Venezuela Organisation Amerikanischer Staaten fordert Absage der Wahl

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro will seine Macht zementieren - bei den nächsten Wahlen, die als undemokratisch gelten. Die Organisation Amerikanischer Staaten fordert nun eine Absage des Votums.

Nicolás Maduro
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Nicolás Maduro


Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) kritisiert Nicolás Maduro, den umstrittenen Präsidenten von Venezuela, seit Monaten. Nun hat der Staatenbund die Regierung in Caracas auch zur Absage der umstrittenen Präsidentenwahl am 22. April aufgerufen.

Maduro solle einen neuen Wahlkalender für eine Abstimmung mit allen demokratischen Garantien vorlegen, hieß es in einer Resolution des Staatenbunds. Die venezolanische Regierung wies die Entscheidung zurück. "Das einzige Ziel ist es, Venezuela zu lynchen", hieß es.

Die Organisation Amerikanischer Staaten hat 35 Mitgliedsländer Nord- und Südamerikas. Sie soll die Demokratie sowie die Menschenrechte verteidigen und die Kooperation zwischen den Ländern stärken.

Kritik an "Mega-Wahl"

Der Sozialist Maduro will von der Schwäche der Opposition profitieren und sich bei der Abstimmung bis 2025 im Amt bestätigen lassen. Regierungsgegner, zahlreiche Staaten und internationale Organisationen befürchten, dass die Wahl nicht frei und fair ablaufen wird.

Viele Regierungskritiker sind entweder von der Wahl ausgeschlossen, in Haft oder ins Ausland geflohen. Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD will die Wahl boykottieren.

Im vergangenen Jahr hatte Maduro die von der Opposition kontrollierte Nationalversammlung von einer regierungstreuen Verfassungsgebenden Versammlung entmachten lassen.

Zuletzt schlug er vor, am 22. April auch das Parlament und die Gemeinderäte neu wählen zu lassen. Mit dieser "Mega-Wahl" könnten die Sozialisten ihre Macht zementieren.

dop/dpa



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