"Ordner voller Frauen": Obama lästert über Romneys Patzer
US-Präsident Obama kostet eine unbedachte Aussage seines Herausforderers Romney genüsslich aus: Die Demokraten müssten keine Ordner sammeln, um kompetente Frauen zu finden. Auch Vizepräsident Biden konnte sich Anspielungen nicht verkneifen.
Washington - Nach der unbedachten Aussage des US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney über Frauen hat Präsident Barack Obama die öffentliche Kritik an den Äußerungen aufgegriffen. "Ich muss Ihnen sagen, dass wir keine Ordner sammeln müssen, um kompetente, motivierte und talentierte junge Frauen zu finden, die bereit sind zu lernen und in diesen Fächern zu unterrichten", sagte Obama am Mittwoch bei einem Wahlkampfauftritt an einer Universität im Bundesstaat Iowa über sein Engagement für Frauenrechte und über Pläne, mehr Professoren für Mathematik und ähnliche Fächer einzustellen.
Auch US-Vizepräsident Joe Biden stieg auf Romneys unglückliche Formulierung ein. "Angesichts der Vorstellung, dass er herumfragen musste, wo eine qualifizierte Frau ist, hätte er einfach zu mir nach Hause kommen sollen. Er hätte keinen Ordner gebraucht", sagte Biden. Obama und Biden kommt Romneys Aussage gelegen, da sie derzeit versuchen, ihren abnehmenden Vorsprung in Umfragen bei Frauen wieder auszubauen.
Im zweiten TV-Duell mit Obama hatte Romney am Dienstag erzählt, wie er als Gouverneur von Massachusetts nach weiblichen Bewerbern für sein Kabinett fahndete - und sich dafür "Ordner voller Frauen" bringen ließ. Im Internet häuften sich bereits während der Debatte die hämischen Kommentare über die Formulierung. In sozialen Netzwerken kursierten unzählige Fotomontagen, auf denen in Aktenordner gesteckte Frauen zu sehen waren.
Wähler sehen Obama vorn
Die Mehrheit der US-Wähler sieht Obama als Sieger der zweiten Fernsehdebatte. Wie eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage von Reuters/Ipsos ergab, sehen 48 Prozent der registrierten Wähler den Amtsinhaber vorn. 33 Prozent finden, der Republikaner Romney habe sich besser geschlagen. Die Politiker hatten sich in der Nacht zum Mittwoch über Themen wie Wirtschaft, Energie und Außenpolitik gestritten. Auch Experten zufolge ging Obama als Gewinner hervor.
In der Beliebtheitsskala konnte der Präsident nach der Debatte um fünf Punkte auf 55 Prozent zulegen. Romney verlor zwei Punkte auf 48 Prozent. Welche Auswirkungen das Fernsehduell auf die Wahl am 6. November hat, zeigt sich dem Institut Ipsos zufolge frühestens bei Erhebungen am Donnerstag.
Die Diskussion verfolgten den Einschaltquoten zufolge 65,6 Millionen Amerikaner im Fernsehen verfolgt. Die dritte und letzte Debatte soll in der kommenden Woche in Florida stattfinden.
ler/AFP/Reuters
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Hauptstadt: Washington, D.C.
Staats- und Regierungschef: Barack Obama
Vizepräsident: Joseph R. Biden
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