Occupy-Bewegung: Polizei nimmt Straßenblockierer in Washington fest
Die Polizei geht in den USA verstärkt gegen Anhänger der Occupy-Bewegung vor: In Washington räumten Beamte eine besetzte Kreuzung, in San Francisco rissen sie ein Zeltlager ab.
Washington - Die US-Polizei hat eine Straßenblockade von Occupy-Aktivisten in der Hauptstadt Washington aufgelöst. Die Demonstranten hatten eine Kreuzung der K Street besetzt, in der zahlreiche Lobby-Firmen ansässig sind. Sie brachten damit den Verkehr fast zum Stillstand. Zu der Kundgebung hatten sich mehr als tausend Demonstranten in der Nähe des Weißen Hauses versammelt. Die Beamten nahmen 62 Demonstranten fest.
Nur Stunden zuvor hatte die Polizei bereits in San Francisco ein weiteres Zeltlager der Occupy-Bewegung geräumt - es war das letzte große Camp der Bewegung an der US-Westküste. Dabei sollen die Beamten die Aktivisten nur fünf Minuten vor Beginn ihres Einsatzes gewarnt haben. Mindestens 70 Menschen wurden nach übereinstimmenden Agenturberichten festgenommen, rund hundert Zelte abgerissen.
Bei der Räumungsaktion soll es auch Verletzte gegeben haben. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, schlugen zwei Wall-Street-Gegner einem Beamten mit einem Stuhl ins Gesicht.
Die Behörden der Stadt hatten das Zeltlager zu einer Gefahr für die öffentliche Gesundheit erklärt. Sie verteidigten ihr hartes Vorgehen, man habe den Demonstranten alternative Standorte für ihr Lager angeboten.
Die lose organisierte Bewegung "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") protestiert gegen die Macht der Finanzmärkte und prangert soziale Ungerechtigkeiten an. Seit Mitte September hatten sich die Proteste von New York aus auf zahlreiche Städte der USA und andere Länder ausgedehnt. Die US-Behörden schritten zuletzt wegen der teils schlechten hygienischen Zustände in den Camps sowie wegen Sicherheitsproblemen immer wieder ein.
Mitte November hatte die New Yorker Stadtverwaltung bereits die Zeltstadt am Geburtsort der Bewegung im Zuccotti-Park in Manhattan räumen lassen. Auch in Dallas, Philadelphia, Los Angeles und New Orleans beendeten die Behörden in den vergangenen Wochen die Dauerproteste. Eines der letzten großen Occupy-Lager befindet sich nun noch mitten in der Hauptstadt Washington. Dort wollen in dieser Woche wieder Tausende gegen die Macht der Banken protestieren.
heb/dapd/AP/AFP/Reuters
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