Dokumente des getöteten Qaida-Chefs CIA veröffentlicht umfassendes Bin-Laden-Archiv

Einblicke in das Leben eines Terroristen: Der US-Geheimdienst CIA hat ein umfangreiches Osama-Bin-Laden-Archiv ins Internet gestellt. Forscher freuen sich über völlig neue Erkenntnisse.

Osama Bin Laden
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Osama Bin Laden


Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat ein gigantisches Archiv aus dem Besitz des getöteten Qaida-Chefs Osama bin Laden veröffentlicht. Die Bürger erhielten so die Möglichkeit, "weitere Einblicke in die Planungen und Arbeitsweise dieser Terrororganisation zu gewinnen", erklärte CIA-Chef Mike Pompeo in Washington. Das nun im Internet frei zugängliche Archiv enthält 470.000 Dateien mit schriftlichen Dokumenten und Videos.

Beschlagnahmt worden waren die Materialien von dem US-Elitekommando, das Bin Laden im Mai 2011 in seinem Versteck in Pakistan überrascht und erschossen hatte. Nach Angaben von Forschern des Politikinstituts Foundation for Defense of Democracies (Stiftung für Verteidigung von Demokratien), die das Archiv vorab durchforsten konnten, ermöglicht dieses in der Tat neue Erkenntnisse.

Die Dokumente würden helfen, "einige der Leerstellen zu füllen, die wir noch hinsichtlich der Qaida-Führung haben", sagte der Experte Bill Roggio. Das Archiv enthält nach Angaben dieser Forscher beispielsweise Tagebücher Bin Ladens. Auch ein Video der Hochzeit von dessen Lieblingssohn Hamsa, die offenbar in Iran stattfand, sei zu sehen. Es handle sich um die ersten frei zugänglichen Bilder des Bin-Laden-Sohns, auf denen dieser als Erwachsener gezeigt werde.

Nutzer können auf der Seite der CIA Audio-, Bild- und Videodateien herunterladen. Insgesamt stellt der Geheimdienst fast 550 Gigabyte zur Verfügung.

bam/AFP

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insgesamt 7 Beiträge
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rgw_ch 02.11.2017
1. Lieblingssohn
Der Lieblingssohn von Bin Landen befindet sich möglicherweise im Iran, und das wird inklusive Foto von der CIA publiziert. Es würde mich nicht wundern, wenn wir in den nächsten Monaten von jeder Menge "Enthüllungen" über terroristische Aktivitäten aus dem Iran überschwemmt werden, um der nächsten, darum leider unbedingt notwendigen Aggression der westlichen Wertegemeinschaft zuzustimmen. Das Spannendste an der Bin Laden-Geschichte ist, wieso man ihn ermordet und dann ins Meer geworfen hat. Ebenso leicht wie den toten Osama hätte man wohl auch den Lebenden mitnehmen können. Er war bereits besiegt, und dieser schwächliche Mann hätte ja nicht wirklich eine Chance gegen die Elitetruppen gehabt. Stattdessen ermordete und entsorgte man ihn. Warum? Und wichtiger noch: Wieso wird diese Frage so selten gestellt?
floditt 02.11.2017
2. Antwort
Ihre Frage wird so selten gestellt, da sie bereits direkt nach Veröffentlichung der Ereignisse hinreichend beantwortet wurde...
lupenreinerdemokrat 02.11.2017
3.
Hier liest man deutlich interessantere Fakten zur Tötung bin Ladens und wie es sich wirklich zutrug: https://www.heise.de/tp/features/Die-Toetung-von-Bin-Laden-Alles-gelogen-3372139.html Seymour Hersh ist halt in der Tat ein investigativ tätiger Journalist.
stoffi 02.11.2017
4.
Zitat von rgw_chDer Lieblingssohn von Bin Landen befindet sich möglicherweise im Iran, und das wird inklusive Foto von der CIA publiziert. Es würde mich nicht wundern, wenn wir in den nächsten Monaten von jeder Menge "Enthüllungen" über terroristische Aktivitäten aus dem Iran überschwemmt werden, um der nächsten, darum leider unbedingt notwendigen Aggression der westlichen Wertegemeinschaft zuzustimmen. Das Spannendste an der Bin Laden-Geschichte ist, wieso man ihn ermordet und dann ins Meer geworfen hat. Ebenso leicht wie den toten Osama hätte man wohl auch den Lebenden mitnehmen können. Er war bereits besiegt, und dieser schwächliche Mann hätte ja nicht wirklich eine Chance gegen die Elitetruppen gehabt. Stattdessen ermordete und entsorgte man ihn. Warum? Und wichtiger noch: Wieso wird diese Frage so selten gestellt?
Als Gefangener wäre er ein Risiko gewesen, denn seine Anhänger hätten mit Sicherheit versucht ihn durch Terrorandrohungen frei zu pressen und somit hätte man viele menschen in Gefahr gebracht.
noch_ein_forenposter 02.11.2017
5. Sorry
Zitat von stoffiAls Gefangener wäre er ein Risiko gewesen, denn seine Anhänger hätten mit Sicherheit versucht ihn durch Terrorandrohungen frei zu pressen und somit hätte man viele menschen in Gefahr gebracht.
Aber mit dem Argument kann man so ziemlich jeden unnötigen Mord an Terroristen rechtfertigen. Und nein, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Nie.
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