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Ostukraine: Tschechiens Präsident droht Russland mit Nato-Einsatz

Tschechischer Präsident Zeman: Warnung an Moskau Zur Großansicht
AP/dpa

Tschechischer Präsident Zeman: Warnung an Moskau

Nach prorussischen Protesten in der Ostukraine warnt Tschechiens Präsident Zeman Moskau vor einer weiteren Expansion. Er sprach von einer "roten Linie". Bei einem Einmarsch müsse die Nato Soldaten in die Ukraine schicken.

Prag - Der tschechische Präsident Milos Zeman hat einen möglichen russischen Einmarsch in den Osten der Ukraine als rote Linie im Konflikt mit Moskau bezeichnet. "In einem solchen Fall würde ich nicht nur für die schärfstmöglichen Sanktionen plädieren, sondern sogar für eine militärische Bereitschaft des Nordatlantik-Pakts und den Einsatz von Nato-Soldaten auf ukrainischem Gebiet", sagte Zeman am Sonntagabend im tschechischen Rundfunk.

Mit der Angliederung der Krim an Russland werde sich der Westen indes langfristig abfinden müssen, räumte der Linkspolitiker ein.

Hintergrund für Zemans Äußerungen sind die Demonstrationen im russischsprachigen Osten der Ukraine, bei denen es am Sonntag zu massiven Ausschreitungen kam. Russlandtreue Aktivisten besetzten die Gebietsverwaltungen der Millionenstädte Charkiw und Donezk. Auf den Dächern hissten sie die russische Fahne. Die Angreifer forderten ultimativ Referenden über eine Abspaltung von Kiew - nach dem international nicht anerkannten Vorbild auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim.

Nach Angaben der Zentralregierung handelte es sich bei einem Großteil der Besatzer um Provokateure aus dem nahen Russland. Der Kreml hatte stets betont, seine Bürger in der Ukraine zur Not auch militärisch zu schützen.

In Donezk warfen Demonstranten im Anschluss an eine friedliche Kundgebung zunächst Fenster der Gebietsverwaltung ein, wie das örtliche Internetportal novosti.dn.ua berichtete. Es kam zu Handgemengen, vor der Verwaltung versammelten sich Hunderte Menschen. Bereits Anfang März hatten moskautreue Kräfte die Gebietsverwaltung kurzzeitig unter Kontrolle gebracht.

Von der Leyen sieht Verhältnis zu Moskau langfristig beschädigt

Auch in Charkiw zogen etwa 1500 prorussische Aktivisten im Anschluss an eine friedliche Kundgebung vor die Gebietsverwaltung. Binnen weniger Minuten seien dann mehrere hundert Menschen in das Gebäude eingedrungen. Die Menge auf der Straße jubelte den Angreifern mit "Russland"-Sprechchören zu. Dutzende moskautreue Protestierer bewarfen zudem einige Anhänger der Zentralregierung mit Steinen und Feuerwerkskörpern. Die Polizei konnte die Angegriffenen nur mit Mühe in Sicherheit bringen.

Die Regierung in Kiew fürchtet, dass Moskau unter dem Vorwand, russischstämmige Bürger schützen zu wollen, im Osten der Ukraine ähnlich vorgehen könnte wie auf der Krim.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht das Verhältnis zu Russland auf längere Sicht beschädigt. Der "Bild"-Zeitung sagte sie, Präsident Wladimir Putin habe mit der Annexion der Krim viel Vertrauen zerstört. "Es wird lange dauern, das wieder aufzubauen. Voraussetzung dafür ist vor allem anderen, dass Russland dazu beiträgt, dass sich die Lage wieder entspannt."

Zugleich wies sie Spekulationen über eine militärische Auseinandersetzung des Westens mit Russland als "abwegig" zurück. Auch ein Beitritt der Ukraine zur Nato kommt nach ihrer Überzeugung nicht in Frage.

fab/AFP/dpa

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insgesamt 222 Beiträge
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1. Imperialisten sind immer die Anderen
gothograecus 07.04.2014
Zitat von sysopAP/dpaNach prorussischen Protesten in der Ostukraine warnt Tschechiens Präsident Zeman Moskau vor einer weiteren Expansion. Er sprach von einer "roten Linie". Bei einem Einmarsch müsse die Nato Soldaten in die Ukraine schicken. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ostukraine-zeman-warnt-russland-vor-roter-linie-a-962911.html
Die Frage ist, wer hier wohin expandieren will?
2. Berichterstattung mangelhaft
pdp 07.04.2014
Die Polizei konnte die Angegriffenen nur mit Mühe in Sicherheit bringen. Unter Janukowitsch waren die gleichen Polizisten immer brutal und sind mit unnötiger Härte gegen Demonstranten vorgegangen. Unter der neuen Regierung wirken Sir natürlich nur deeskalierend. Die Berichterstattung ist nicht neutral und objektiv, sondern mit einem ganzen dicken westlichen Schleier behaftet. Und genau das verhindert die objektive Anschauung der Tatsachen. Das nennen wir dann Rechtsstaat und Pressefreiheit und feiern uns dafür...
3. Ist das der,
Bankster 07.04.2014
der sogar bei der Amtsübernahme damals betrunken war ? Naja okay, solche Leute kann man nicht ernstnehmen. Noch weniger Völker, die sich sowas an die Macht wählen.
4. Die Schlafwandler 2
gerhardfeiner 07.04.2014
Unglaublich, welchen Unsinn Politiker manchmal absondern.
5.
ewspapst 07.04.2014
Zitat von sysopAP/dpaNach prorussischen Protesten in der Ostukraine warnt Tschechiens Präsident Zeman Moskau vor einer weiteren Expansion. Er sprach von einer "roten Linie". Bei einem Einmarsch müsse die Nato Soldaten in die Ukraine schicken. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ostukraine-zeman-warnt-russland-vor-roter-linie-a-962911.html
Wenn wir noch mehr solcher, mit Verlaub der Moderation, politischen Idioten haben, die nicht begreifen, dass Russland im Besitz von vielen Kernwarren ist und trotzdem mal wieder gerne Einmarschieren wollen, dann können wir unsere Welt vergessen. Solche "Führungskräfte" sind eine Schande für eine demokratische Welt.
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