Krieg in Syrien Mehr als 1000 Tote in Ost-Ghuta innerhalb von drei Wochen

Bei der Offensive der syrischen Regierung in Ost-Ghuta sind nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen über 1000 Menschen getötet worden. Zehntausende Syrer sind inzwischen geflohen.

Ost-Ghuta am 27. Februar 2018
DPA

Ost-Ghuta am 27. Februar 2018


Mindestens 1005 Menschen sind laut Ärzte ohne Grenzen seit Mitte Februar in Ost-Ghuta in Syrien ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten liegt nach Angaben der Hilfsorganisation bei 4829 Männern, Frauen und Kindern. Die Zahlen wurden aus 20 Gesundheitseinrichtungen in dem Gebiet gemeldet, teilte die Organisation mit.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von 931 Toten in den vergangenen 19 Tagen. Die Organisation mit Sitz in London bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort; für Medien sind sie kaum zu überprüfen, in der Vergangenheit haben sich die Angaben aber als verlässlich erwiesen.

"Die gewaltigen Zahlen von Toten und Verletzten sprechen Bände. Aber noch erschütternder sind die Berichte der Ärzte aus Ost-Ghuta", sagte Meinie Nicolai, Geschäftsführerin von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel. Die Ärzte und Pfleger vor Ort erreichten die Grenzen dessen, was eine Person ertragen könne.

Aus der Region östlich von Damaskus sind inzwischen Zehntausende Syrer geflohen: Eine UN-Sprecherin erklärte, die Städte Mesraba, Hammurijeh und Mudreia, wo im Dezember insgesamt noch 50.000 Menschen gelebt hätten, seien inzwischen verlassen. Die syrische Armee von Machthaber Baschar al-Assad steht nach eigenen Angaben vor einem Erfolg in Ost-Ghuta.

Während die Eingeschlossenen in Ost-Ghuta auf humanitäre Hilfe hoffen, bejubelt ein anderer Teil der eigenen Landsleute das Vorrücken der Armee.

höh/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.