Pakistan Blutiger Terrorangriff auf Kricket-Team

Terrorangriff auf Sportstars: Bei einem Angriff auf die Kricket-Nationalmannschaft von Sri Lanka sind in Pakistan mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Die Tat hat einen hohen Symbolwert - in Südasien sind die Kricketmannschaften so bedeutend wie in Europa Fußball-Nationalteams.


Islamabad - Es war der dritte Tag von einem fünftägigen Match. Es ging um Sport und Spaß. Um Kricket halt. Doch bevor die Spieler der sri-lankischen Nationalmannschaft das Gaddafi-Stadion in der ostpakistanischen Stadt Lahore erreichten, waren sechs Polizisten und zwei Zivilisten tot. Die Polizisten waren zum Schutz der Mannschaft eingesetzt worden. Sie hätten ihr Leben gegeben, um die sri-lankischen Spieler zu beschützen, sagte Lahores Polizeichef Haji Habibur Rehman.

Anschlag in Lahore: Der Schusswechsel zwischen Terroristen und Polizisten dauerte knapp eine halbe Stunde
AFP

Anschlag in Lahore: Der Schusswechsel zwischen Terroristen und Polizisten dauerte knapp eine halbe Stunde

Rund ein Dutzend Bewaffnete hätten den Konvoi der Nationalmannschaft angegriffen. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden zwölf Menschen verletzt, darunter zwei Nationalspieler Sri Lankas. Rehman sagte, bei den Angreifern habe es sich um "gut ausgebildete Terroristen" gehandelt. Die zwölf Männer seien mit Raketenwerfern, Handgranaten und Maschinengewehren ausgerüstet gewesen. Insgesamt habe der Schusswechsel 25 Minuten gedauert.

Der Angriff hat wegen der großen Beliebtheit Krickets in Südasien hohe Symbolkraft und ist vergleichbar mit einem Terroranschlag auf eine Fußball-Nationalmannschaft in Europa.

Pakistanische Medien berichteten abweichend von den offiziellen Angaben von sechs bis acht verletzten sri-lankischen Spielern. Zu dem Angriff kam es wenige hundert Meter vom Gaddafi-Stadion in der Innenstadt entfernt. Dort sollten die Mannschaften Sri Lankas und Pakistans am Dienstag den dritten Tag eines fünftägigen Matches bestreiten.

Ein Augenzeuge berichtete, die Angreifer hätten versucht, den Minibus mit der Nationalmannschaft zu stoppen. Dem Fahrer sei es aber gelungen, davonzufahren und ins Stadion zu gelangen. Von dort aus wurden die Spieler mit einem Hubschrauber in Sicherheit gebracht. Das Spiel wurde abgesagt. Die sri-lankische Nationalmannschaft kündigte ihre Rückkehr in die Heimat an.

Aus Angst vor Terroranschlägen haben viele ausländische Mannschaften in den vergangenen Jahren ihre Spiele in Pakistan abgesagt.

ler/dpa/AFP



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