Flüge zu Olympischen Winterspielen: USA warnen vor Zahnpasta-Terroristen

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Olympische Ringe in Sotschi: Die Spiele beginnen am Freitag

Einen Tag vor Beginn der Olympischen Winterspiele erneuert die US-Regierung ihre Terrorwarnung. Amerikanische Geheimdienste befürchten demnach Anschläge auf Flüge nach Russland. Konkret warnt Washington vor Sprengsätzen in Zahncremetuben.

Washington - Die ersten Wettbewerbe in Sotschi laufen bereits. Einen Tag vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele haben die Snowboarder am Donnerstagmorgen mit ihrer Qualifikation begonnen. Da beunruhigen die USA mit Warnungen vor möglichen Anschlägen im Zusammenhang mit dem Sportereignis.

Die Gefahr lauere womöglich in Zahnpastatuben an Bord von nach Russland fliegenden Flugzeugen. Jüngste Erkenntnisse der US-Geheimdienste legten nahe, dass Terroristen auf diesem Weg oder in Kosmetikbehältnissen unbemerkt Sprengstoffbestandteile schmuggeln und während des Fluges Bomben bauen könnten. Die Bedrohung sei auf Direktflüge nach Russland beschränkt, die außerhalb der USA starten, hieß es in US-Medienberichten.

Die Sender ABC und CNN berichteten über die Warnung des US-Heimatschutzministeriums, die an nach Russland fliegende Airlines gegangen sei. ABC berief sich dabei auf ungenannte hochrangige US-Regierungsvertreter. Ob die Warnung Einschränkungen beim Handgepäck nach sich ziehe, hänge von den Unternehmen und den zuständigen Sicherheitsbehörden ab, hieß es.

Einschlägige Informationen würden aus Vorsicht regelmäßig mit Partnern im In- und Ausland geteilt, sagte ein Vertreter des Heimatschutzministeriums. Darunter seien auch die Veranstalter internationaler Ereignisse wie der Olympischen Spiele in Sotschi. Von einer konkreten Bedrohung auf US-Boden sei dem Ministerium nichts bekannt.

37.000 Polizisten im Einsatz

Die Sicherheitskräfte in Russland sind in Alarmbereitschaft wegen der Olympischen Winterspiele, die am Freitag beginnen und bis zum 23. Februar dauern. Sie sind das größte internationale Ereignis in Russland seit mehr als 20 Jahren.

Ein hochrangiger Vertreter der US-Sicherheitsbehörden hatte bereits am Dienstag gewarnt, die größte Gefahr gehe von Anschlägen außerhalb der schwer bewachten Schwarzmeerstadt Sotschi aus. Zuletzt hatten Selbstmordattentäter im Dezember in Wolgograd 34 Menschen getötet. Die Stadt liegt rund 700 Kilometer von Sotschi entfernt. Islamisten aus dem Nordkaukasus haben wiederholt mit Anschlägen gedroht, um das Sportereignis im nahen Sotschi am Schwarzen Meer zu stören.

Zudem hatten die Olympischen Komitees von Deutschland, Italien, Ungarn, Slowenien und der Slowakei Drohbriefe erhalten. Viele Länder haben beschlossen, ihre eigenen Sicherheitskräfte nach Russland zu schicken, um die Athleten zu beschützen. Im Schwarzen Meer kreuzen während der Spiele zwei US-Kriegsschiffe. Im Notfall sollen sie die russischen Sicherheitskräfte auf Ersuchen der Behörden unterstützen. Die 350.000-Einwohner-Stadt Sotschi selbst gleicht einer Festung. Für die Sicherheit sollen Überwachungssatelliten, Drohnen, Boden-Luft-Raketen und 37.000 Polizisten und Soldaten sorgen.

