Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Oslo: Friedensnobelpreis für Al Gore und den Uno-Klimarat

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore und den Uno-Klimarat. Gore wurde für seinen Einsatz gegen eine drohende Klimakatastrophe ausgezeichnet.

Oslo - Höchste Auszeichnung für Al Gore und den Uno-Klimarat: In Oslo wurde dem ehemaligen US-Vizepräsidenten und der Organisation IPCC der Friedensnobelpreis zugesprochen. Der Chef des Nobelkomitees, Ole Danbolt Mjøs, sagte bei der Bekanntgabe: "Gore und der IPCC haben schon sehr früh die Gefahren der globalen Klimaänderung erkannt. Wir möchten mit unseren Entscheidung die Aufmerksamkeit für dieses Thema weiter erhöhen."

Mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet: Al Gore
Getty Images

Mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet: Al Gore

Gore sei bereits seit langer Zeit "einer der weltweit führenden Umweltpolitiker". "Sein starker Einsatz, gezeigt durch seine politische Aktivität, Lesungen, Filme und Bücher hat den Kampf gegen den Klimawandel gestärkt", erklärte das Nobelpreiskomitee.

Der 59-jährige Gore, unter Bill Clinton Vize-Präsident und im Jahr 2000 im Rennen um die US-Präsidentschaft gescheitert, trug mit seinem Film "Eine unbequeme Wahrheit" zur Sensibilisierung für die Folgen des Klimawandels bei. Sein Name wurde in den vergangenen Wochen immer wieder genannt, wenn es um Spekulationen über den diesjährigen Preisträger ging.

Der ebenfalls ausgezeichnete Klimarat wurde 1998 gegründet. Das Gremium soll wissenschaftliche Daten zum Klimawandelwertet sammeln, auswerten und verständlich darstellen. Der Rat mit Sitz in Genf forscht nicht selbst, sondern fasst seriöse wissenschaftliche Studien zusammen. Er hat vor diesem Jahr bereits drei umfassende Berichte zum Klimawandel veröffentlicht.

Der indische IPCC-Chef Rajendra Pauchari sagte im norwegischen Fernsehen: "Ich bin völlig überwältigt. Dieser Preis geht an die internationale Uno-Gemeinschaft und alle Staaten, die uns unterstützen." Er habe vor der Osloer Entscheidung gesagt, dass Gore den Preis wie kein anderer verdient habe.

Zu den Top-Favoriten für den Friedensnobelpreis gehörten auch der frühere finnische Präsident Martti Ahtisaari und die Europäische Union. Ahtisaari war wegen seiner jahrzehntelangen Arbeit als internationaler Friedensmakler nominiert. Die EU zählte laut einem Bericht des norwegischen TV-Senders NRK als "friedensbewahrende Union über 50 Jahre" zu den Hauptaspiranten.

Auch der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl war unter den 181 offiziell vorgeschlagenen Kandidaten. Er wurde wegen seiner Verdienste um die friedliche Beendigung des Ost-West-Konfliktes und die deutsche Vereinigung nominiert. Letzter deutscher Preisträger war 1971 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt.

Zu den Nominierten gehören nach Angaben aus dem Nobel-Institut offiziell auch 46 Organisationen. Das Nobel-Komitee hatte im vergangen Jahr bei der Vergabe des berühmtesten Preises der Welt erklärt, dass es den Friedensbegriff grundsätzlich weiter fasse als früher.

Im vergangenen Jahr ging die mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierte Auszeichnung an den Bankier Mohammed Yunus aus Bangladesch. Er erhielt den Preis für seine Mikrokredite an arme Menschen, die vom Nobelkomitee als erfolgreiche Vorbeugung sozialer Konflikte gewürdigt wurden. Alle Nobelpreise werden traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1906) überreicht.

hen/dpa/AFP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: