Ex-Gesundheitsministerin Rendi-Wagner soll Österreichs Sozialdemokraten führen

Pamela Rendi-Wagner wechselte erst vor rund eineinhalb Jahren in die Politik - jetzt soll die 47-Jährige auf Christian Kern an der Spitze der österreichischen SPÖ folgen. Der formelle Beschluss soll am Dienstag durch den Parteivorstand fallen.

Pamela Rendi-Wagner
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Pamela Rendi-Wagner


Die frühere österreichische Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner soll den Parteivorsitz der Sozialdemokraten übernehmen. Darauf habe sich die Spitze von Österreichs größter Oppositionspartei einstimmig geeinigt, sagte der scheidende Parteichef Christian Kern am Samstag nach der Sitzung des SPÖ-Präsidiums.

Der formelle Beschluss soll am Dienstag durch den Parteivorstand fallen. Mit Rendi-Wagner bekommt die SPÖ erstmals eine Frau an der Spitze. Die 47-jährige Ärztin wechselte erst vor rund eineinhalb Jahren in die Politik. Die Tropenmedizinerin ist mit dem früheren österreichischen Botschafter in Israel, Michael Rendi, verheiratet und hat zwei Töchter.

Der frühere Bundeskanzler Kern hatte vergangene Woche überraschend seinen Rücktritt als SPÖ-Chef angekündigt. Er will bei der Europawahl im kommenden Mai als europaweiter Spitzenkandidat der Sozialdemokraten antreten. Seit Mai 2016 war er Chef der Sozialdemokraten und bis zur Bildung der ÖVP-FPÖ Regierung nach der Parlamentswahl österreichischer Bundeskanzler.

Die Sozialdemokraten hatten im Jahr 2017 bei der Parlamentswahl 26,9 Prozent erreicht. Sie mussten sich aber Herausforderer Sebastian Kurz von der ÖVP geschlagen geben, dessen harter Kurs in der Migrationspolitik seine Popularität stärkte. Jüngste Umfragen sahen die SPÖ bei 28 Prozent.

yes/Reuters



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