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Reaktion auf Soldatenmorde: Pakistan bombardiert Taliban

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Talib Abdul Aziz: Koran und Scharia sollen den Rahmen der Verhandlungsrunden bilden Zur Großansicht
AFP

Talib Abdul Aziz: Koran und Scharia sollen den Rahmen der Verhandlungsrunden bilden

Pakistans Regierung hat die Friedensverhandlungen mit den Taliban vorerst gestoppt. Grund ist die Ermordung von 23 Soldaten. In der Nacht bombardierten die Streitkräfte Stellungen der Extremisten.

Istanbul/Islamabad - Vorne reden, hinten kämpfen - so könnte man die Lage in Pakistan bei den Friedensgesprächen zwischen der Regierung und den Taliban beschreiben. In der Nacht auf Donnerstag hat die pakistanische Luftwaffe Angriffe gegen Stellungen der Extremisten in der Region Nord-Waziristan, nahe der Grenze zu Afghanistan, geflogen.

Mindestens 40 Aufständische seien dabei ums Leben gekommen, berichten Journalisten vor Ort. Darunter seien auch ausländische Kämpfer aus Usbekistan und Tadschikistan. Die Armee bestätigte den Tod von 15 Extremisten. "Wir prüfen, wie viele genau getroffen wurden", teilte ein Armeesprecher mit.

Die Angriffe hatten um kurz nach Mitternacht begonnen und dauerten nach Angaben der Streitkräfte knapp zwei Stunden. Premierminister Nawaz Sharif hatte den Befehl zu den Luftschlägen am Mittwochabend gegeben, nachdem die Gespräche zwischen einer vierköpfigen Regierungsdelegation und Vertretern der Taliban über einen möglichen Frieden ausgesetzt worden waren.

Ein Mitarbeiter Sharifs sagte SPIEGEL ONLINE, der Premierminister habe "immer deutlich gemacht", dass er den Dialog mit den Taliban suche. "Aber jetzt ist seine Geduld am Ende." Sharif hatte Forderungen, härter und mit militärischen Mitteln gegen die Taliban vorzugehen, regelmäßig zurückgewiesen. Vereinzelt hatten die Streitkräfte sich zwar Gefechte mit ihnen geliefert, eine großflächige Militäroperation blieb aber aus.

Pakistan weiterhin am Dialog interessiert

Grund für die jetzige Verärgerung des Regierungschefs dürfte die anhaltende Gewalt trotz der Gespräche sein. In den vergangenen Tagen war es zu Angriffen auf zwei Kinos in Peschawar gekommen, bei denen 16 Menschen getötet wurden. Am Dienstag starb bei einem Schusswechsel mit Extremisten ein Offizier, wenige Stunden zuvor hatten Taliban einen Soldaten in Süd-Waziristan getötet.

Grund, die Verhandlungen auf Eis zu legen, war aber die Ermordung von 23 Grenzsoldaten. Die Mitglieder des Frontier Corps waren im Juni 2010 entführt worden, seither fehlte von ihnen jede Spur. Am Sonntagabend teilte ein Kämpfer der Taliban-Dachorganisation Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) in der Region Mohmand mit, man habe die Männer hingerichtet, "um das Töten von Taliban-Gefangenen in staatlichen Gefängnissen zu rächen". Die Extremisten veröffentlichten ein schauriges Video, auf dem Taliban-Kämpfer blutige Körper von der Ladefläche eines Pickups zerren und an den Rand einer staubigen Straße werfen.

Die Mitglieder der Regierungsdelegation hatten Sharif daraufhin gebeten, die Gespräche vorerst abzubrechen. Unter solchen Bedingungen könne man nicht verhandeln, sondern erst dann, wenn die Taliban "vollständig auf Gewalt verzichten". Die Regierung erklärte jedoch, das bedeute "noch nicht das endgültige Ende der Verhandlungen". Man gebe die Hoffnung nicht auf, doch noch eine Basis für einen Dialog zu finden.

Aufständische uneinig über künftigen Kurs

Die Taliban wiederum warfen der Regierung vor, selbst immer wieder mit Gewalt gegen sie vorzugehen. Ein Sprecher sagte, erst müssten die Streitkräfte aufhören, auf sie zu schießen, dann könnten auch sie auf Gewalt verzichten. Die Aufständischen scheinen sich uneinig über ihren künftigen Kurs zu sein: Während manche weiter mit Terror drohen, betonen andere, man sei am Dialog interessiert und wolle keine Anschläge mehr verüben.

