das Regime Assad keine Zukunft mehr hat. Lediglich in einem Afghanistan - ähnlichem Syrien könnte Assad sich noch behaupten. Er und sein Familienclan haben nicht erst jetzt, sondern schon seit Jahrzehnten unzählige Menschenleben auf dem Gewissen. Ausserdem wird Assad keine Ruhe geben, ähnlich Gaddafi in den 80ern.
Das sollten doch die Syrer entscheiden. Bisher hat noch niemand darlegen können, dass die Mehrheit der Syrer einen Regimewechsel hin zu der derzeitigen "Opposition" wünscht. Syrien wäre vollkommen stabil ohne die unermesslichen Geld, Waffen, Söldner und Hassprediger-Ströme aus den sunnitischen Nachbar-Diktaturen.
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Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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