Gewalt in Pakistan: Bombe tötet 14 Soldaten
Eine Bombe hat am Sonntag mindestens 14 Soldaten in Pakistan getötet und 20 weitere verletzt. Bislang übernahm niemand die Verantwortung für den Anschlag, es werden aber die radikalislamischen Taliban dahinter vermutet.
Islamabad - Eine an einer Straße versteckte Bombe hat am Sonntag ein Militärfahrzeug getroffen und dabei mindestens 14 pakistanische Soldaten getötet. 20 weitere seien verletzt worden, als der Sprengsatz nahe dem Dorf Dosalli in der Stammesregion Nord-Waziristan explodierte, sagten mehrere Gewährspersonen.
Zunächst übernahm niemand die Verantwortung für den Anschlag. Es wurden aber die radikalislamischen Taliban dahinter vermutet, weil sie in der Vergangenheit immer wieder derartige Angriffe auf Soldaten in der Region Verübten. Das Gebiet an der Grenze zu Afghanistan gilt als Hochburg der radikalislamischen Taliban sowie als Rückzugsgebiet für Kämpfer des Terrornetzwerks Al-Qaida.
Bereits am Donnerstag waren bei einem Anschlag auf Soldaten einer paramilitärischen Einheit in der Stadt Quetta zwölf Menschen getötet worden. Insgesamt starben an diesem Tag bei drei Anschlägen - zwei in Quetta, einem im Swat-Tal - 120 Menschen.
Am Samstag hatten daraufhin Tausende Angehörige der schiitischen Terroropfer in Quetta auf ungewöhnliche Weise protestiert: Sie blockierten die Straßen mit Leichen. Die Toten, die nach islamischem Brauch sofort beerdigt werden, wollen sie erst zu Grabe tragen, wenn die Armee ihnen Schutz verspricht.
Quetta gilt als heimliche Hauptstadt der Taliban. Viele hochrangige Kommandeure der Taliban, die nach dem Beginn des Anti-Terror-Kriegs aus Afghanistan fliehen mussten, sollen sich hier aufhalten, das höchste Gremium der Taliban ist nach der Stadt benannt, die "Quetta-Schura". Die Taliban, extremistische Sunniten, betrachten Schiiten als Ungläubige. Die Spaltung zwischen den beiden Ausrichtungen des Islam hat ihre Ursache in der unterschiedlichen Interpretation, wer der rechtmäßige Nachfolger des gemeinsamen Propheten Mohammed ist.
hei/kaz/dpa/afp
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