ler/dpa/Reuters/AFP

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1. Sie wollen uns damit zeigen
Franz Frisch 06.02.2014
dass die NSA ja nur zu unserem Besten spioniert! Ich warne übrigens vor Zahnpasta im Sprengstoff! Diese vermindert die Detonationsgeschwindigkeit und Brisanz erheblich. Die Paranoia feiert fröhliche Urständ.
2.
luistrenker 06.02.2014
Zahnpasta-Terroristen? Was ist das den für ein BILD-Zeitung-Deutsch?
3. Warnung
juerler@saxonia.net 06.02.2014
Zitat von sysopEinen Tag vor Beginn der Olympischen Winterspiele erneuert die US-Regierung ihre Terrorwarnung. Amerikanische Geheimdienste befürchten demnach Anschläge auf Flüge nach Russland. Konkret warnt Washington vor Sprengsätzen in Zahncremetuben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/olympiade-in-sotschi-usa-warnen-vor-bomben-in-zahnpastatuben-a-951776.html
die haben schon viel gewarnt.Vor Massenvernichtungswaffen im Irak,Terror in Deutschland, Schließung vor amerikanischen Botschaften..... diese Warnung war zu erwarten.Nachweis wie wichtig Amerika ist Hollywood lässt grüßen.
4. Handgepäck generell verbieten
fleischwurstfachvorleger 06.02.2014
Zitat von sysopEinen Tag vor Beginn der Olympischen Winterspiele erneuert die US-Regierung ihre Terrorwarnung. Amerikanische Geheimdienste befürchten demnach Anschläge auf Flüge nach Russland. Konkret warnt Washington vor Sprengsätzen in Zahncremetuben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/olympiade-in-sotschi-usa-warnen-vor-bomben-in-zahnpastatuben-a-951776.html
Dann geht es auch schneller beim boarden und aussteigen. Ist sowieso obernervig, wenn Passagiere ihre Schrankkoffer in die Gepäckablage wuchten und dafür gefühlte Stunden benötigen, in denen sie mit ihrem breiten Rücken (Hintern wäre an der Stelle ja ordinär) den gesamten Gang blockieren.
5. Ist doch wunderbar!
herumnöler 06.02.2014
Solange das alles nur ausserhalb Deutschlands stattfindet, schadet es dort. Mit anderen Worten: nuetzt uns. Bloss nie mehr Grossereignisse auf deutschem Boden veranstalten. Sie sind eh ueberfluessig. Dann lieber einen Winterspaziergang unternehmen. Das ist besser fuer die Gesundheit.
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Olympische Winterspiele: Die Verlierer der Herzen in Sotschi

Reisetipps für Olympia-Gäste in Sotschi
Tickets für die Wettbewerbe
Über die offizielle Ticketseite können nur in Russland wohnende Olympia-Fans Karten kaufen. In Deutschland bucht man bei dem offiziellen Ticketverkäufer Dertour, der auch eine Übersicht über alle Wettbewerbe und Eintrittspreise anbietet. Zusätzlich zum Ticket braucht jeder Zuschauer einen "Spectator Pass", den er im Vorfeld der Veranstaltung online über die Website pass.sochi2014.com beantragen kann oder in einem der Registrierungszentren, wo man ihn auch abholen und aktivieren lassen muss. Eine Übersicht der Adressen mit Lageplan ist ebenfalls auf pass.sochi2014.com abrufbar.
Anreise mit dem Auto
Fast 3000 Kilometer trennen Berlin und Sotschi. Entsprechend beschwerlich gestaltet sich die Anreise, wenn man nicht das Flugzeug nimmt. Etwa 34 Stunden dauert eine Autofahrt durch Polen und die Ukraine nach Russland. Aber Achtung: Auch der Verkehr in Sotschi selbst war zuletzt wegen der vielen olympiabedingten Baustellen stark beeinträchtigt - das Aufkommen während der Olympischen Spiele wird kaum geringer sein. Um die Lage auf den Straßen zur Zeit des Großereignisses etwas zu entspannen, darf der offizielle Olympia-Verkehr auf gesonderten Spuren fahren - wie in London im Sommer 2012.
Anreise mit der Bahn
Wer mit der Bahn nach Sotschi fahren möchte, muss von Berlin aus etwa 56 Stunden im Zug verbringen - das ist die kürzeste Verbindung, die die Deutsche Bahn und die russische Eisenbahn RZD anbieten. Mit dem Nachtreisezug EuroNight aus Paris (Halt unter anderem auch in Mannheim, Frankfurt am Main, Fulda, Hannover und Frankfurt (Oder)) gelangt man in etwa 24 Stunden nach Moskau. Je nach Verbindung geht es dann mit teils zwei- bis dreimal Umsteigen weiter nach Sotschi. Informieren kann man sich auf der Serviceseite der Deutschen Bahn, buchen nur in den Reisezentren.
Anreise mit dem Flugzeug
Lufthansa bietet vom 24. Januar bis zum 17. März Direktflüge von Frankfurt am Main aus an, die dreieinhalb Stunden dauern. Die russische Airline Orenair fliegt von Ende Januar bis Anfang März von Frankfurt am Main, München und Düsseldorf nach Sotschi. Eine Alternative ist der Umweg über Moskau: Unter anderem Air Berlin, Lufthansa und German Wings fliegen einen der drei internationalen Flughäfen der russischen Hauptstadt von Deutschland aus an, unter anderem von Hamburg, Berlin, München und Frankfurt am Main. Vom Flughafen Sotschi, der im 30 Kilometer entfernten Adler liegt, gelangt man per Zug, Taxi oder Shuttle ins Zentrum, zu den olympischen Stätten und zu den Unterkünften.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verbindung Dresden-Krasnodar, die Hamburg Airways einmal wöchentlich anbietet. Von Krasnodar aus gelangt man per Zug oder mit dem Auto nach Sotschi.
Anreise mit dem Schiff
Auch eine Anreise per Schiff ist möglich, schließlich liegt Sotschi am Schwarzen Meer. Direkte Seeverbindungen gibt es von Noworossijsk etwas weiter nördlich an der Küste (circa dreieinhalb Stunden) sowie vom südlich gelegenen Trabzon in der Türkei (je nach Boot viereinhalb bis zwölf Stunden). Informationen zu möglichen Verbindungen gibt es auf der offiziellen Seite des Hafens von Sotschi.
Unterkünfte
Man sollte sich gut überlegen, wo man unterkommt: In Sotschi herrscht schon ohne Olympia-Gäste großes Verkehrschaos. Die Stadt ist mit 147 Kilometern der längste Kurort der Welt, und die beiden Wettkampf-"Cluster" in den Bergen und an der Küste nahe dem Flughafen liegen 48 Kilometer auseinander.

