29 Millionen Dollar für den Terror USA veröffentlichen Testament von Bin Laden

Qaida-Chef Osama Bin Laden wollte sein gesamtes Vermögen in den Dschihad investieren. Das geht aus seinem Testament hervor, das US-Geheimdienste nun veröffentlicht haben.

Undatierte Aufnahme von Osama Bin Laden
DPA

Undatierte Aufnahme von Osama Bin Laden


Rund fünf Jahre nach der Tötung von Osama Bin Laden haben die US-Geheimdienste ein handschriftliches Testament des Qaida-Chefs veröffentlicht. In dem auf Arabisch auf einem linierten Blatt Papier verfassten Testament legte Bin Laden demnach fest, dass von ihm im Sudan gebunkerte Gelder in Höhe von 29 Millionen Dollar für den Dschihad verwendet werden sollten.

"Ich hoffe (...), dass meinem Willen Folge geleistet wird und dass all das Geld, das ich im Sudan gelassen habe, für den Dschihad ausgegeben wird, um Allahs willen", appellierte der Qaida-Chef laut der englischen Übersetzung der US-Geheimdienste an seine Verwandten.

Bin Laden hielt sich Anfang der Neunzigerjahre fünf Jahre lang in der sudanesischen Hauptstadt Khartum auf. Die US-Geheimdienste machten keine Angaben dazu, was aus dem Geld in dem afrikanischen Land seither wurde.

Das unterschriebenen Dokument wurde nach Bin Ladens Tötung in seinem pakistanischen Versteck gefunden. Laut der "Washington Post" ist es nicht datiert. Es unterstreiche aber, dass Bin Laden angesichts der immer häufiger gewordenen CIA-Drohneneinsätze im Anti-Terror-Kampf zunehmend um seine Sicherheit besorgt gewesen sei.

Ortungschip im Zahn von Bin Ladens Frau befürchtet

So befürchtete er auch, dass ein iranischer Zahnarzt seiner Frau ein Ortungsgerät in einen Zahn eingepflanzt haben könnte, wie die "New York Times" berichtete. "Die Größe des Chips entspricht ungefähr der Länge eines Weizenkorns und der Breite einer feinen Vermicelli (Fadennudel)", heißt es demnach in einem Schreiben Bin Ladens, das zu den 113 nun veröffentlichten Dokumenten zählt.

Auch ein Brief an seinen Vater vom 8. August 2008 brachte seine Sorge zum Ausdruck. "Wenn ich getötet werde, bete viel für mich und gib fortlaufend Almosen in meinem Namen", schrieb Bin Laden. Seinen Vater bat er auch um Vergebung, ohne aber Reue zu zeigen: "Ich hätte gerne, dass du mir vergibst, sollte ich etwas getan haben, was dir nicht gefiel."

Bei dem Einsatz gegen Bin Laden im pakistanischen Abbottabad am 2. Mai 2011 hatte die US-Spezialeinheit Navy Seals Tausende Dokumente beschlagnahmt. Auf richterliche Anordnung wurden bereits im vergangenen Mai mehr als hundert der Schriftstücke freigegeben. Darin forderte Bin Laden unter anderem, die Attacken von Dschihadisten sollten sich auf den Erzfeind USA konzentrieren, statt sich in Konflikten mit Regierungen im Nahen Osten und der Golfregion zu verausgaben.

sun/AFP/dpa

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