Pakistan 15 Tote bei Anschlag auf Nato-Tanklaster

Bei einem Bombenanschlag auf einen Nato-Tanklaster in Pakistan sind mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Dorfbewohner hatten versucht, Benzin aufzufangen, nachdem der Lkw zunächst gelöscht schien.


Peschawar - Behördenangaben zufolge geriet der Tankwagen durch eine Bombenexplosion zunächst in Brand. Nachdem die Flammen unter Kontrolle gebracht zu sein schienen, wollten Dorfbewohner ausgelaufenes Öl auffangen. 16 der Umstehenden seien ums Leben gekommen, als es dann zu einer zweiten Explosion kam. Laut einem Verwaltungsbeamten ereignete sich der Vorfall in Landi Kotal in den unruhigen Stammesgebieten von Khyber.

In derselben Region im Nordwesten Pakistans kam es später zu einem weiteren Bombenangriff auf einen Konvoi von 16 Nato-Tanklastern, die auf dem Weg nach Afghanistan waren. 14 Nato-Tanklaster wurden bei dem Anschlag beschädigt, verletzt wurde niemand, teilten die örtlichen Behörden mit.

Seit der Tötung von Qaida-Chef Osama Bin Laden Anfang Mai durch ein US-Spezialkommando gab es mehrere schwere Anschläge der Taliban.

Al-Qaida plante Attacken auf westliche Öltanker

Nach Erkenntnissen der US-Regierung hat das Terrornetzwerk Qaida offenbar Anschläge auf Öltanker und Einrichtungen der US-Ölindustrie erwogen, um im Westen "eine drastische Wirtschaftskrise" auszulösen. Das gehe aus Unterlagen hervor, die nach der Tötung Bin Ladens in Pakistan ausgewertet wurden. Qaida-Terroristen hätten darüber nachgedacht, in nicht zu islamischen Staaten gehörenden Gewässern Öltanker zu kapern und in die Luft zu sprengen, hieß es in Washington. Eine konkrete Bedrohung bestehe nicht, betonte die Regierung.

In einem vertraulichen Warnhinweis, den das US-Heimatschutzministerium und die Bundespolizei FBI am Freitag an US-Behörden und Ölunternehmen verschickten, wird auf ein "anhaltendes Interesse" von Qaida-Mitgliedern an der Infrastruktur der Öl- und Gasfirmen im vergangenen Jahr verwiesen. Der Sprecher des Heimatschutzministeriums, Matt Chandler, sagte, es gebe aber keine Hinweise auf ein konkret geplantes Attentat. Es sei zudem unklar, ob die Überlegungen nach 2010 überhaupt weiterverfolgt worden seien.

Nach Angaben eines Regierungsvertreters stammen die Informationen aus Dokumenten, die Anfang Mai bei dem US-Einsatz gegen Bin Laden im pakistanischen Abbottabad beschlagnahmt wurden. Wenige Tage später hatte das US-Heimatschutzministerium bereits einen ersten Warnhinweis herausgegeben, wonach al-Qaida anlässlich des zehnten Jahrestags des 11. September 2001 Anschläge auf Züge in den USA geplant habe.

Bei der Erstürmung von Bin Ladens Versteck in Pakistan am 1. Mai, in dem er offenbar jahrelang gelebt hatte, waren laut Medienberichten fünf Computer, zehn Festplatten und um die hundert Speichermedien sichergestellt worden. Die Auswertung des Datenschatzes läuft derzeit noch. Bereits jetzt haben die US-Behörden aber offenbar die Suche nach Qaida-Aktivisten aufgenommen, deren Namen sie in Bin Ladens Unterlagen gefunden haben.

jul/sef/dapd/Reuters/AFP



insgesamt 2 Beiträge
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Pepito_Sbazzagutti 21.05.2011
1. ....
"Nachdem die Flammen unter Kontrolle gebracht zu sein schienen, wollten Dorfbewohner ausgelaufenes Öl auffangen." Daran misst man die Intelligenz dieser Leute?
vogelsteller 21.05.2011
2. ihr problem
geht mir glatt am allerwertesten vorbei.
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