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Medienbericht: Ex-US-Elitesoldat besaß angeblich Foto von Bin Ladens Leiche

Terrorplaner Bin Laden (Aufnahme von 1998): Foto von Leiche auf Festplatte? Zur Großansicht
AP

Terrorplaner Bin Laden (Aufnahme von 1998): Foto von Leiche auf Festplatte?

Ex-Navy-Seal Bissonnette war am Einsatz beteiligt, bei dem Bin Laden getötet wurde. Er schrieb ein Buch über die Aktion - zum Unmut des Pentagons. Jetzt stellt sich heraus: Der Soldat besaß offenbar ein Foto des toten Terrorchefs.

Für das Pentagon enthält das Buch "Kein einfacher Tag" über den US-Sondereinsatz gegen Terrorchef Osama Bin Laden geheime und sensible Informationen. Geschrieben hat es der frühere US-Elitesoldat Matt Bissonnette unter dem Pseudonym Mark Owen. Das ehemalige Mitglied der Spezialeinheit Navy Seals schildert darin Details des Geheimeinsatzes vom Mai 2011, bei dem der Chef des Terrornetzwerks al-Qaida im pakistanischen Abbottabad getötet wurde.

Jetzt wird bekannt, dass Bissonnette ein Foto von der Leiche des Qaida-Chefs aufgehoben hat. Das nicht autorisierte Bild hätten Ermittler entdeckt, als der Ex-Elitesoldat ihnen eine Festplatte übergeben hätte, berichtet das US-Onlineportal "The Intercept".

Dem Anwalt Robert Luskin zufolge, der Bissonnette vertritt, wurde schon einmal gegen seinen Mandaten ermittelt. Diese Ermittlungen seien aber im August 2015 beendet worden, sagte er "The Intercept". 2014 habe es einen Deal gegeben, wonach Bissonnette die US-Regierung an den Millionengewinnen aus seinem Buch beteiligt, sagte Luskin. Der Ex-Soldat hatte bestritten, als geheim eingestufte Informationen weitergegeben zu haben.

Zu dem Foto machte der Jurist laut der Webseite keine Angaben - auch nicht darüber, ob es eine weitere Ermittlungen gebe. Die US-Regierung hat bisher keine Aufnahme von der Leiche Bin Ladens veröffentlicht. Der Terrorchef wurde nach Angaben Washingtons seebestattet.

Ein anderer Soldat, der Bin Laden mit einem Kopfschuss getötet haben will, hat ebenfalls ein Buch über die Ereignisse geschrieben - auch Robert O'Neill war Angehöriger der Navy Seals. Seinen Aussagen zufolge gaben außer ihm mindestens zwei weitere Seals-Soldaten Schüsse ab.

Gegen Bissonnette und O'Neill gab es auf islamistischen Websites Mordaufrufe. Der Chef des Führungskommandos Naval Special Warfare Command, Sean Pybus, hatte damals die Mitglieder der Navy Seals in einem Brief vor den Gefahren gewarnt, die durch Veröffentlichungen und Äußerungen der Soldaten entstehen könnten. "Für eine Elitetruppe, die ihr ganzes Leben lang bescheiden und diszipliniert sein sollte, geben wir gewiss kein angemessenes Bild ab", schrieb er. "Das Verhökern von Informationen über Einsätze" oder Trainingsmethoden bringe die Soldaten und ihre Familien in Gefahr, warnte Pybus. Die Navy Seals müssten sich darüber Gedanken machen, wie sie aktive und ehemalige Mitglieder dazu bringen könnten, nicht unangemessenen finanziellen oder politischen Profit aus ihrer Tätigkeit zu schlagen oder Berühmtheit zu suchen.

Die Wahrung der Anonymität sei "eine lebenslange Verpflichtung" der Navy Seals, hieß es weiter. Das Militär dulde keine Missachtung dieser Grundwerte "aufgrund des Strebens nach Bekanntheit oder aus finanziellen Interessen".

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Tod in Abbottabad: Einsatz gegen Osama Bin Laden

heb/AFP

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