Vereinte Nationen Sicherheitsrat fordert Abzug schwerer Waffen aus Ostukraine

Die Uno zeigt sich "tief besorgt" angesichts der kritischen Sicherheitslage im Osten der Ukraine und moniert die Verstöße gegen die Waffenruhe. Russland gehört zu den Unterzeichnern der Erklärung.

Panzer der Regierungstruppen in der Ostukraine (Archiv)
AP

Panzer der Regierungstruppen in der Ostukraine (Archiv)


Zum ersten Mal seit Januar 2017 haben sich die Vereinten Nationen öffentlich über den Konflikt in der Ukraine geäußert. Der Sicherheitsrat verurteilte in einer von Frankreich und Deutschland verfassten Erklärung einstimmig die anhaltenden Verstöße gegen die Waffenruhe im Osten des Landes und forderte den Abzug schwerer Waffen.

Man sei "tief besorgt über die jüngste Verschlechterung der Sicherheitslage in der Ostukraine und die schweren Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung".

Im Video: Zwischen der Fronten - Kriegskinder in der Ukraine

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Russlands Uno-Botschafter Wassili Nebensja, dessen Land im Juni den Vorsitz im Sicherheitsrat innehat, bezeichnete die Erklärung als "sehr konstruktiv". Sie bestätige die "Gültigkeit und einzige Gültigkeit der Minsker Vereinbarung".

In der Ostukraine stehen sich seit Anfang 2014 ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten gegenüber. In dem Konflikt sind seit 2014 nach Angaben der Uno mehr als 10.000 Menschen getötet worden.

Die im sogenannten Minsker Friedensvertrag von 2015 unter Vermittlung Deutschlands und Frankreichs vereinbarte Waffenruhe wird immer wieder gebrochen. Für zusätzliche Spannungen sorgt bis heute die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim.

Video: Gefangen von Separatisten - Die Qualen eines ukrainischen Soldaten

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mes/AFP

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jens.kramer 07.06.2018
1. Die ukrainische Führung
Die ukrainische Führung hat kein Interesse an Minsk, denn dann müsste sie Wahlen im Donbass zulassen und das Ergebnis wäre wohl nicht im Sinne der rechten Milizen.
Sonia 07.06.2018
2. Wie würden Wahlen im Donezk ausgehen?
Amnesty = Ukraine das korrupteste europäische Land. Die Regierung der Ukraine soll Interesse an einem Waffenstillstand im Donezk-Gebiet haben? Glaube ich nicht. Der Stastsbankrott wäre doch schon lange eingetreten, wenn nicht Millionen Euro aus der EU in dieses System gepumpt würden u. aus den USA. Freie Wahlen im Donezk würde nicht stabilisierend für die Regierung sein. Die Annexion ( oder doch Sezession?) der Krim ist belastend, für wen? Für die Bewohner der Krim verbesserten sich erheblich die Lebensbedingungen. So belastend wie wie Annexion Ost-Jerusalems, die Besetzung des West-Jordanlandes, Tibets, Nord-Zyperns?
tothink 07.06.2018
3. Ukrainischer Regierung glaubt je Keiner mehr!!!
Leider sterben die Menschen weiterhin in der Ukraine, die Führung in der Ukraine braucht diesen Konflikt um die Hilfsgelder von dem Westen zu bekommen. Allein ist das Land nicht überlebungsfähig. Das Minsker Abkommen wird vom Poroschenko völlig ignoriert und mittlerweile stehen alle schwere Waffen bereit zur Befreiung vom Donbas von den Nicht-Einverstandenen!! Super - Demokratie mit rechtem Lauf.
mostly_harmless 07.06.2018
4.
Zitat von jens.kramerDie ukrainische Führung hat kein Interesse an Minsk, denn dann müsste sie Wahlen im Donbass zulassen und das Ergebnis wäre wohl nicht im Sinne der rechten Milizen.
Die unvermeidliche russische Desinformation, wie immer wenn es um die Ukraine geht. Nicht die demokratisch gewählte ukrainische Regierung verhindert Wahlen im Donbass, sondern die russischen Söldner. Und nicht die Ukraine hat eine Interesse an einem fortgesetzten Krieg im Donbass, sondern Russland. Und - nur ganz nebenbei - nicht in der Ukraine erhalten Faschisten über 10% der Stimmen bei Wahlen, sondern in Russland.
mostly_harmless 07.06.2018
5.
Das Land, das DIREKT verantwortlich für den Krieg in der Ost-Ukraine ist, und aus deren Beständen die meisten schweren Waffen in der Ost-Ukraine stammen, stimmt für deren Abzug? Putin kann den Abzug dieser Waffen ANORDNEN. Woran man - mal wieder - sieht, dass Russland sich unter Putin in einen Schurkenstaat verwandelt hat
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