Vorwurf der Boykott-Unterstützung Israel weist Leiter von Human Rights Watch aus

Omar Shakir leitet in Israel die regionale Vertretung von Human Rights Watch. Nun soll er das Land binnen 14 Tagen verlassen: Die Regierung wirft ihm vor, einen Boykott Israels zu unterstützen.


Israel hat die Ausweisung des regionalen Leiters der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch angeordnet. Omar Shakir soll angeblich einen Boykott Israels unterstützen. Der israelische Innenminister Arie Deri wies den Menschenrechtler am Dienstag an, das Land binnen 14 Tagen zu verlassen.

Das Ministerium für strategische Angelegenheiten habe Informationen über Shakir gesammelt, aus denen hervorgehe, dass er sich aktiv für die Boykottbewegung gegen Israel einsetze, hieß es in einer Stellungnahme des Innenministeriums.

Shakir ist amerikanischer Staatsbürger mit irakischen Wurzeln. Bei Human Rights Watch ist er für Israel und die Palästinensergebiete zuständig. Er schrieb bei Twitter, es sei das erste Mal, dass Israel einen Repräsentanten seiner Organisation ausweise. Die wahre Motivation für den Schritt sei es, Widerspruch zu unterdrücken.

Die Organisation Human Rights Watch teilte mit, sie stehe voll hinter Shakir und fordere die israelischen Behörden dazu auf, ihre Entscheidung rückgängig zu machen. Man wolle die Anweisung vor einem israelischen Gericht anfechten. Weder die Organisation noch Shakir seien für einen Boykott Israels, wie man dem Innenministerium versichert habe.

aar/dpa

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