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Obamas Triumph: Nie mehr Mr. Feigling

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Als Mann ohne Mumm wurde US-Präsident Obama verhöhnt, weil er so zögerlich wirkte, auch in der Außenpolitik. Jetzt gab er den Befehl zur Tötung Osama Bin Ladens  - und erntet selbst von den Republikanern Anerkennung.

TV-Ansprache von Präsident Obama: Stärkster Moment der Präsidentschaft Zur Großansicht
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TV-Ansprache von Präsident Obama: Stärkster Moment der Präsidentschaft

In den schwachen Stunden, als die Präsidentschaft von Barack Obama wie ein einziges großes Missverständnis wirkte, träumten seine Leute im Weißen Haus von einem Paukenschlag. Von einem Ereignis, das seiner Amtszeit mit einem Schlag eine andere Anmutung gibt.

Sie dachten dann daran, wie George W. Bush, bis dahin ein schwacher, ein zögerlicher Präsident, wenige Tage nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf die Trümmer der Wolkenkratzer am Ground Zero in New York kletterte, ein "bullhorn" - ein Megafon - schnappte und den versammelten Feuerwehrleuten und Helfern zurief, Amerika werde immer stark bleiben. Auf einmal war Bush ein Held.

Auch Barack Obama hat gerade so einen "bullhorn"-Moment erlebt, obwohl er kein Megafon schnappen musste und bloß über einen roten Teppich im Weißen Haus schritt. Doch seine schlichte Ansprache am späten Sonntagabend zur Tötung von Terrorfürst Osama Bin Laden wird seine Präsidentschaft ähnlich verändern.

Ausgerechnet der Kandidat, der immer fürchten musste, als schwächlich im Kampf gegen den Terror zu erscheinen - und dessen Name so verflixt ähnlich klingt wie der des Terrorfürsten - erlebt nun mit dessen Tod seinen stärksten Moment.

Es habe wirklich Mumm dazu gehört, um wie Obama diesen Einsatz im tiefsten Pakistan zu befehlen, lobte Peter King, ein republikanischer Kongressabgeordneter aus New York, der Obama sonst nur loben würde, wenn dieser seinen Rücktritt erklärte.

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Osama Bin Laden und 9/11: Trauma der westlichen Welt
Mumm, das ist genau das, was Obama brauchte. So oft haben ihm seine Kritiker Zögerlichkeit vorgeworfen, Feigheit fast, gerade wenn es um Außenpolitik geht. "Professoren"-Krieg nannte der konservative Kolumnist Charles Krauthammer Obamas vorsichtigen Libyen-Einsatz, das war ausdrücklich nicht als Kompliment gemeint.

Hochtrainierte Kampfmaschinen ins Herz der Finsternis geschickt

Nun aber hat dieser vermeintliche "Professoren-Präsident" per Helikopter Navy Seals, die hochtrainierten Kampfmaschinen der US-Marine, mitten ins Herz der Finsternis geschickt, in Bin Ladens Versteck rund 60 Kilometer von der pakistanischen Hauptstadt Islamabad entfernt. Die Inszenierung klingt wie direkt aus einem "James Bond"-Film, wo sich einsame Agenten in die Höhle des Oberschurken abseilen.

Es war die vielleicht riskanteste US-Militäraktion seit langer Zeit. Niemand wusste schließlich genau, ob Bin Laden sich wirklich in dem Komplex aufhielt, niemand wusste, wie gut dieser geschützt war.

Leicht hätte die Präsidenten-Ansprache am Sonntagabend auch ganz anders ausfallen können: als kleinlautes Eingeständnis, dass ein Einsatz kolossal schiefgelaufen ist und amerikanische Soldaten ihr Leben lassen mussten. So widerfuhr es Obamas glücklosem Vorgänger Jimmy Carter 1980, als er Spezialkräfte zur Rettung amerikanischer Geiseln in den Iran schickte und acht von ihnen starben.

Es war ein umgekehrter "bullhorn"-Moment.

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Tod von Osama Bin Laden: Jubel auf Amerikas Straßen
Kein Wunder, dass das Weiße Haus den Einsatz gegen Bin Laden lange plante, wohl seit vorigem August, wie US-Medien schreiben. Neunmal berieten sich demnach allerhöchste Kreise dazu allein im Oval Office. Das Weiße Haus hatte schon vor geraumer Zeit US-Geheimdienste angewiesen, die Jagd nach Bin Laden wieder ganz oben auf ihre Tagesordnung zu setzen.

Die letzte Planung lief, ausgerechnet, als Obama sich vergangene Woche vor die Hauptstadtpresse stellte, um die Debatten zu seiner Geburtsurkunde zu zerstreuen - die Debatte war vom exzentrischen Baulöwen Donald Trump neu angefacht worden. Amerika habe keine Zeit für solche "Albernheiten", es gebe wichtigere Dinge zu erledigen, sagte der Präsident. Seine Worte waren, das wird nun deutlich, beinahe prophetisch - und Trump sieht wie ein Clown aus, mehr denn je.

