Streit mit Orbáns Regierung US-Diplomat verlässt Ungarn

Er hatte die ungarische Öffentlichkeit über US-Einreiseverbote gegen angeblich korrupte Beamte informiert - und deshalb Streit mit der Regierung Orbán. Jetzt verlässt der Diplomat André Goodfriend das Land.

Premier Orbán: Konflikt mit einem US-Diplomaten
AP

Premier Orbán: Konflikt mit einem US-Diplomaten


Budapest - Weil er Ärger mit der Regierung des rechtskonservativen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán hat, verlässt der stellvertretende Leiter der US-Botschaft in Budapest das Land. André Goodfriend gebe "aus familiären Gründen seinen Posten in Ungarn auf und kehrt in die USA zurück", sagte eine Sprecherin der US-Botschaft am Mittwochabend der staatlichen ungarischen Nachrichtenagentur MTI.

Der Grund für den Konflikt mit der Regierung Orbán: Goodfriend hatte die ungarische Öffentlichkeit über von Washington verhängte Einreiseverbote gegen sechs hohe der Korruption verdächtigte Regierungsbeamte informiert, ohne Namen zu nennen. Die Leiterin der Steuerbehörde NAV, Ildiko Vida, hatte daraufhin zugegeben, von dem Einreiseverbot betroffen zu sein.

Auf Druck von Orbán erstattete sie Anzeige gegen Goodfriend. Daraufhin hatte die ungarische Staatsanwaltschaft die Aufhebung der diplomatischen Immunität des US-Diplomaten gefordert.

als/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
821943 11.02.2015
1. Die von Orban unterdrückte Presse
schreibt natürlich nichts über Einreiseverbote korrupter Landsleute. So nur funktioniert eine Diktatur. Armes Ungarn! Erst mussten die Menschen dort Jahrzehnte unter dem verbrecherischen Kommunismus leiden, jetzt unter einer rechtsextremen Diktatur. Und viele verlassen darum ihre Heimat jetzt ein zweites Mal.
clausbremen 11.02.2015
2. Leider ...
... überrascht einen bei dieser ungarischen Regierung nichts mehr. Die Putinisierung Ungarns setzt sich fort. Aber solange die Mehrheit der ungarischen Wähler es so will, wird sich nichts ändern.
Enkidu 11.02.2015
3. Orban outet sich
immer klarer als Neonazi. Weshalb schauen wir, die EU, diesem Treiben immer noch tatenlos zu, und weshalb müssen die Amis mal wieder für uns die Kohlen aus dem Feuer holen? So verkommt die EU immer mehr zum Papiertiger, den keiner mehr ernst nimmt.
rolandjulius 12.02.2015
4. Innere Angelegenheiten
Niemals die UN Charta gelesen. So machen sie sich auf der ganzen Welt noch unbeliebter. Ich persönlich kann auf deren Anwesenheit wo auch immer , gerne verzichten.
gerhard38 12.02.2015
5.
Wenn die Amis nicht überall und zu allem ihren "Senf beigeben" können, fühlen sie sich nicht wohl. Dieses Mal ging der Schuss wohl nach hinten los.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.