Ärger über Trump Warmbiers Eltern geben Nordkorea Schuld am Tod ihres Sohnes

Nordkoreas Machthaber Kim will von der mutmaßlichen Folter an dem US-Studenten Otto Warmbier nichts gewusst haben - und Donald Trump glaubt ihm. Jetzt melden sich die Eltern des Opfers zu Wort.

Otto Warmbier 2016 in Pjöngjang
REUTERS/Kyodo

Otto Warmbier 2016 in Pjöngjang


Etwa eineinhalb Jahre war Otto Warmbier in Nordkorea in Haft. Als er 2017 in die Vereinigten Staaten zurückkehrte, lag er im Koma. Wenige Tage später war er tot. Für Warmbiers Eltern, für seine Ärzte, für viele Beobachter ist die Sache klar: Der US-Amerikaner, der als Student nach Nordkorea gereist war, wurde dort mutmaßlich schwer gefoltert.

Nur Machthaber Kim Jong Un will von all dem nichts gewusst haben. So berichtete es zumindest US-Präsident Donald Trump nach dem Gipfeltreffen der beiden im vietnamesischen Hanoi. Kim habe "erst später" von dem Fall erfahren. Und Trump glaubt ihm das offenbar. "Ich nehme ihn beim Wort", sagte er.

Dass der Präsident der Vereinigten Staaten Nordkoreas Diktator verteidigt, hat in den USA für viel Empörung gesorgt. Jetzt melden sich auch Warmbiers Eltern zu Wort. Kim Jong Un "und sein böses Regime" seien verantwortlich für den Tod ihres Sohnes und für "unvorstellbare Grausamkeit und Unmenschlichkeit", teilten sie mit. Keine Entschuldigungen könnten das ändern.

Während der Zeit des Gipfeltreffens hätten sie geschwiegen, schreiben Warmbiers Eltern in einer Stellungnahme. "Jetzt müssen wir aber unsere Stimme erheben."

kev/AP

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