Obama als erfolgreicher Terror-Vollstrecker

Dass Obama sich nun als erfolgreicher Terror-Vollstrecker inszenieren kann, ist aber auch die fast logische Entwicklung seiner Präsidentschaft. Im Wahlkampf 2008 hatte der Demokrat die Methoden des damaligen Präsidenten Bush im Kampf gegen den Terror kritisiert. Doch kaum im Amt, übernahm er viele davon, von Verhörtechniken über Abhörmechanismen. Das umstrittene Gefangenenlager Guantanamo versprach Obama binnen Jahresfrist zu schließen - aber nun will er dort sogar wieder Militärtribunale abhalten.

"Bush Lite" haben ihn enttäuschte Linke deshalb genannt, doch heute wird der Präsident damit gut leben können.

Dennoch: Der Terror-Triumph wird ihn nicht automatisch zur Wiederwahl tragen, dafür ist der Wahltag im November 2012 noch zu weit weg. Außerdem haben die meisten Amerikaner gerade mehr Angst vor Schulden oder Arbeitslosigkeit als vor Bin Laden.

Der Kampf gegen den Terror ist zudem nicht vorbei, wie vorschnelle Kommentatoren nun behaupten. Nehmen Bin Ladens Erben erfolgreich auf amerikanischem Boden Rache, wird Obamas Triumph rasch vergessen sein. Schließlich ist es seine Pflicht als US-Präsident, das Land sicher zu machen.

Doch eins ist sicher: Als Präsident ohne Mumm, als halben Mann, wird ihn nie mehr ein Republikaner bezeichnen können.

Erleichterung, Genugtuung, Angst vor Rache

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Forum - Der Tod Bin Ladens - ein nachhaltiger Schlag gegen den Terror?
insgesamt 7411 Beiträge
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1. Bin Laden
HansOch 02.05.2011
na, da müsste die Welt ja friedlicher werden H.
2. Profile
woener 02.05.2011
Zitat von sysopEr war der meistgesuchte Mann der Welt: Osama Bin Laden, der Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, ist tot. US-Spezialkräfte haben ihn bei einer Kommandoaktion in Pakistan getötet. Wir die weltweite Terrorgefahr nun geringer?
Es ist ein Name, was hinter diesem Namen alles verborgen ist, das wird verborgen bleiben. Der einzig authentische Zeuge ist tot. Selbst die SPD hat über Herrn Wiefelspütz schon vermelden lassen, dass die Gefahr noch nicht beseitigt ist und die "Terrorschutz - Notstandsgesetze" erhalten bleiben. Ob man in der CDU dann gleich zur umfassenden Einführung aller Notstandsgesetze greift? Die Bespitzelungsgesetze werden nun aber zur Bewährungsprobe für die FDP werden können, eine neue Chance zur Profilierung?
3.
Greg84 02.05.2011
Schlag gegen den Terror? Eher nicht. Ich glaube kaum, dass bin Laden noch an der Spitze der al-Qaida stand, vielleicht hatte er sich auch komplett aus dem "Geschäft" zurück gezogen. Das einzige was der Schlag gegen bin Laden gebracht hat ist die Schaffung eines weiteren Märtyrers. Für Obama hätte der Zeitpunkt allerdings kaum besser sein können. Politisch läuft es für verdienten Träger des Friedensnobellpreises nicht grade perfekt, da hilft so ne positive Nachricht schon unheimlich weiter.
4. Mission beendet
endbenutzer 02.05.2011
Hat George W. Bush eigentlich schon der Familie Bin Laden sein Beileid ausgesprochen? Unter alten (Geschäfts-) Freunden ist das doch so üblich. Oder lebt Bin Laden doch noch und man wollte eigentlich nur die nunmehr fast genau 10-jährige Mission „Krieg gegen Terror“ zum bürgerfreundlichen Abschluss bringen? Merkwürdig: Gerade jetzt, da Obama und die gesamten USA in punkto Staatsverschuldung praktisch mit dem Rücken zur Wand stehen, wird für den amerikanischen Otto Normalverbraucher wieder einmal ein toller Grund geliefert, die Fahne zu schwingen und mit der Hand auf dem Herzen die Nationalhymne zu singen. Super Drehbuch...
5. weder noch
G_Schwurbel 02.05.2011
Zitat von sysopEr war der meistgesuchte Mann der Welt: Osama Bin Laden, der Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, ist tot. US-Spezialkräfte haben ihn bei einer Kommandoaktion in Pakistan getötet. Wir die weltweite Terrorgefahr nun geringer?
Die Welt wird durch seinen Tod weder sicherer noch unsicherer. Al Quaida ist ein Netzwerk, es würde mich wundern, gäbe es für Bin Laden keinen Nachfolger (seinen Tod hat er schließlich einkalkuliert). Vielleicht hat er auch vorher als Rache für seine Tötung den Auftrag erteilt, direkt danach Attentate zu verüben? Alles denkbar...
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Osama Bin Laden über...
 
