Obamas Favorit: US-Senat bestätigt Comey als neuen FBI-Boss

Republikaner Comey: Chef von Zehntausenden Ermittlern Zur Großansicht
AP/dpa

Republikaner Comey: Chef von Zehntausenden Ermittlern

Der neue Mann an der Spitze der US-Bundespolizei steht fest: Der US-Senat segnete die Nominierung von James Comey als FBI-Chef ab - nur ein Senator stimmte gegen ihn. Zuletzt hatte sich der Republikaner ausdrücklich gegen harte Verhörmethoden wie das Waterboarding ausgesprochen.

Washington - Der Republikaner James Comey ist neuer Chef der US-Bundespolizei FBI. Am Montag bestätigte der Senat seine Nominierung mit großer Mehrheit. Der 52-Jährige soll im September Robert Mueller nachfolgen, der das FBI zwölf Jahre lang geleitet hatte. Comey erhielt bei der Abstimmung 93 Ja-Stimmen und lediglich eine Nein-Stimme, die von Senator Rand Paul.

US-Präsident Barack Obama, der Comey für den Posten nominiert hatte, zeigte sich erfreut über das Votum. Comey sei eine ausgeprägte Führungspersönlichkeit, bei ihm wisse er das FBI auch nach dem Ende seiner eigenen Amtszeit in guten Händen, teilte Obama mit.

Als FBI-Direktor wird Comey an der Spitze von mehr als 35.000 Mitarbeitern stehen, darunter fast 14.000 Ermittler (Special Agents), die Verstöße gegen Bundesgesetze aufklären. Unter dem ehemaligen Präsidenten George W. Bush hatte Comey die Behörde zeitweise kommissarisch geleitet.

Im Jahr 2005 verließ er das Justizministerium und fing als Berater bei der US-Rüstungsfirma Lockheed Martin an. Später war er beim Hedgefonds Bridgewater Associates tätig. In diesem Jahr wechselte er zur Columbia-Universität, wo er an der juristischen Fakultät lehrt.

Beobachtern gilt Comey als Stratege, der bei der Ausübung eines Amtes politischem Druck widerstehen kann.

Bei einer Anhörung im Senat hatte Comey im Juni erklärt, er halte Waterboarding, bei dem das Ertrinken simuliert wird, für Folter. Menschenrechtler werfen Comey dagegen vor, als Vize-Justizminister in der Bush-Regierung die harschen Befragungen von Terrorverdächtigen gebilligt zu haben.

Das 1908 gegründete Federal Bureau of Investigation in Washington bildet seit den Anschlägen vom 11. September 2001 eine Spezialbehörde bei der Terrorabwehr. Hauptaufgaben bleiben aber der Kampf gegen organisierte Verbrechen, Banküberfälle, Entführungen, Verstöße gegen das Kartellgesetz und Drogenkriminalität.

Die Senatoren befragten den designierten FBI-Chef auch zum Spähskandal um die US-Geheimdienste, in den auch die Bundespolizei verwickelt sein soll. Comey sagte dazu, das Sammeln von Daten könne ein "wertvolles Instrument" im Anti-Terror-Kampf sein. Allerdings müssten die Behörden sich bei den Programmen transparenter verhalten.

jok/AFP/dpa

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