Mohammed Ibrahim, einer der Verhandler der Taliban, sagte, auch wenn es Beschwerden gegen die Regierung gebe, sollte es keine Angriffe mehr auf Sicherheitskräfte geben. Allerdings habe er die Taliban-Führung "wegen technischer Probleme" noch nicht telefonisch erreichen können. Die TTP teilte mit, ihr Verhandlungsführer Samiul Haq solle, abhängig vom Verlauf der Gespräche, über einen Waffenstillstand entscheiden.

Maulana Abdul Aziz, ebenfalls Mitglied des Taliban-Verhandlungsteams, sagte dagegen, er werde nicht mehr an Verhandlungsrunden teilnehmen, solange nicht die pakistanische Verfassung, sondern der Koran und das islamische Recht, die Scharia, den Rahmen dafür bildeten. Ein Regierungssprecher wies das als "komplett unsinnige Forderung" zurück. Die wichtigste und erste Forderung der Regierung sei, dass die Taliban die Verfassung anerkennen.

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1. selber schuld,
Butenkieler 20.02.2014
erst entlassen sie die Gefangenen und denken dass sich diese bedanken. Den Dank haben sie dann auch erhalten. Und jetzt rummaulen, dass alles schiefläuft. Hätte man doch vorher dran gedacht. In diesem Land wird sich nichts ändern, daran haben auch die Jahre der Hilfe nichts gebracht, außer das einige sehr viel reicher und andere noch ärmer geworden sind.
2. Taliban und Ethik
nickleby 20.02.2014
Diese Zusammensetzung ist ein Widerspruch in sich oder wie es im Lateinischen heißt , eine 'contradictio in adjecto' Die Taliban sind amoralisch, islam-faschistisch, mörderisch und sich außerhalb jeglichen rechtlichen Kodexes stellend. Daher sollte man sie jagen, fassen und einsperren Moral : Der Angreifer, Mörder und Terrorist ist immer der Taliban
3. Zaun
erich21 20.02.2014
Wenn man nicht wuesste wie wenig wirksam es am Ende wirklich ist, koennte man sagen: Zaun drum und zugemacht. Aber die Methoden des Irrsins weiten allenfalls ihre Schauplaetze.
4. Terroristen können nicht anders
recepcik 20.02.2014
Mit diesen Mördern will Pakistan auch noch verhandeln. Die Terroristen wollen zurück in die Steinzeit. Obwohl Pakistan das Nachbarland von Afghanistan ist und die Terrorherrschaft hautnah miterlebt hat sind seine Politiker so hirnlos, dass sie mit diesen Mördern verhandeln wollen. Grundlage der Gespräche sollen der Koran und die Scharia bilden. Das heißt öffentliche Hinrichtungen in Stadien, verbot aller westlichen und modernen Gegenstände, Einschränkung und verbot der Bildung, Versklavung der Frau usw. Die Bombardierung und Vernichtung der Terroristen ist das einzig richtige was Pakistan tun kann.
5.
Hermes75 20.02.2014
Zitat von recepcikMit diesen Mördern will Pakistan auch noch verhandeln. Die Terroristen wollen zurück in die Steinzeit. Obwohl Pakistan das Nachbarland von Afghanistan ist und die Terrorherrschaft hautnah miterlebt hat sind seine Politiker so hirnlos, dass sie mit diesen Mördern verhandeln wollen. Grundlage der Gespräche sollen der Koran und die Scharia bilden. Das heißt öffentliche Hinrichtungen in Stadien, verbot aller westlichen und modernen Gegenstände, Einschränkung und verbot der Bildung, Versklavung der Frau usw. Die Bombardierung und Vernichtung der Terroristen ist das einzig richtige was Pakistan tun kann.
Es gibt in Pakistan so viele terroristische / islamistische etc. Gruppen, dass dem Staat schlicht die Mittel fehlen es mit allen aufzunehmen. Es ist ein asymmetrischer Konflikt in dem die Terroristen mit vergleichsweise wenigen Leuten große Ressourcen des Staates binden. Rein militärisch kann Pakistan das Problem einfach nicht lösen, deshalb Verhandlungen. Außerdem wissen die Taliban inzwischen sehr erfolgreich die Klaviatur der Propaganda zu spielen, so dass es tatsächlich Leute gibt die diese Kindermörder auch noch für "Opfer" halten und sich jedes Mal maßlos erregen wenn ihnen der Wunsch nach einem baldigen Einzug ins Paradies erfüllt wird.
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Hauptstadt: Islamabad

Staatsoberhaupt:
Mamnoon Hussain

Regierungschef: Nawaz Sharif

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