US-Arbeitsmarkt Obamas Jobmaschine stottert

Der Jobmarkt in den USA kommt nicht so in Gang wie von Obama erhofft - die Arbeitslosenquote bleibt hoch. Der Präsident muss dadurch um seine Wiederwahl bangen. Sein möglicher Herausforderer Romney nutzt die Chance zur Attacke: Dem Amtsinhaber gingen die Ausreden aus, lästerte er.

US-Präsident Barack Obama: "Uns bleibt noch eine Menge Arbeit"
REUTERS

US-Präsident Barack Obama: "Uns bleibt noch eine Menge Arbeit"


Washington - US-Präsident Barack Obama muss dringend Erfolge präsentieren. Ein gutes halbes Jahr vor den US-Präsidentschaftswahlen wächst der Druck auf den Amtsinhaber, da kommen die neuesten Arbeitsmarkt-Zahlen für ihn zur Unzeit. Denn wider Erwarten ist das Jobwachstum in den USA abgeflaut.

Zwar fiel die Arbeitslosenquote leicht von 8,3 auf 8,2 Prozent und ist damit so niedrig wie seit über drei Jahren nicht mehr, aber es wurden deutlich weniger Stellen geschaffen als erwartet. Im März waren es lediglich 121.000 neue Jobs, teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Es ist der schleppendste Anstieg der Stellen seit Oktober. Experten hatten mit 200.000 neuen Stellen gerechnet.

Vor allem im wichtigen Dienstleistungssektor lief es weiter schwach: Dort wurden sogar den zweiten Monat in Folge Stellen abgebaut. Enttäuschend waren auch die Zahlen aus dem Einzelhandel, wo Unternehmen im März unterm Strich rund 34.000 Arbeitsplätze abbauten. Insgesamt sind in den USA noch immer fast 13 Millionen Menschen ohne Job. Zudem war der Hauptgrund für die leicht verbesserte Arbeitslosenquote, dass viele Arbeitslose ihre Jobsuche ganz aufgaben.

Romney greift Obama an

Für Obama könnte diese Entwicklung zum Stolperstein werden, hatte er doch versprochen, den Arbeitsmarkt wieder auf Vordermann zu bringen. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde noch kein Präsident im Amt bestätigt, unter dessen Ägide die Erwerbslosenquote bei acht Prozent lag.

Die Arbeitslosigkeit dürfte eines der wichtigsten Wahlkampfthemen im Rennen um das Präsidentenamt im November werden. Obamas wahrscheinlicher republikanischer Herausforderer Mitt Romney nutzte die Gelegenheit zur Attacke: Er bezeichnete den Arbeitsmarktbericht als "sehr beunruhigend". "Nach drei Jahren im Amt gehen Obama die Ausreden aus."

Die Lage am Arbeitsmarkt stagniere. "Millionen von Amerikanern zahlen einen hohen Preis für die Wirtschaftspolitik von Präsident Obama", sagte der Republikaner. Immer mehr Menschen seien dermaßen entmutigt, dass sie sich gar nicht mehr um einen neuen Job bemühten.

"Uns bleibt eine Menge Arbeit"

Der US-Präsident räumte am Freitag in Washington ein: "Allen Amerikanern ist klar, dass es auf dem Weg noch Höhen und Tiefen geben wird und dass uns noch eine Menge Arbeit bleibt." Kein anderes Thema sei wichtiger, als die wirtschaftliche Sicherheit für alle amerikanischen Familien wiederherzustellen, so Obama.

"Es gibt noch mehr Arbeit zu erledigen", sagte auch der ökonomische Chefberater des Weißen Hauses, Alan Krueger. Das Weiße Haus beeilte sich zu erklären, dass die US-Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres für 600.000 neue Jobs gesorgt habe.

Obama hatte bei seinem Amtsantritt Anfang 2009 die schwerste Wirtschaftskrise seit der großen Depression geerbt, in deren Zuge fast neun Millionen Jobs vernichtet worden waren. Mit milliardenschweren Konjunkturprogrammen hatten er und seine Demokraten im US-Kongress versucht, die Wirtschaft nach der Finanzkrise wieder in Schwung zu bringen. Die Republikaner sehen hohe Staatsausgaben dagegen als Hindernis für die Privatwirtschaft und prangern die horrende Staatsverschuldung an.

