Truppenabzug: Obama holt 34.000 Soldaten aus Afghanistan heim

Amerikanische Isaf-Soldaten in Afghanistan (Archivbild): Obama plant weiteren Abzug Zur Großansicht
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Amerikanische Isaf-Soldaten in Afghanistan (Archivbild): Obama plant weiteren Abzug

Diese Zahlen werden mit großer Spannung erwartet: Wie stark wollen die USA ihre Truppen in Afghanistan reduzieren? Jetzt sickern vorab Details aus Barack Obamas Rede zur Lage der Nation durch. Darin wird der Präsident verkünden, dass jeder zweite US-Soldat bis Anfang 2014 das Land verlässt.

Washington - Erste Details der Rede des US-Präsidenten zur Lage der Nation sind durchgesickert. Barack Obama will demnach ankündigen, dass die USA bis Februar kommenden Jahres 34.000 Soldaten aus Afghanistan abgezogen haben werden. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Derzeit sind noch rund 66.000 US-Soldaten am Hindukusch stationiert.

Die Abzugszahlen waren mit Spannung erwartet worden, da der amerikanische Truppenabbau auch Konsequenzen für den Einsatz der Bundeswehr und anderer Nationen am Hindukusch hat, die von der gewaltigen Militärmaschinerie der USA abhängig sind.

Das Bundesverteidigungsministerium wollte sich allerdings erst nach der Vorlage der offiziellen Zahlen zu den Auswirkungen auf den deutschen Einsatz äußern. Obama und der afghanische Präsident Hamid Karzai hatten im Januar verabredet, dass die Afghanen rascher die Verantwortung für den Kampfeinsatz in ihrem Land übernehmen sollen.

Führende afghanische und pakistanische Geistliche vereinbarten am Dienstag einen wichtigen Schritt im Friedensprozess. In Kürze soll es eine großangelegte Konferenz islamischer Gelehrter aus beiden Ländern in Kabul geben. Am Verhandlungstisch sollen auch Vertreter der Taliban sitzen.

Obama wird seine jährliche "State of the Union"-Rede am Dienstagabend (Ortszeit) vor dem Kongress halten. Es wird erwartet, dass Obama in seiner fünften Rede zur Lage der Nation vor allem über die Staatsschulden, neue Jobs für die Mittelschicht und Waffengesetze sprechen wird. Er werde den Kongress dazu aufrufen, sich zu Ausgabenkürzungen bei Subventionen für Ölförderung durchzuringen, zitierte eine Kommentatorin des Senders CNN Regierungskreise. Auch geringere Steuern für die Mittelschicht und höhere Steuern für Besserverdienende stünden auf Obamas Agenda.

Obamas Themen: Jobs, Mittelschicht, Abrüstung

Mitarbeiter des Präsidenten bestätigten bereits, dass Obama einen Schwerpunkt auf den Arbeitsmarkt und die Mittelschicht legen will. Damit setze er die Themen seiner Rede zur Amtseinführung vor zwei Wochen fort, sagte Obamas Sprecher Jay Carney am Montag in Washington. "Für ihn sind die Reden zwei Akte des selben Schauspiels", sagte Carney. US-Fernsehsender erwarteten am Montagabend, dass Obama auch über schärfere Waffengesetze und Reformen zur Einwanderungspolitik sprechen werde.

Die "New York Times" hatte bereits am Montag berichtet, dass auch die weitere atomare Abrüstung Thema sein werde. Der Präsident hat sich demnach mit dem Militär dahingehend geeinigt, dass das US-Atomwaffenarsenal um etwa ein Drittel verringert werden könnte.

Nach Barack Obama wird für die Republikaner Marco Rubio eine Gegenrede halten. Der 41 Jahre alte Senator aus Florida hat kubanische Wurzeln und gilt als Nachwuchshoffnung seiner Partei mit guten Aussichten auf die Präsidentschaftskandidatur 2016.

Es ist Obamas erste "State of the Union"-Rede seit seiner Wiederwahl. Die traditionelle Rede vor Senat und Repräsentantenhaus wird zur besten Sendezeit im Fernsehen von rund 40 Millionen Zuschauern gesehen.

fab/AP/dpa/Reuters

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1. Mit den neumodischen Vernichtungskriegen tut man sich keinen Gefallen
edmond_d._berggraf-christ 12.02.2013
Gewiss, wenn man über die nötigen Mittel und den Willen zur völligen Niederwerfung des Gegners verfügt, so tut die neumodische Unsitte des Vernichtungskrieges einem nichts, doch wenn nicht so ergeht es einem leicht wie den VSA gegen Japan, wo selbigen nur die Atombombe half, denn andernfalls hätten sie wohl aus Angst vor den Verlusten ihren Plan zur Knechtung Japans aufgeben müssen; doch gelernt haben weder sie noch ihre Vasallen etwas und so kam es zu den Einfällen in Baktrien, Mesopotamien und nun Mali, deren Herrscher man schlicht zu Verbrechen erklärte und diese so dazu zwang ihren Widerstand fortzusetzen; Otto von Bismarck und Moltke der Ältere dagegen haben in ihren drei Kriegen gegen Dänemark, Österreich und die Welschen stets Friedensverhandlungen aufgenommen, nachdem sie den Feind in einer Hauptschlacht besiegten und dessen Hauptstadt bedrohten; heute aber versteht man weder seine Siege noch Eroberungen zu Verhandlungen benützen und muß dann mit Schimpf und Schande abziehen.
2. Eines muss man den
RührDich 12.02.2013
Amerikanern lassen.Was sie machen, machen, sie gründlich. Ob in Vietnam, im Irak oder in Afghanistan: Einmarschieren, ein Blutbad unter der Bevölkerung anrichten und dann unverrichteter Dinge wieder abmarschieren. Bravo.
3.
Peter-Lublewski 12.02.2013
Ich sehe es schon kommen: Die Deutschen machen das Licht aus. Irgendwann. 2026?
4. Obama holt 34.000 Soldaten aus Afghanistan heim
dig 12.02.2013
Ich es nicht einfacher und geht es nicht schneller, die Soldaten mit Flugzeugen heim zu holen?
5. Na...
thomas.b 12.02.2013
... das ist längst überfällig. Mal sehen, wann unsere Soldaten endlich heim kommen.
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Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

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