Flüchtlinge im Kühlwagen Österreichisches Gericht verurteilt Schlepper zu fünf Jahren Haft

Er wollte offenbar 20 Flüchtlinge in einem luftdichten Wagen nach Deutschland bringen - jetzt muss ein Schleuser in Österreich ins Gefängnis.


Es war ein rollendes Verlies: Bei einer Kontrolle im August hatte die österreichische Polizei auf der Westautobahn einen Kastenwagen gestoppt. Im fast luftdichten Kühlaufbau waren 20 Flüchtlinge eingepfercht - auf 6,6 Quadratmetern. Die Menschen stammten aus Syrien, Iran und Afghanistan. Sie waren auf dem Weg nach Deutschland.

Der Fahrer des Wagens: Ein Schlepper, offenbar Mitglied einer gefährlichen Organisation. Jetzt muss der Mann ins Gefängnis. Fünf Jahre Haft - so lautet das Urteil des Landgerichts Linz vom Mittwoch. Die Richter sahen die Schuld des 41-jährigen Hilfsarbeiters als erwiesen an.

Der mehrfach vorbestrafte Mann hatte im Vorfeld eingeräumt, für die Schlepperbande gearbeitet zu haben, die für den Tod von 71 Flüchtlingen im August 2015 verantwortlich war. Die Menschen waren auf dem Weg von Ungarn nach Deutschland in einem Kühllaster erstickt. Mit dem konkreten Fall hatte er aber nichts zu tun.

Zu Verhandlungsbeginn hatte sich der Angeklagte laut Medienberichten nur teilweise geständig gezeigt. Später habe er sich für das entschuldigt, "was ich gemacht habe". Allerdings stritt er ab, Menschen unter lebensbedrohlichen Bedingungen transportiert zu haben.

kev/dpa

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