Seit gut zwei Jahren nimmt die Zahl neuer Stellen zwar stetig zu, doch insgesamt wurden erst gut vier Millionen wieder aufgebaut.

heb/Reuters/dpa/AFP/dapd



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insgesamt 47 Beiträge
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Seite 1
Xircusmaximus 06.04.2012
1. Was zu erwarten war
Zitat von sysopREUTERSDer Jobmarkt in den USA kommt nicht so in Gang wie von Barack Obama erhofft. Die Arbeitslosenquote bleibt hoch. Der Präsident muss dadurch um seine Wiederwahl bangen. Sein möglicher Herausforderer Romney nutzt die Chance zur Attacke: Dem Amtsinhaber gingen die Ausreden aus, lästerte er. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,826229,00.html
. Das kann doch Niemanden wirklich überraschen. Amiland ist Pleite, genauso wie Euroland. Der Mensch braucht keinen Arbeitsplatz, sondern etwas zu essen , zu trinken und ein Dach über dem Kopf.
max-mustermann 06.04.2012
2. richtig
Zitat von sysopREUTERSDer Jobmarkt in den USA kommt nicht so in Gang wie von Barack Obama erhofft. Die Arbeitslosenquote bleibt hoch. Der Präsident muss dadurch um seine Wiederwahl bangen. Sein möglicher Herausforderer Romney nutzt die Chance zur Attacke: Dem Amtsinhaber gingen die Ausreden aus, lästerte er. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,826229,00.html
Tja da muss ich Romney recht geben was das Thema Ausreden angeht sind die Republikaner natürlich die ungekrönten Könige.
t.h.wolff 06.04.2012
3.
Zitat von Xircusmaximus. Das kann doch Niemanden wirklich überraschen. Amiland ist Pleite, genauso wie Euroland. Der Mensch braucht keinen Arbeitsplatz, sondern etwas zu essen , zu trinken und ein Dach über dem Kopf.
Nach den Wahlen laufen die Konjunkturhilfen aus. Dann ist Kehraus.
derweise 06.04.2012
4. Obama kommt mit dem Jobmarkt nicht zurecht
Zitat von sysopREUTERSDer Jobmarkt in den USA kommt nicht so in Gang wie von Barack Obama erhofft. Die Arbeitslosenquote bleibt hoch. Der Präsident muss dadurch um seine Wiederwahl bangen. Sein möglicher Herausforderer Romney nutzt die Chance zur Attacke: Dem Amtsinhaber gingen die Ausreden aus, lästerte er. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,826229,00.html
Obama kommt mit dem Jobmarkt nicht zurecht. Für Merkel dagegen gibt es dieses Problem gar nicht. Aber die Quittung für solche Ignoranz wird folgen!
wika 06.04.2012
5. Hier wie dort hängen die Prämissen falsch …
… und tolles Wirtschaftswachstum ergibt sich auch wenn man anschwellende Geldmengen in den erfolg mit hinein rechnet, die wachsen aber meist ohne Zutun von Arbeitskraft gemäß der Zinseszinsformel auf den Konten. Dies macht fette Boni aber keine Jobs. Mal sehen wann die Mehrheit der Amerikaner aus dem großen (Alb)Traum aufwacht. Anders als die Menschen bereitet sich offenbar die Regierung schon auf das Erwachen vor: 450 Mio. Spezial-Totmacher für US Homeland Security (http://qpress.de/2012/04/04/450-mio-spezial-totmacher-fur-homeland-security/) … gut so etwas ist natürlich hier keine Meldung im Mainstream wert und es mag auch böse sein diesen Zusammenhang herzustellen, nur andere einleuchtende Gründe gibt es für den Wahnsinn nicht. Wie sagt man doch so schön: gerüstet für alle Fälle und wenn es am Ende doch passiert, dann braucht es auch die Empörung nicht mehr. Und wo sollen nun tatsächlich noch Jobs herkommen? Übrigens die zahl der Foodstamp-Bezieher liegt bei fast 60 Mio. Menschen, also 1/6 der Bevölkerung dort und rund 1/3 nagt an der Armutsgrenze. Hope … hope … hope … aber nicht mehr von Obama.
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