OPCW-Bericht Syriens Produktionsstätten für Chemiewaffen stillgelegt

Bei der Zerstörung von Chemiewaffen in Syrien ist ein wichtiger Punkt der Abrüstungspläne erfüllt. Die von Assad deklarierte Ausrüstung zur Herstellung von Giftgas ist vollständig vernichtet worden. Das geht aus einem Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen hervor.

OPCW-Inspektoren in Syrien: Heikle Mission im Bürgerkriegsland
AP/ Syrian State Television

OPCW-Inspektoren in Syrien: Heikle Mission im Bürgerkriegsland


Damaskus - In Syrien sind die vom Regime deklarierten Produktionsstätten zur Herstellung von Giftgas unschädlich gemacht worden. Die gesamte Ausrüstung zum Mischen und Befüllen chemischer Waffen ist damit nicht mehr nutzbar. Das geht aus einem Bericht der Chemiewaffeninspektoren hervor, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Damit ist ein wichtiger Punkt in den Abrüstungsplänen erfüllt.

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) schreibt demnach, 21 von 23 Lager chemischer Waffen seien inspiziert worden. Bisher sei es zu gefährlich, die zwei verbleibenden Stätten zu untersuchen. Doch die darin gelagerten Bestände seien bereits an andere Orte verfrachtet und dort inspiziert worden.

Die OPCW sei zufrieden, dass alle von der Regierung ausgewiesenen Herstellungsstätten verifiziert und die Materialien aller 23 Lager zerstört wurden. Damit wird der vereinbarte Zeitplan erfüllt. Bis zum 1. November sollten die Produktionsanlagen zerstört werden.

Syrien hatte sich am 14. Oktober der OPCW angeschlossen. Das Bürgerkriegsland ist das 190. Mitglied der Organisation. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad stimmte damit der Vernichtung seines gesamten Giftgasarsenals sowie aller Produktionsstätten zu und beugte sich so dem Beschluss des Uno-Sicherheitsrats.

Schwieriger wird es nun, bis Mitte 2014 die eigentlichen Chemiewaffen zu zerstören. Ein Fakt hilft der OPCW: Sie hat festgestellt, dass viele syrische Chemiewaffen nicht direkt einsetzbar sind, also beispielsweise in noch nicht abgefüllten und gemischten Ausgangsstoffen vorhanden sind.

Ein Team von Chemiewaffeninspektoren ist seit 1. Oktober in Syrien im Einsatz - 60 Mitarbeiter der OPCW und der Uno sind vor Ort. Die OPCW hat für ihre jahrelange Arbeit im Kampf gegen Chemiewaffen den Friedensnobelpreis erhalten.

vek/kgp/Reuters/AP



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insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
xxbigj 31.10.2013
1. optional
Ein Anfang aber noch lange nicht das Ende! 130.000 Menschen sind mit konventionellen Waffen umgebracht worden. Da sehe ich keine Fortschritte von der UN! Jeder Krieg war bis jetzt wegen Ressourcen oder Geopolitischen Intressen geprägt in den letzten 60 Jahren, hier könnte die internationale Geimeinschaft mal beweisen wofür sie eigentlich da ist!! Um Menschen in Not zu helfen!
Reziprozität 31.10.2013
2.
Wie hiess es doch? Man werde in 10 oder mehr Jahren nicht in der Lage sein die Produktionsstätten der syrischen Chemiewaffen zu eliminieren? So kann man sich irren.
Jazztar 31.10.2013
3. Propaganda...
Zitat von sysopAP/ Syrian State TelevisionBei der Zerstörung von Chemiewaffen in Syrien ist ein wichtiger Punkt der Abrüstungspläne erfüllt. Offenbar ist die Ausrüstung zur Herstellung von Giftgas vollständig vernichtet worden. Das geht aus einem Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen hervor. http://www.spiegel.de/politik/ausland/opcw-bericht-material-fuer-chemiewaffen-in-syrien-offenbar-zerstoert-a-930968.html
Was für ein Fortschritt. Wahnsinn. Dann ist es ja nicht mehr weit bis zum Weltfrieden...
irobot 31.10.2013
4.
Zitat von xxbigjEin Anfang aber noch lange nicht das Ende! 130.000 Menschen sind mit konventionellen Waffen umgebracht worden. Da sehe ich keine Fortschritte von der UN! Jeder Krieg war bis jetzt wegen Ressourcen oder Geopolitischen Intressen geprägt in den letzten 60 Jahren, hier könnte die internationale Geimeinschaft mal beweisen wofür sie eigentlich da ist!! Um Menschen in Not zu helfen!
Und was ist mit dem Gemetzel auf dem Balkan in den 90ern?
auweia 31.10.2013
5. Rückfrage -
Zitat von xxbigjEin Anfang aber noch lange nicht das Ende! 130.000 Menschen sind mit konventionellen Waffen umgebracht worden. Da sehe ich keine Fortschritte von der UN! Jeder Krieg war bis jetzt wegen Ressourcen oder Geopolitischen Intressen geprägt in den letzten 60 Jahren, hier könnte die internationale Geimeinschaft mal beweisen wofür sie eigentlich da ist!! Um Menschen in Not zu helfen!
Ist das die raison d'ètre der "Internationalen Gemeinschaft" - Menschen in Not zu helfen? Und: Haben Sie bessere Begründungen für einen Krieg? Verletzte persönliche Eitelkeit eines Machthabers oder Ablenkung von innenpolitischen Schwierigkeiten können es ja wohl nicht sein.
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