Syrisches Rebellengebiet Erste Zivilisten verlassen Ost-Ghuta

Hunderttausende Menschen sind in der syrischen Rebellenhochburg Ost-Ghuta eingeschlossen. Jetzt werden einzelne Gruppen in Sicherheit gebracht. TV-Bilder zeigen vor allem Alte, Kranke und Kinder.

Russische Soldaten nahe Damaskus
AFP

Russische Soldaten nahe Damaskus


In der umkämpften syrischen Rebellenhochburg Ost-Ghuta hat der Transport von Familien über einen Korridor begonnen. Medienberichten zufolge konnten die ersten Gruppen das Gebiet bereits verlassen. Das melden unter anderem die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana und das syrische Staatsfernsehen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, "medizinische Fälle" würden aus Ost-Ghuta hinausgebracht. Die Angaben der Beobachtungsstelle sind schwer zu verifizieren, haben sich in der Vergangenheit aber meist als verlässlich herausgestellt.

Bilder des regierungstreuen Senders Al-Ikhbaria zeigten Alte, Frauen, Kinder und Verletzte, die Ost-Ghuta nach Angaben des Kanals verließen. Unklar war zunächst, wie viele Menschen in andere Gebiete gebracht werden. Rund 400.000 Menschen sind in Ost-Ghuta aber immer noch eingeschlossen. Wegen der Kämpfe und Blockaden ist die humanitäre Lage katastrophal.

Ost-Ghuta erlebt seit Beginn der Regierungsoffensive die heftigsten Angriffe seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs vor knapp sieben Jahren. Menschenrechtlern zufolge kamen dabei fast 1200 Zivilisten ums Leben. In den vergangenen Tagen hatten nur vereinzelt Menschen das Gebiet verlassen.

Die Vereinten Nationen hatten zuletzt verlangt, dass rund 1000 kranke und verletzte Zivilisten aus der bei Damaskus gelegenen Region in Sicherheit gebracht werden sollen. Laut Angaben von Unicef haben durch den Bürgerkrieg schon mehr als 1,5 Millionen Menschen bleibende seelische oder körperliche Schäden erlitten. Auch Kinder sind immer wieder stark betroffen.

vks/Reuters/dpa

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