Ukraine Klitschko ruft zu landesweiten Streiks auf

Es war die erste große Kundgebung der prowestlichen Opposition im neuen Jahr. Vor Zehntausenden Menschen hat Vitali Klitschko in Kiew zu landesweiten Streiks aufgerufen. Die Gegner von Präsident Janukowitsch fordern vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen.

Vitali Klitschko: "Wir beginnen mit einem kurzen Warnstreik"
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Vitali Klitschko: "Wir beginnen mit einem kurzen Warnstreik"


Kiew - Der ukrainische Oppositionspolitiker Vitali Klitschko hat bei einem neuen Massenprotest in Kiew zu landesweiten Streiks aufgerufen. "Wir beginnen mit einem kurzen Warnstreik. Wenn die Regierung uns nicht erhört, dann wird er erheblich länger werden", kündigte der Boxweltmeister am Sonntag vor Zehntausenden Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz, dem Maidan, in der Hauptstadt an.

Es war die erste große Kundgebung der prowestlichen Opposition im neuen Jahr nach langen Feiertagen. Die Gegner von Präsident Wiktor Janukowitsch fordern in der Ex-Sowjetrepublik vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen.

Der 42-Jährige ermutigte seine Anhänger weiter zu protestieren, obwohl ein schneller Sieg nicht zu erwarten sei. "Wir werden kämpfen, um unser Land zu verteidigen. Unser Protest wird friedlich sein", sagte Klitschko.

Der Oppositionspolitiker Arseni Jazenjuk von der Partei der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko forderte die USA erneut zu Sanktionen gegen Regierungsmitglieder auf. Vor allem Innenminister Witali Sachartschenko sei verantwortlich für brutales Polizeivorgehen gegen Demonstranten, sagte Jazenjuk.

Präsident Janukowitsch hatte Ende November auf Druck Russlands Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit der EU gestoppt, damit auf eine EU-Annäherung verzichtet und die Proteste ausgelöst. Anschließend bekam Kiew von Russlands Präsident Wladimir Putin massive Finanzhilfen zugesichert, unter anderem günstigere Gaslieferungen und Investitionen von knapp elf Milliarden Euro in ukrainische Staatsanleihen. Seitdem protestieren täglich Tausende Menschen in der Millionenmetropole für einen Westkurs und gegen die Führung.

kha/dpa/AP

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insgesamt 6 Beiträge
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fritze_bollmann 12.01.2014
1. Diskussion
Ist die Diskussion etwa schon geschlossen?
cum infamia 12.01.2014
2. Herr Klitschko
--hatte doch gerade erst zu einem Generalstreik aufgerufen ? War da etwa keiner hingegangen ? Ja, so voll ,wie er es aus seinen Boxerzeiten gewöhnt war, wirds wohl nicht mehr
Afrojüdischer_Sozi-Sinti 13.01.2014
3. also nein
Generalstreik? Das ist doch eindeutig Wirtschaftsfeindlich...
alline 13.01.2014
4. Der Boxer Klitschko
schädigt nun auch noch die Wirtschaft seines nun wirklich nicht reichen Landes!Es ist gut das die BRD sich dort nicht einmischt!
Rainer_H 13.01.2014
5. Bitte die Kirchen in Kiew belassen
Zitat von sysopDPAEs war die erste große Kundgebung der prowestlichen Opposition im neuen Jahr. Vor Zehntausenden Menschen hat Vitali Klitschko in Kiew zu landesweiten Streiks aufgerufen. Die Gegner von Präsident Janukowitsch fordern vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/oppositionsfuehrer-vitali-klitschko-ruft-zu-streiks-in-ukraine-auf-a-943125.html
Lieber SPON und verehrter Herr Klitschko, die Ukraine hat fast 46 Mio. Einwohner http://de.wikipedia.org/wiki/Ukraine und die Stadt Kiew etwa 2,8 Mio. http://de.wikipedia.org/wiki/Kiew. Wenn also "Tausende" in Kiew gegen die gewählte Führung und für einen bedingungslosen Verkauf der Ukraine an den Westen demonstrieren, dann müssen Sie diese Anzahl durch die oben genannten Bevölkerungszahlen dividieren und mit 100 multiplizieren, um auf eine aussagekräftige Prozentzahl zu kommen. Es demonstrieren also zur Zeit unter 0,1% der ukrainischen Bevölkerung und unter 2% der Kiewer, wobei viele der Demonstranten gar nicht in Kiew ihren ständigen Wohnsitz und viele keinen geregelten Arbeitsplatz haben. Dementsprechend werden auch die "landesweiten" Streiks ausfallen.
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