Washington - US-Präsident Barack Obama steht unter Zugzwang: Er muss im Haushaltsstreit mit den Republikanern eine Lösung finden. Bei der ersten Pressekonferenz nach seiner Wiederwahl machte er deutlich: Spitzenverdiener müssen in Zukunft in den USA mehr Steuern zahlen.
Obama sagte, er halte an Steuererhöhungen für Haushalte mit einem Jahreseinkommen von über 250.000 Dollar (196.340 Euro) fest. Dazu müsse schnell ein Gesetz geschaffen werden. Abgabensenkungen für die reichsten zwei Prozent des Landes, die unter Präsident Bush eingeführt wurden, würden nicht verlängert.
Obama warnte davor, die übrigen 98 Prozent der amerikanischen Bevölkerung stärker zu belasten. "Wir sollten die Mittelschicht nicht als Geisel nehmen, während wir Steuersenkungen für die Reichen diskutieren."
Dies müsse die Basis für einen Kompromiss mit den Republikanern sein. Obama rief sie zur Zusammenarbeit auf, um die Krise der USA zu bewältigen. "Ich bin offen für einen Kompromiss und ich bin offen für neue Ideen. Die Krise ist lösbar", sagte der Präsident und zeigte sich gesprächsbereit. Die Lösung der Wirtschafts- und Schuldenprobleme seines Landes habe oberste Priorität.
"Ich möchte einen großen Deal"
Er strebe auch eine langfristige Einigung mit den Republikanern im Kongress über eine Sanierung des Staatshaushalts an, sagte Obama. "Ich möchte einen großen Deal. Ich möchte einen umfassenden Deal."
Die Republikaner lehnen Steuererhöhungen für Reiche bisher strikt ab und könnten Obamas Pläne durch ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus wie in den vergangenen Jahren stoppen. Obamas Gegenspieler im Haushaltsstreit, der Repräsentantenhaus-Vorsitzende John Boehner, deutete bereits an, dass seine Partei ein Schließen von Steuerschlupflöchern mittragen könnte.
Demokraten und Republikaner im Kongress hatten sich 2011 nicht über ein umfassendes Sparprogramm zum Schuldenabbau einigen können. Diese Patt-Situation hatte dazu geführt, die als Fiskalklippe (fiscal cliff) bekannten automatischen Maßnahmen festzuschreiben. Diese sehen zum 1. Januar Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen vor, falls sich die beiden Lager nicht einigen können.
Petraeus-Affäre - keine Gefahr für nationale Sicherheit
Der Haushaltsstreit und dessen mögliche Lösung nahmen einen großen Teil der etwa einstündigen Pressekonferenz von Obama in Anspruch. Der Präsident äußerte sich aber auch zu weiteren Themen:
heb/Reuters/dpa/AFP
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