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Tote Flüchtlinge in Österreich: Fünfter mutmaßlicher Schlepper festgenommen

Kerzen und Blumen an der A4 in Österreich: In der Nähe war der Lkw mit den toten Flüchtlingen entdeckt worden Zur Großansicht
DPA

Kerzen und Blumen an der A4 in Österreich: In der Nähe war der Lkw mit den toten Flüchtlingen entdeckt worden

Nach dem Tod von 71 Flüchtlingen in einem Lkw ist in Ungarn ein fünfter mutmaßlicher Schlepper festgenommen worden. Parallel konzentrieren sich die österreichischen Ermittler darauf, die Identität der Toten festzustellen.

Nach der Flüchtlingstragödie in Österreich mit 71 Todesopfern hat die ungarische Polizei einen fünften Verdächtigen gefasst. Wie die Polizei mitteilte, sei der Mann am Samstagabend festgenommen worden. Gegen den Bulgaren werde wegen Menschenschmuggels ermittelt.

Am Freitag waren in Ungarn vier mutmaßliche Schlepper festgenommen worden, drei Bulgaren und ein Afghane. Am Samstag ordnete ein Gericht an, sie bis Ende September in Untersuchungshaft zu nehmen.

Bei den vier Männern, darunter dem Besitzer und zwei Fahrer des Lastwagens, handelt es sich nach Einschätzung der Polizei um Handlanger eines bulgarisch-ungarischen Schlepperrings.

Handys der Toten werden ausgewertet

Parallel dauern in Österreich die Ermittlungen an. Der Lastwagen werde nun "Millimeter für Millimeter" durchsucht, so zitierte der Österreichische Rundfunk (ORF) einen Polizeisprecher. Es gehe dabei auch darum, die Identität der 59 Männer, acht Frauen und vier Kinder festzustellen, um deren Hinterbliebene informieren zu können.

Bislang sei lediglich ein syrischer Pass gefunden worden. Die Ermittler konzentrierten sich daher auf die Handys der Toten. Die österreichische Polizei sei jedoch auch auf Hinweise von Angehörigen angewiesen, hieß es. Sie richtete daher eine rund um die Uhr auch mit Dolmetschern besetzte Hotline ein.

Währenddessen läuft die Obduktion der Leichen in der Wiener Gerichtsmedizin weiter. Das werde noch mindestens bis Mitte der neuen Woche dauern, hieß es. Was danach mit den Toten geschehe, sei noch nicht klar.

Der Lastwagen mit ungarischem Kennzeichen und dem Logo eines slowakischen Geflügelhändlers war am Donnerstag in einer Pannenbucht an der Autobahn 4 im österreichischen Burgenland entdeckt worden. In dem Fahrzeug wurden 71 Leichen von Kindern, Frauen und Männern gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien handelt.


Die österreichische Polizei hat unter +43 5 9133103333 eine Hotline eingerichtet.

skr/AFP/dpa

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