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Gefechte in der Ostukraine: Kreml hält Friedensplan für gescheitert

Verteidigungsministerium Ukraine

In der Ostukraine hat die Armee eine Offensive gegen die prorussischen Separatisten gestartet, es kam zu Gefechten mit Verletzten und Toten. Moskau wirft Kiew vor, dass es für das Friedensabkommen von Genf nun keine Hoffnung mehr gebe.

Moskau - Der Kreml hat der ukrainischen Regierung vorgeworfen, mit dem Einsatz gegen moskautreue Aktivisten die "letzte Hoffnung" auf die Umsetzung des Genfer Friedensabkommens zu zerstören. Die Führung in Kiew habe in den Kampfmodus geschaltet und greife friedliche Siedlungen an, sagte Dmitrij Peskow, der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, nach Angaben russischer Agenturen. Er sprach von einer "Strafaktion" der Regierungstruppen, für die die Regierung zur Verantwortung gezogen werde.

Putin habe gewarnt, eine solche Operation sei ein Verbrechen. "Leider bestärkt die Entwicklung seine Einschätzung völlig", sagte Peskow. Der Präsident habe am Vorabend den früheren Menschenrechtsbeauftragten Wladimir Lukin als Sonderbeauftragten in die Region geschickt. Seit Beginn der ukrainischen Offensive sei der Kontakt zu Lukin aber abgebrochen.

Das Genfer Abkommen wurde Mitte April zwischen Russland, der Ukraine, der EU und den USA geschlossen, um den Konflikt zu entschärfen. Der Friedensplan sieht unter anderem die Entwaffnung militanter Gruppen und die Räumung besetzter Gebäude vor. Zuletzt hatte der Westen Russland beschuldigt, sich einer Umsetzung der Vereinbarungen zu verweigern und die Krise in der Ukraine anzufachen.

Separatisten schießen zwei Hubschrauber ab - zwei Tote

Am Freitagmorgen starteten ukrainische Regierungstruppen einen Angriff auf die prorussischen Milizen bei den Städten Slowjansk und Kramatorsk im Osten des Landes. Laut Innenminister Arsen Awakow waren Einheiten von Armee, Nationalgarde und Innenministerium beteiligt, sie hätten mehrere Kontrollpunkte der Separatisten unter ihre Kontrolle gebracht.

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Gefechte in der Ostukraine: Kampf um Slowjansk
Die moskautreuen Aktivisten setzten Granatwerfer und Panzerabwehrgeschütze gegen Armeehubschrauber ein. Zwei Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 seien abgestürzt. Die beiden Piloten seien gestorben und mehrere Besatzungsmitglieder seien verletzt worden, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Kiew.

Gefangene Militärbeobachter offenbar von Gefechten nicht betroffen

Slowjansk wird seit mehr als zwei Wochen von der "Volksmiliz" kontrolliert. Der selbsternannte Bürgermeister Wjatscheslaw Ponomarjow und seine Kämpfer halten dort mehrere Militärbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) fest, darunter vier Deutsche.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin teilte mit, es habe am Freitag eine Kontaktaufnahme zu den Gefangenen gegeben. Weitere Einzelheiten gab er nicht bekannt.

Das dänische Militär versicherte, dass es den Festgehaltenen den Umständen entsprechend gut gehe. "Nach unseren Informationen sind der dänische und die anderen Beobachter in Sicherheit. Sie werden zwar weiterhin festgehalten, aber in Bezug auf das, was im Moment in Slowjansk vor sich geht, sind sie in Sicherheit", sagte Henrik Mortensen vom Verteidigungskommando der Nachrichtenagentur Ritzau.

Im nahen Donezk brachten prorussische Separatisten am Freitagmittag das Bahnzehntrum unter ihre Kontrolle, teilte ein Sprecher der Eisenbahn mit. Der Zugverkehr sei faktisch zum Erliegen gekommen. In Luhansk räumten sie hingegen die Gebäude der Staatsanwaltschaft und eines Fernsehsenders wieder.

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Ukraine: In diesen Orten haben prorussische Milizen staatliche Gebäude unter ihre Kontrolle gebracht (Stand: 2. Mai 2014).

fab/dpa/Reuters

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1.
bauklotzstauner 02.05.2014
Zitat von sysopREUTERSIn der Ostukraine hat die Armee eine Offensive gegen die prorussischen Separatisten gestartet, es kam zu Gefechten mit Verletzten und Toten. Moskau wirft Kiew vor, dass es für das Friedensabkommen von Genf nun keine Hoffnung mehr gebe. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ostukraine-putin-haelt-friedensplan-von-genf-fuer-gescheitert-a-967210.html
Wie oft sollen wir die Lüge von den "OSZE-Beobachtern" den nun noch ertragen? Und dann wundert Ihr euch über die "Unmengen an Putin-Verstehern"?
2. Der gewählte Präsident der Ukraine, Janukowitsch
hastdunichtgesehen 02.05.2014
darf auch die Armee befehligen. Warum tut er das nicht? Er sollte dem Morden Einhalt gebieten. Dazu ist er berechtigt.
3. Ausgerechnet Putin
Elvenpath 02.05.2014
Putin soll gefälligst seinen verlogenen Mund halten! Seine imperialistische Aggressionspolitik alleine ist für die Toten verantwortlich. Putin ist nicht an Frieden interessiert, sondern nur an an der Vergrößerung seines Reiches. Er stachelt die Russen in der Ostukraine auf. Man muss nur mal das staatlich gleich geschaltete russisches Fernsehen schauen. Wer meint, unsere Medien seien einseitig, würde da ziemlich blass werden. Die russische Medien schreien nichts anderes als: Faschisten, Faschisten, Faschisten.
4. es gab nie Hoffnung für das Friedensabkommen
MtSchiara 02.05.2014
Zitat von sysopREUTERSIn der Ostukraine hat die Armee eine Offensive gegen die prorussischen Separatisten gestartet, es kam zu Gefechten mit Verletzten und Toten. Moskau wirft Kiew vor, dass es für das Friedensabkommen von Genf nun keine Hoffnung mehr gebe. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ostukraine-putin-haelt-friedensplan-von-genf-fuer-gescheitert-a-967210.html
Es gab nie Hoffnung für das Genfer Friedensabkommen. Seit der Besetzung der Krim ist in Moskau auch die Annektion der Ostukraine beschlossene Sache, denn die Krim ist ohne die Ostukraine wirtschaftlich nicht überlebensfähig. Und wie soll ein Friedensabkommen eine Chance haben, wenn Moskau seine Soldaten einfach ohne Hoheitsabzeichen in der Ukraine weiterkämpfen läßt. Moskau ist ein Meister der Zynismus und des Sarkasmus.
5. jetzt gehts los!
daniellamar 02.05.2014
ich kann durchaus verstehen, dass die Ukraine ihr Gebiet verteidigen will, was allerdings soll Sie schon gegen Russland ausrichten können? So sehr mir das Auftreten Putins auch missfällt, so sehr hoffe ich, dass die Ukraine schnell einen Rückzieher macht, bzw. sich andere Staaten nicht militärisch einmischen. Putin ist ein sehr gefährlicher Mann, er wird sehr wahrscheinlich keinen Schritt zurückgehen. Ich glaube wir sind so nahe am dritten Weltkrieg wie schon lange nicht mehr. Hoffentlich macht jetzt niemand einen dummen fehler, vor allem die Amis. Putin ist zu allem fähig!
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