Ostukraine Kiew berichtet von intensiven Truppenbewegungen

Die vom Westen nicht anerkannten Wahlen in der Ostukraine laufen. Das Militär in Kiew berichtet, dass sich Streitkräfte aus Russland im Osten der Ukraine sammeln. Die Regierung leitete ein Ermittlungsverfahren wegen illegaler "Machtübernahme" ein.

Militärfahrzeug in Donezk: Am Sonntag wird in den abtrünnigen Gebieten der Ostukraine gewählt
AFP

Militärfahrzeug in Donezk: Am Sonntag wird in den abtrünnigen Gebieten der Ostukraine gewählt


Kiew - Die ukrainische Armee meldet intensive Truppenbewegungen aus Russland über die Grenze in die von Separatisten kontrollierten ostukrainischen Regionen. Militärausrüstung und Mannschaften "des Feindes" würden über die russisch-ukrainische Grenze in das Separatistengebiet verlegt, sagte Armeesprecher Andrej Lyssenko am Sonntag bei einer Pressekonferenz.

Er antwortete damit auf eine Frage nach Videoaufnahmen, die in ukrainischen Medien zu sehen waren. Diese zeigten Dutzende ungekennzeichnete Militärtransporter. Die Rede war von einer "russischen Kolonne auf dem Weg nach Donezk". Zwei ausländische Journalisten hatten zudem per Twitter über militärische Konvois in der Ostukraine berichtet.

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Nachdem die umstrittenen Wahlen in den abtrünnigen Gebieten der Ostukraine begonnen haben, hat die Regierung in Kiew ein Ermittlungsverfahren wegen illegaler "Machtübernahme" eingeleitet. Ermittelt werde zudem wegen eines "Verstoßes gegen die verfassungsmäßige Ordnung" durch "Terroristen" in Donezk und Lugansk, teilte der ukrainische Geheimdienst SBU am Sonntag mit. Darauf stehen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Russland erkennt die Wahlen an, der Westen nicht

Zuvor hatte Präsident Petro Poroschenko die Doppel-Abstimmung in den von prorussischen Separatisten ausgerufenen "Volksrepubliken" als "Pseudo-Wahlen" kritisiert, "die von Terroristen und Banditen auf besetztem Gebiet" organisiert worden seien.

Die ukrainische Zentralregierung und der Westen erkennen den Urnengang nicht an, weil Russland damit aus ihrer Sicht den Friedensprozess im Nachbarland untergräbt, der am 5. September mit der Ausrufung einer Waffenruhe begann.

Kiew, die EU und die USA werfen Russland vor, die Separatisten seit Monaten militärisch zu unterstützen. Moskau weist dies zurück und will die Wahlen trotz internationaler Kritik anerkennen.

Internationale Wahlbeobachter sind bei der Abstimmung nicht zugegen, auch eine Mindestbeteiligung wurde von den Organisatoren nicht festgelegt. Das Ergebnis gilt ohnehin bereits als ausgemacht: Es bestehen kaum Zweifel, dass die bislang ungewählten Rebellenführer - Alexander Sachartschenko in Donezk und Igor Plotnizki in Lugansk - auf ihren Posten bestätigt werden.

wbr/AFP/dpa

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