Winterspiele in Pyeongchang Nordkorea schickt Delegation zu Abschlussfeier

Erneut wird eine ranghohe nordkoreanische Delegation nach Südkorea reisen. Sie soll bei der Abschlusszeremonie der Winterspiele teilnehmen. Auch Ivanka Trump will in Pyeongchang dabei sein.

Kim Yong Chol (Archivbild von 2015)
REUTERS/ Kyodo

Kim Yong Chol (Archivbild von 2015)


Der nordkoreanische Machthaber will die Annäherung seines Landes an Südkorea offenbar fortsetzen: Auch zur Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele wird Kim Jong Un hochrangige Vertreter ins Nachbarland schicken. Dem Vereinigungsministerium in Seoul zufolge will Nordkorea eine Delegation unter Leitung des Vizevorsitzenden des Zentralkomitees der Arbeiterpartei, Kim Yong Chol, zur Zeremonie am Sonntag anreisen lassen.

Die Wahl überrascht: Der frühere Leiter des Aufklärungsbüros gilt als Hardliner. Er wird unter anderem für den Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs im Jahr 2010 verantwortlich gemacht. Das Schiff wurde damals nach Angaben Südkoreas von einem nordkoreanischen Torpedo getroffen, 46 Menschen kamen dabei ums Leben. Südkorea äußerte jetzt dennoch die Hoffnung, der Besuch könne weitere Impulse für eine friedliche Beilegung des Atomkonflikts geben.

Die nordkoreanische Delegation wird den Angaben zufolge auch den Leiter des staatlichen Komitees für innerkoreanische Angelegenheiten, Ri Son Gwon, sowie sechs Begleiter umfassen. Sie soll auf dem Landweg über die stark befestigte innerkoreanische Grenze nach Südkorea kommen und bis Dienstag bleiben.

Das Präsidialamt in Seoul deutete an, ein Treffen der Delegation mit Präsident Moon Jae In arrangieren zu wollen. Kim Jong Uns jüngere Schwester Kim Yo Jong hatte als Sondergesandte ihres Bruders nach ihrer Teilnahme an der Olympia-Eröffnung vor knapp zwei Wochen eine Einladung an Moon nach Pjöngjang übermittelt.

Nordkorea - Die Chronik des Konflikts

Die Ankündigung löste in Südkorea Spekulationen über mögliche Gespräche zwischen der nordkoreanischen Delegation und US-Präsident Donald Trumps Tochter Ivanka aus, die ebenfalls bei der Olympia-Schlussfeier dabei sein wird. Aus Regierungskreisen in Seoul hieß es jedoch, dass so ein Treffen derzeit als unwahrscheinlich angesehen werde.

Das US-Außenministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass Nordkorea ein geplantes Geheimtreffen zwischen Kim Jong Uns Schwester und US-Vizepräsident Mike Pence am Rande der Winterspiele abgesagt habe. In der Region wird befürchtet, dass sich die Spannungen im Atomstreit nach dem Ende der Olympischen Winterspiele und den Paralympics im März wieder verschärfen.

vks/dpa/Reuters

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bligen 22.02.2018
1. Chronik des Konflikts -natürlich nach Westverständnis !
Beim Spiegel scheint der WWII bis 1950 gedauert zu haben. So wie das Wissen über Geschichte transportiert wird, ist es kein Wunder, warum so viel Hass auf NK vorhanden ist. Zuvor von den Japanern mehr als übel unterdrückt und danach wird vom Westen die Geschichte "geändert". Wer hier weiss schon, was bezüglich Korea 1943 passiert ist. Wer weiss schon was zwischen 1945 und 1950 passiert ist. Aber das schein ja unwichtig für das Verständnis der Situation zu sein und man darf von allen "neutralen" Medien legitimiert einmal mehr die Geschichte ab einem passenden Zeipunkt erzählen. Wie so oft. Aber lassen es wir dabei. Die USA und auch die UN haben dort natürlich keine riesen Fehler gemacht und Rhee war ein super Typ. Aber die Kim's sind abgrundtief böse. Haben die doch aus reiner Boshaftigkeit und Landgier Südkorea überfallen.
Rot2010 22.02.2018
2. Der Norden und Süden sollte diesmal alleine sprechen
Als Vorbild sollte man sich gelöste Konflikte ohne USA Einmischung ansehen. Das Regime im Norden (von Amerika) hat keinerlei Interesse zu verhandeln. Man muss schliesslich die Waffen immer wieder ausprobieren um die Übung nicht zu verlieren. Nord Korea hat kein Interesse mit dem Regime im Norden von Amerika zu sprechen nach deren Friedensangebot: "There will be no other option than to totally destroy North Korea"
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