EU-Reform Briten warnen Europa vor wirtschaftlichem Abstieg

Londons Finanzminister George Osborne verlangt von der EU tiefgreifende Reformen, nur dann werde Großbritannien Mitglied bleiben. Er wettert gegen hohe Sozialausgaben, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit - und warnt vor den Konkurrenten China und Indien.

Schatzkanzler Osborne (Archivbild): "Reformen oder Abstieg"
REUTERS

Schatzkanzler Osborne (Archivbild): "Reformen oder Abstieg"


London - Der britische Schatzkanzler George Osborne hat von der Europäischen Union Reformen gefordert, wenn sie Großbritannien als Mitglied behalten wolle. "Europa steht vor der einfachen Wahl: Reformen oder Abstieg", sagte der Schatzkanzler. Ohne Einschnitte würde die EU weiter gegenüber Konkurrenten wie China oder Indien zurückfallen.

Osborne sprach bei einer Konferenz zur EU-Reform, die die Tory-Reformertruppe Fresh Start und die Denkfabrik Open Europe abhalten. Osborne gilt als enger Vertrauter des britischen Premiers David Cameron.

Der Schatzkanzler kritisierte, die EU-Verträge seien nicht zweckmäßig, da sie nicht berücksichtigten, dass manche Länder eine tiefere Integration wollten als andere. Großbritannien wolle nicht vor der Wahl stehen, entweder dem Euro beizutreten oder die EU zu verlassen.

Osborne kritisierte vor allem die seiner Ansicht nach mangelnde Wettbewerbsfähigkeit Europas und dessen hohe Sozialausgaben. Europa stelle nur sieben Prozent der Weltbevölkerung, aber 50 Prozent der weltweiten Wohlfahrtsausgaben. "Das größte ökonomische Risiko, dem sich Europa gegenübersieht, kommt nicht von denjenigen, die Reformen und neue Verhandlungen fordern", sagte er laut einem Redemanuskript, "sondern vom Mangel an Reformen und neuen Verhandlungen."

Europa habe nach der Finanz- und Schuldenkrise weiter an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. "So geht es nicht weiter", sagte Osborne in Anlehnung an einen Wahlslogan seiner Tory-Partei.

Die britische Regierung will den Zugang zu Sozialleistungen für EU-Bürger im europäischen Ausland weiter beschneiden. Im Blick haben die Konservativen in Großbritannien - ähnlich wie hierzulande die CSU - vor allem Einwanderer aus osteuropäischen Ländern, die angeblich wegen großzügiger Kindergeldzahlungen und kostenloser Gesundheitssysteme gen Westen ziehen.

fab

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 279 Beiträge
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Ausfriedenau 15.01.2014
1. Laßt endlich die Briten ziehen.
Solange die Briten in der EU sind, sorgen sie für Instabilität auf dem Kontinent, auch im Sinne der USA. Außerdem sind sie Hauptakteur im Abhörskandal und leben vom kriminellen, weltweiten Banken- und Finanzsystem, das Steuerflucht, Heuschreckensysteme und Staatsbankrotte in den Mittelpunkt der Aktivitäten stellt. Ein produktives Wirtschaftssystem haben die nur noch in begrenztem Maße und legen offensichtlich gar keinen Wert mehr darauf.
taglöhner 15.01.2014
2.
Wenn die City ihren Beitrag dazu leistet, dass solche Finanzkrisen in Zukunft von ihr nicht mehr ausgelöst werden können und die Brüder im Geiste jenseits des Atlantik mitzieht, muss Europa niemanden fürchten auf der Welt.
kahabe 15.01.2014
3. Nun,
wenn die Tommies den wirtschaftlichen Abstieg der EU nicht mitmachen wollen, bleibt es ihnen unbenommen, der EU den Rücken zu kehren. Fragt sich nur, wie lange es dauert, bis sie mindestens in der dritten Welt angekommen sind. Ohne Schottland, das aus reinem Selbsterhaltungstrieb nicht mitmachen wird, oder?
fastfufzig 15.01.2014
4. warum so
eilig. Eine Entscheidung über den verbleib in der EU sollten die Briten erst nach der Entscheidung der Schotten über den Verbleib im vereinten Königreich treffen you know.
agua 15.01.2014
5.
Der eigentliche Fehler der EU war und ist, dass es nach der Aufnahme neuer, wirtschaftlich schwächerer Länder, nicht darum geht diese Länder zu stärken.Aus diesem Ungleichgewicht, welches durch den EU beitritt verschärft wird, resultieren die Probleme, die derzeit in den Vordergrund gestellt werden.An einer Fehlkonstruktion werden Bevölkerungsgruppen beschuldigt.Der Esel wird von hinten aufgezäumt!
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