Ostjerusalem Israel plant 1300 neue Wohnungen

Rückschlag für die Friedensbemühungen im Nahen Osten: Israels Innenministerium hat den Bau von über 1300 neuen Wohnungen im arabischen Ostteil Jerusalems genehmigt.


Jerusalem/Washington - Israels Innenministerium hat die Planungsunterlagen für über 1300 neue Wohnungen in Ostjerusalem ausgelegt. Damit haben Bürger die Möglichkeit, ihre Einwände gegen das Vorhaben in zwei Wohnvierteln vorzubringen. Bis zum Baubeginn könnten aber noch Monate oder Jahre vergehen, sagte eine Sprecherin.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung könnte eine erneute Blamage für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sein, der gerade in den USA versucht, die ins Stocken geratenen Friedensgespräche mit den Palästinensern zu retten.

Hauptstreitpunkt ist der Siedlungsbau Israels in den seit 1967 besetzten Gebieten. Die Regierung sieht Ostjerusalem als Teil der israelischen Hauptstadt an, während die Palästinenser die Gebiete für sich beanspruchen. Nach ihren Vorstellungen soll Ostjerusalem Hauptstadt eines palästinensischen Staates werden, der das Westjordanland und den Gaza-Streifen umfasst.

Netanjahu wurde bereits im März von einer Ankündigung des Innenministeriums bloßgestellt, 1600 Wohnungen für israelische Siedler im Westjordanland zu bauen. Zu diesem Zeitpunkt besuchte gerade US-Vizepräsident Joe Biden das Land. Die Bekanntgabe belastete das Verhältnis der beiden Verbündeten.

als/AFP/dpa



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Parzival v. d. Dräuen 08.11.2010
1. .
Zitat von sysopRückschlag für die Friedensbemühungen im Nahen Osten: Israels Innenministerium hat den Bau von über 1300 neuen Wohnungen im arabischen Ostteil Jerusalems genehmigt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,727995,00.html
Kann man sich daran finanziell beteiligen? Mit int. Geldern wären auch int. Interessen am neuen Wohnraum vorhanden. Die Friedensbemühungen waren bisher nur von Rückschlägen gekennzeichnet. Da erscheint es sinnvoll, in den Ausbau von Immobilien und Infrastruktur zu investieren. Wer die Wohnungen bezieht, ist dann nebensächlich und es werden Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahl von 1.300 Wohnungen ist nur ein Anfang. Das entspricht gerade mal über den Daumen gepeilt, einhundert Mietshäusern.
Emil Peisker 08.11.2010
2. Er tut nur überrascht...
Zitat von sysopRückschlag für die Friedensbemühungen im Nahen Osten: Israels Innenministerium hat den Bau von über 1300 neuen Wohnungen im arabischen Ostteil Jerusalems genehmigt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,727995,00.html
Netanjahu wurde bereits im März von einer Ankündigung des Innenministeriums bloßgestellt, 1600 Wohnungen für israelische Siedler im Westjordanland zu bauen. Zu diesem Zeitpunkt besuchte gerade US-Vizepräsident Joe Biden das Land. Die Bekanntgabe belastete das Verhältnis der beiden Verbündeten. Netanjahu wurde nicht bloßgestellt, er ist Herr des Verfahrens. Er tut nur überrascht, lohnt sich doch langfristig die Amerikaner über das wahre Ausmaß der Einhelligkeit zu täuschen.
Devrimhan 08.11.2010
3. Überraschung
Welch große Überraschung. Israel baut und Nethanjahu ist überrascht. Selten so gelacht. Und die deutsche Presse macht auf: Damit konnte man nicht rechnen.
Bernd Dahlenburg 08.11.2010
4. Unteilbares Jerusalem!
Zitat von Emil PeiskerNetanjahu wurde bereits im März von einer Ankündigung des Innenministeriums bloßgestellt, 1600 Wohnungen für israelische Siedler im Westjordanland zu bauen. Zu diesem Zeitpunkt besuchte gerade US-Vizepräsident Joe Biden das Land. Die Bekanntgabe belastete das Verhältnis der beiden Verbündeten. Netanjahu wurde nicht bloßgestellt, er ist Herr des Verfahrens. Er tut nur überrascht, lohnt sich doch langfristig die Amerikaner über das wahre Ausmaß der Einhelligkeit zu täuschen.
Herr Peisker, Sie wissen ebenso gut wie ich, dass Obama vor seinem Amtsantritt Folgendes gesagt hat: *"Jerusalem wird die Hauptstadt Israels bleiben, und sie darf nicht geteilt werden."* (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,567094,00.html) Dass er nun genau das Gegenteil von dem macht, was er gesagt hat, überrascht mich allerdings bei ihm auch nicht. Darf Israel also nun in *seiner* Hauptstadt bauen wie es will oder nicht? Weil Sie's sind, Herr Peisker, noch ein Schmankerl zu illegalem Häuserbau (http://backsp.wordpress.com/2010/10/14/wieder-mal-im-rathaus%e2%80%a6/) obendrein.
Baracke Osama, 08.11.2010
5. --
Zitat von Bernd DahlenburgHerr Peisker, Sie wissen ebenso gut wie ich, dass Obama vor seinem Amtsantritt Folgendes gesagt hat: *"Jerusalem wird die Hauptstadt Israels bleiben, und sie darf nicht geteilt werden."* (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,567094,00.html) Dass er nun genau das Gegenteil von dem macht, was er gesagt hat, überrascht mich allerdings bei ihm auch nicht. Darf Israel also nun in *seiner* Hauptstadt bauen wie es will oder nicht? Weil Sie's sind, Herr Peisker, noch ein Schmankerl zu illegalem Häuserbau (http://backsp.wordpress.com/2010/10/14/wieder-mal-im-rathaus%e2%80%a6/) obendrein.
Dr. Norman Finkelstein: Defeating the Palestinian Peace Offenssive: http://www.youtube.com/watch?v=-btnux3R3jM Impossible to defend Israel: http://www.youtube.com/watch?v=QLlBnzMZOtU Goldstone. Aipac. Israel. Jerusalem. Gaza. http://www.youtube.com/watch?v=6uAn6qy6Dn8 Noam Chomsky - Solutions to the Arab-Israeli Conflict: http://www.youtube.com/watch?v=OicLAjWnLh4 Blöd nur, dass diese Herren ein Einreise- und Redeverbot in Israel haben. Wobei ich dachte Israel sollte für JEDEN JUDEN eine 2te Heimat werden. Anscheinend nicht für die Kritiker.
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