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Österreich: Schleuser von Flüchtlingen müssen jahrelang ins Gefängnis

Sie pferchten Flüchtlinge in überladene Kleintransporter und brachten sie nach Österreich. Mitglieder einer Schleuserbande wurden deshalb zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Mehrmals pro Woche brachte eine Bande von Schleppern Dutzende Flüchtlinge in einem Fahrzeug aus Ungarn über die österreichische Grenze. Unter "qualvollen Bedingungen", wie es bei den Richtern in Korneuburg bei Wien am Donnerstag hieß. Fünf Mitglieder der Gruppe wurden deshalb zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Schleuser zwischen Frühjahr und Herbst 2015 etwa 2000 Flüchtlingen zur illegalen Einreise in das Land verhalfen. Der mutmaßliche Anführer der Bande, ein 43 Jahre alter Serbe, wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Gegen die Komplizen des Hauptangeklagten, unter ihnen seine Lebensgefährtin und seine Mutter, verhängte das Gericht Freiheitsstrafen von bis zu vier Jahren, die zum Teil zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die Gruppe war im vergangenen September festgenommen worden.

Die Schleuser hatten die Flüchtlinge in teils vollkommen überladene Kleintransporter gepfercht und nach Österreich gebracht. Insgesamt sollen die Angeklagten 350.000 Euro für ihre Dienste als Schlepper kassiert haben.

Im vergangenen Jahr kamen Hunderttausende Flüchtlinge über die sogenannte Balkanroute nach Westeuropa. Die meisten von ihnen versuchten, über Österreich nach Deutschland oder Schweden zu gelangen. Nach dem Fund von 71 Leichen in einem Kühltransporter im August verstärkte die österreichische Polizei die Kontrollen.

als/AFP

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