Den 11. September
"Wir berechneten im Voraus, wie viele Verluste der Feind erleiden würde. Wir nahmen als Grundlage die Position des Turms und errechneten, wie viele getötet werden würden. Wir schätzten, dass ungefähr drei bis vier Stockwerke getroffen werden würden. Ich war besonders optimistisch ..., weil ich auf diesem Gebiet bereits Erfahrung habe. Ich vermutete, das brennende Benzin würde die Eisenträger des Gebäudes schmelzen. Aber ich dachte nur, dass die Einschlagstelle und die Stockwerke darüber einstürzen würden. Mehr wagten wir nicht zu hoffen."

November 2001, zitiert nach: Abou-Taam/Bigalke: "Die Reden des Osama Bin Laden"
Den Irak-Krieg
"Ich jubele darüber, dass Amerika in den Schlammlöchern des Tigris und Euphrat steckengeblieben ist... Bush glaubt, der Irak und sein Öl seien leichte Beute, und nun steckt er durch die Gnade Gottes fest und kann weder vor noch zurück. Amerika schreit aus voller Kehle, während es vor den Augen der Welt auseinanderbricht."

Oktober 2003, zitiert nach: Coll: "Die Bin Ladens. Eine arabische Familie"
Amerika
Im September 2007 wandte sich Osama Bin Laden "an die Amerikaner": "So wie ihr euch zuvor aus der Sklaverei der Mönche, Könige und Feudalherren befreit habt, so solltet ihr euch jetzt von den Irreführungen ... des kapitalistischen Systems befreien."

Politische, geschichtliche und moralische Erörterungen vermischend, zeichnet Bin Laden das Bild einer Nation, die auf der Verliererstraße ist. Obwohl militärisch übermächtig, könnten die Amerikaner im Irak nicht gewinnen - weil sie zwar moralisch argumentierten, in Wahrheit aber nur den Interessen internationaler Konzerne folgten.

Das Ansehen der USA sei deswegen ruiniert. Um "den Krieg zwischen uns" zu stoppen, gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder die Mudschahidin stellten die Kampfhandlungen ein, was aber nicht gehe, weil sie eine Pflicht erfüllten. Oder die USA sähen endlich ein, dass sie die Verlierer im Irak seien. Es sehe aber so aus, als würden sie die eigenen Fehler aus dem Vietnam-Krieg und die der Sowjets aus dem Afghanistan-Feldzug wiederholen und sich vor der besseren Einsicht drücken.

Es gebe allerdings einen Ausweg, sagte Bin Laden weiter: Die Amerikaner sollten "nach einem alternativen, aufrechten Weg suchen", in dem es nicht darum gehe, andere zum eigenen Nutzen zu unterdrücken. Natürlich hat dieser Weg auch einen Namen: Die Amerikaner sollen zum Islam konvertieren.
Die Europäer
"Unsere Aktionen sind nur eine Antwort auf eure Aktionen - eure Zerstörung und und euren Mord an unseren Leuten, ob in Afghanistan, im Irak oder Palästina... Nach welchem Glauben sind eure Toten wertvoll und unsere wertlos? Nach welcher Logik zählt euer Blut als echt und unseres als Wasser? Vergeltung ist Teil von Gerechtigkeit, und der, der feindliche Akte zuerst begeht, ist der, der unrecht handelt. Ich rufe alle Männer, insbesondere Gelehrte, die Medien und Geschäfstleute dazu auf, eine permanente Kommission einzuberufen, um in Europa das Bewusstsein für unsere gerechten Gründe zu stärken... Ich mache einen Friedensvorschlag, der im Kern die Verpflichtung darstellt, alle Operationen gegen jeden Staat einzustellen, der sich verpflichtet, keine Muslime oder islamischen Staaten anzugreifen. "

April 2004, zitiert nach: Lawrence: "Messages to the World. The Statements of Osama Bin Laden"
Den "Kampf der Kulturen"
"Ohne jeden Zweifel (glaube ich an den Kampf der Kulturen). Das heilige Buch erwähnt ihn klar. Die Juden und Amerikaner haben das Lügenmärchen vom Frieden auf Erden erfunden. Das ist nur ein Märchen für Kinder."

Nach dem 11. September 2001 auf al-Dschasira. Zitiert nach: Coll: "Die Bin Ladens. Eine arabische Familie"


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