Inhaftierter Regisseur Straßburger Gericht fordert medizinische Hilfe für Oleg Senzow

Seit mehr als zwei Monaten befindet sich der in Russland inhaftierte Regisseur Oleg Senzow im Hungerstreik - sein Zustand ist kritisch. Nun fordert der Europäische Gerichtshof die russische Regierung zum Handeln auf.

Oleh Senzow
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Kurz vor der diesjährigen Fußball-WM, am 14. Mai, trat der ukrainische Filmemacher Oleg Senzow in den Hungerstreik, um für seine Freilassung und die aller politischer Gefangener in Russland zu protestieren. Sein gesundheitlicher Zustand ist dementsprechend bedrohlich.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Russland nun dazu aufgefordert, Senzow medizinisch zu versorgen. Senzow müsse sofort in ein Krankenhaus gebracht und seinem Zustand entsprechend versorgt werden, teilte das Straßburger Gericht am Mittwoch mit. Der EGMR legte dem Ukrainer nahe, seinen Hungerstreik zu beenden und medizinische Hilfe anzunehmen. Am Dienstag habe sich sein Anwalt an den EGMR gewandt, damit sein Mandant die benötigte Versorgung erhalte, teilte das Gericht mit.

Der Ukraine war im August 2015 wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung" zu 20 Jahren Haft verurteilt. Ein russisches Gericht warf dem Mann kurz nach der Annexion der Krim vor, Terroranschläge geplant zu haben.

Amnesty International wie auch die Bundesregierung, die EU und die USA fordern seitdem seine Freilassung. Russlands Präsident Wladimir Putin verteidigt Senzow Inhaftierung. Während der Fußball-WM bekräftige er bei einem Fernsehauftritt die Terrorismusvorwürfe gegen Senzow.

eaz/dpa



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