Sicherheitschef Kevin Vickers Der Held von Ottawa

Er soll den Attentäter im kanadischen Parlament erschossen und damit vielen Menschen das Leben gerettet haben: Sergeant-at-Arms Kevin Vickers wird als Held gefeiert. Der 58-Jährige bewachte schon viele Berühmtheiten, auch Angela Merkel.

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REUTERS

Ottawa - Die Abgeordneten des kanadischen Parlaments waren sich schnell einig, wem sie zu danken hatten: "MP und Mitarbeiter verdanken ihre Sicherheit, sogar ihr Leben, Sergeant-at-Arms Kevin Vickers", twitterte der Parlamentarier Craig Scott. Und Kanadas Justizminister Peter McKay schrieb: "Ich danke Gott für Kevin Vickers und die kanadischen Sicherheitskräfte. Echte Helden."

Der Anschlag auf das Parlamentsgebäude in Kanadas Hauptstadt Ottawa hätte wohl noch schlimmer ausgehen können, ohne das Eingreifen von Vickers, einem 58-jährigen Mann mit Brille und weiß-grauen Haaren. Der im Gebäude für die Sicherheit zuständige sogenannte "Sergeant-at-Arms" (kann sowohl mit "Waffen- und Zeremonienmeister" als auch mit "Ordnungshüter" übersetzt werden) hat offenbar den mutmaßlichen Attentäter Michael Z.-B. getötet.

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Vickers Rettungstat soll sich nur Minuten nach dem Beginn des Attentats ereignet haben, als Angreifer Z.-B. einen Soldaten niederschoss, der später an seinen Verletzungen starb. Der kanadische TV-Sender CBC berichtet, dass Vickers den Eindringling in der "Hall of Honour" stoppte, der Eingangshalle des Parlaments. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür noch nicht, doch neben den Parlamentariern gibt es weitere Zeugen, die sich zur Tatzeit im Gebäude aufhielten. "Kevin ist definitiv ein Held", sagt etwa Matt Miller, der Bürochef des "Vancouver Observer".

Vickers ist laut kanadischen und US-amerikanischen Medien seit 29 Jahren Mitglied der kanadischen Polizei, der "Royal Canadian Mounted Police" (RCMP). Seit acht Jahren arbeitet er als "Sergeant-at-Arms" im Parlament. Zuvor war er Sicherheitsdirektor des Unterhauses, der entscheidenden politischen Kammer des Parlaments. Vickers ist offenbar beliebt: "Er ist so ein feiner Mensch. Seine Taten heute sind keine Überraschung. Bin stolz, ihn meinen Freund nennen zu können", twitterte die Vorsitzende der kanadischen Grünen, Elisabeth May.

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Auch für seine Familie ist es kaum verwunderlich, dass Kevin Vickers zum Helden aufsteigt: "Ich könnte nicht stolzer auf ihn sein", sagte sein Bruder John dem Sender CBC. Kevin habe sich stets dem Dienst, den Menschen und seinem Land verpflichtet gefühlt. Sein Cousin Keith sagte: "Er ist sehr intelligent und verantwortungsvoll. Aber man sollte keinen Streit mit ihm anfangen."

Vickers ist es gewohnt, im Rampenlicht zu stehen - oder zumindest direkt daneben. Wenn wichtige Staatsgäste nach Ottawa kommen, ist er oft nah dran und wacht über die Sicherheit. Darunter waren bislang Australiens Premierminister Tony Abbott, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Südkoreas Präsidentin Park Geun-Hye. Aber auch für die Bewachung der Queen und ihres Sohnes Prinz Andrew war Vickers laut CNN und CBC bereits verantwortlich.

John Vickers verriet CNN dann noch ein interessantes Detail über seinen Bruder: Seiner Erinnerung nach war es das erste Mal, dass Kevin Vickers in eine Schießerei geraten ist.

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insgesamt 91 Beiträge
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linkeklebe68 23.10.2014
1. So, so...
...der Mann der Queen ist also Prinz Andrew..... Wenn schon das Abgleiten in den Boulevard-Journalismus, liebe SPON-Redaktion, dann bitte korrekt.
george.dashwood 23.10.2014
2. Tapferer Mann
Hier würde der tapfere Mann wegen Polizeigewalt vor Gericht gezerrt. In Kanada ist er zurecht ein Held, selbst bei den Grünen.
Loddarithmus 23.10.2014
3. Ob man dem Helden einen ...
... Gefallen damit tut, ihn so in das Licht der Öffentlichkeit zu stellen? Er wird die nächsten Wochen sicher nicht mehr ruhig schlafen können.
harald_haraldson 23.10.2014
4. Hoffentlich
bleibt Waffenträger Kevin auch künftig psychisch heldenhaft stabil. So lange keiner hinter die Stirn sehen kann, wird auch er ein potentieller Attentäter sein! Da helfen selbst die strengsten Sicherheitsvorkehrungen der Welt nullkommanichts!
hafner0048 23.10.2014
5. in D wohl kein Held
hier würde ein Staatsanwalt wohl untersuchen, ob der Todesschuß wirklich nötig war...ein Held wäre er wohl kaum....
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