Münchner Sicherheitskonferenz Obama und Putin telefonierten wegen Syrien

Auf der Sicherheitskonferenz in München waren sie nicht dabei, aber die Ergebnisse haben US-Präsident Obama und sein russischer Amtskollege Putin jetzt am Telefon besprochen - und engere Kooperation versprochen.

Obama und Putin bei G20-Gipfel in Antalya
REUTERS

Obama und Putin bei G20-Gipfel in Antalya


In einer Woche soll es eine Feuerpause in Syrien geben - darauf hatten sich russische und US-Vertreter am Freitag in München verständigt. Zuletzt wurde die Umsetzung des Abkommens aber immer fraglicher.

Jetzt haben auch US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin über die Vereinbarung gesprochen - am Telefon. Nach Angaben aus Moskau haben beide für weitere Verhandlungen über die baldige Waffenruhe in Syrien plädiert. Die Staatsoberhäupter lobten ausdrücklich die am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz erzielten Ergebnisse, teilte der Kreml mit.

Putin habe erneut für eine internationale Anti-Terror-Koalition in Syrien geworben, hieß es. Enge Kontakte zwischen den Verteidigungsministerien Russlands und den USA seien weiterhin nötig - etwa auch für humanitäre Hilfe in dem Bürgerkriegsland. Dazu würden die Behörden beider Länder künftig noch intensiver zusammenarbeiten.

Bereits am Samstag haben sich US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu einem vertraulichen bilateralen Gespräch getroffen. Das berichtet SPIEGEL-Reporterin Susanne Koelbl aus München.

Nach der gestrigen Rede von Russlands Premier Dmitrij Medwedew waren die Hoffnungen auf Fortschritte zur Beendigung des Krieges in Syrien und zu der vereinbarten baldigen Feuerpause weiter geschwunden. Hinzu kommt, dass die Abmachung von keiner der Bürgerkriegsparteien in Syrien unterschrieben wurde.

Kurz nach der Münchner Syrien-Konferenz wurde Lawrow gefragt, wie hoch er auf einer Skala von 1 bis 100 die Chance einschätze, dass es wirklich zu einer Feuerpause komme. Nach einer sehr ausführlichen Antwort sagte er: "49."

Russland stützt das Regime von Syriens Machthaber Baschar al-Assad mit Luftangriffen. Der Westen wirft Moskau vor, auch Zivilisten und die Opposition zu treffen.

anr/Reuters/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
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waswuerdeflassbecksagen 14.02.2016
1. 2 Varianten
Es gibt 2 Varianten, entweder Bodentruppen und das Land dem Erdboden gleich machen, und die Flüchtlingszahlen werden explodieren, dann reden wir über 10 Millionen! oder Assad und Russland freie Hand lassen, egal was passiert, dieser Krieg wird noch 100.000 von unschuldigen Opfern fordern, man bedenke, dass das alles mal in Tunesien und Libyen vor 5 Jahren anfing, und es ist NICHTS besser geworden, die Menschen in den betroffenen Ländern sind heute ärmer als jemals zuvor und in Europa gibt es einen Rechtsruck sondersgleichen, und wir maschieren blindlinks weiter - ich kann es nicht verstehen! - Mir tun diese Menschen unsagbar leid, die haben den Versprechungen von Demokratie und Freiheit geglaubt, diese Versprechungen haben Krieg und Verderben über diese Menschen gebracht und wir lassen Sie schamlos im Stich...
dirk1962 14.02.2016
2. viel mehr miteinander Reden
....ist mE das Gebot der Stunde zwischen Rußland und den USA. Es wird viel zu viel über einander geredet. Warum ist es nicht möglich, mehrmals im Jahr turnusmäßige Treffen zu organisieren? Schließlich sind Beide Länder nach wie vor die Nationen mit den politischen und militärischen Optionen wirklich Konflikte zu lösen.
Chefredakteur 14.02.2016
3. Ob es etwas nutzt?!!!
Russland besteht definitiv darauf die Einheit Syrien unter Regierung Assad wieder herzustellen. USA zeigt keine eindeutige Richtung und lässt Stellvertretend die Türken bzw. die Saudis Muskeln zeigen! Türkei brüstet sich mit Nato und Saudis schicken ihre Kampfjet nach Türkei um aus Nato-Boden in Syrien eingreifen und Assad, bzw. die Kurden zu schwächen! Es liegt jetzt an USA die Türkei und Saudis zurück zu pfeifen, denn die Russen verstehen kein Witz mehr und womöglich werden kurzer Hand dir Türkei und Saudi Arabien in Schutt und Asche legen! Bevor wir in eine nukleare Weltkrieg verwickelt werden, sollten wir überlegen in welche Dilemma wir uns befinden! Wir werden die erste Opfer eines Weltkrieges werden!
Wolfgang Heubach 14.02.2016
4. Gebot der Stunde
Dass die beiden Präsidenten Putin und Obama persönlich über den Krieg in Syrien sprechen, ist eine absolute Notwendigkeit. Vernünftig ist die daraus offenbar resultierende engere Kooperation beider Staaten. Die ist im Interesse einer politischen und humanitären Lösung das Gebot der Stunde. Das wird sich dann auch auf die Ukraine auswirken und zum Abbau der Spannungen führen. Das kann wenigstens gehofft werden. Eine Verständigung mit Russland ist für Deutschland und Europa überlebenswichtig. Wolfgang Heubach
alex345 14.02.2016
5. Definitionen
Laut frühere Spiegel Artikel (Verweis unten) in der Ukraine gibt es Präsident und in Moskau - Kremlchef. Die Bezeichnung „Kremlchef“ hinweist auf fehlende Legitimität des Putins aus Sicht der Autor. In diesem Artikel werden Obama und Putin als Amtskollegen bezeichnet. Möchte Spiegel somit andeuten dass Obama auch nur „Chef“ und kein legitimes Präsident ist? Verweis: http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-und-russland-presseschau-zu-treffen-von-putin-und-poroschenko-a-973983.html
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