Sotschi ist ein beliebter Kur- und Badeort mit vielen Hotels, Pensionen und andere Unterkünften, die auch über Plattformen wie Booking , HRS oder Hotels.com im Internet buchbar sind. Die offizielle Website der Olympischen Spiele bietet ebenfalls eine Zimmervermittlung an.

Unterkünfte auf sieben schwimmenden Hotels sind direkt beim Veranstalter reservierbar: Die Kreuzfahrtschiffe der russischen TUI-Travel-Tochteragentur Svoy TT liegen vom 5. bis zum 24. Februar vor Sotschis Schwarzmeerküste. Jeweils bis zu tausend Passagierplätze liefern sie laut der Nachrichtenagentur Ria Novosti. Komplettpakete aus Übernachtungen auf dem Schiff plus Flug bietet Dertour an.
Benötigte Papiere
Wichtig bei Russland-Reisen: Der Reisepass muss noch sechs Monate gültig sein, zudem braucht man ein Visum. Das Russische Visazentrum in Berlin braucht zwischen vier und 20 Kalendertagen für die Bearbeitung. Bei einer erhöhten Gebühr (95 statt 60 Euro) verkürzt sich die Zeit auf ein bis drei Arbeitstage. Auch spezielle Visaagenturen können ein Visum beantragen. Informationen gibt es bei der russischen Botschaft und über das Auswärtige Amt. Vor der Einreise muss man zudem eine "Migration Card" ausfüllen, von der man einen Abschnitt für die Dauer des Aufenthalts zurückerhält und bei der Ausreise wieder abgeben muss.
Kleidung und Wetter
Sotschi wirbt mit einem "milden subtropischen Klima, hohen Bergen mit viel Grün, einem warmen azurblauen Meer, heilenden mineralischen und Matsesta-Quellen". Die Stadt sei "einer der besten Küsten- und balneologischen Erholungsorte weltweit" - und aufgrund der umgebenden Berge zudem ideal für Wintersport. Die Durchschnittstemperatur liegt im Winter bei acht bis zehn Grad Celsius. Besucher der Olympischen Spiele sollten darauf achten, sich richtig anzuziehen, heißt es auf der offiziellen Olympia-Seite. Das Wetter könne schnell umschlagen, und besonders in den Bergen sollte man sichergehen, warme und wasserdichte Kleidung zu tragen, um sich vor großen Mengen Schnee zu schützen.