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Olympische Winterspiele: Russland richtet Protestzonen in Sotschi ein

Olympische Ringe in Sotschi: Sportler dürfen ihre Meinung nicht sagen Zur Großansicht
DPA

Olympische Ringe in Sotschi: Sportler dürfen ihre Meinung nicht sagen

Russland hat auf die Proteste aus aller Welt reagiert: Während der Olympischen Winterspiele in Sotschi sollen Sonderzonen für politische Demonstrationen eingerichtet werden. Wie diese praktisch genutzt werden können, blieb aber unklar.

Lausanne - Während der Olympischen Winterspiele in Sotschi sollen nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Demonstrationen in Sonderzonen erlaubt werden. In diesem Gebiet solle es möglich sein, seine Meinung "für oder gegen etwas" zum Ausdruck zu bringen, sagte IOC-Präsident Thomas Bach, der Russlands Ankündigung begrüßte.

Das russische Komitee für die Organisation der Spiele vom 7. bis 23. Februar habe dem IOC die Einrichtung einer solchen Zone zugesichert. Den teilnehmenden Sportlern sollen derartige Meinungsbekundungen aber weiterhin untersagt bleiben. Die Gebiete, in denen Kundgebungen erlaubt seien, sollen in Sotschi liegen. Wie dort tatsächlich demonstriert werden könnte, ist noch unklar, denn die Stadt wird aus Sicherheitsgründen - vor allem wegen der Nähe zum unruhigen Nordkaukasus - praktisch abgeriegelt sein.

Im Sommer hatte der russische Präsident Wladimir Putin politische Demonstrationen und Kundgebungen am Veranstaltungsort noch per Dekret verboten. Bereits 2008 bei den Sommerspielen in Peking hatte das Organisationskomitee Protestzonen eingerichtet, diese lagen aber weit entfernt vom Zentrum der Spiele und waren weitgehend unbeachtet geblieben.

Russland steht seit längerem wegen Missachtung von Menschenrechten international in der Kritik. Besonders das Anti-Homosexuellen-Gesetz hatte große Proteste hervorgerufen. Sportler, Künstler und Politiker riefen zum Boykott der Spiele in Sotschi auf.

Bundespräsident Joachim Gauck hatte kürzlich seine Teilnahme abgesagt, das hatte der SPIEGEL vorab berichtet. Gauck nannte dafür keine Gründe. Allerdings sprach der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, von einer "tollen Geste der Unterstützung für alle, die in Russland für Bürgerrechte und Demokratie kämpfen". Am Montag kündigte zudem EU-Justizkommissarin Viviane Reding an, aus Protest nicht zu den Winterspielen reisen zu wollen.

max/AFP/Reuters/sid

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