Pakistan: Dutzende Tote bei Anschlag in Karatschi

In der pakistanischen Stadt Karatschi ist eine Autobombe in der Nähe einer Moschee explodiert. Bei dem Anschlag in einem schiitischen Viertel starben mindestens 45 Menschen, mehr als 120 wurden verletzt.

Islamabad - Bei der Explosion einer Autobombe sind am Sonntagabend im pakistanischen Karatschi mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen, wie die Behörden mitteilten. Die Nachrichtenagentur dpa sprach von mindestens 52 Opfern. 127 Menschen seien verletzt worden. Reuters meldete 149 Verletzte.

Das Attentat hatte sich in einem schiitischen Wohnviertel der Hafenstadt im Süden des Landes ereignet, in der Nähe einer Moschee, aus der gerade Besucher traten. Nach Angaben eines Polizeisprechers waren an die 150 Kilogramm Sprengstoff in einem Auto ferngezündet worden. Augenzeugen berichteten, zwei Wohnungen und benachbarte Geschäfte seien in Flammen aufgegangen.

Pakistans Premierminister Raja Pervez Ashraf, der zum Zeitpunkt des Anschlags selbst in Karatschi war, ordnete eine Untersuchung an. Es blieb zunächst unklar, wer für den Anschlag verantwortlich war.

In den vergangenen Wochen hat die Terrorgruppe Lashkar-i-Jhangvi sich zu mehreren Attentaten im Lande bekannt, bei denen seit Jahresbeginn bereits 200 Menschen starben. Mitte Februar waren mehr als 80 Menschen bei einem Anschlag auf Schiiten in der Stadt Quetta gestorben.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch verzeichnete im vergangenen Jahr mehr als 400 Schiiten, die bei "gezielten Angriffen" in Pakistan getötet wurden. Schiiten stellten etwa 20 Prozent der 180 Millionen Pakistaner und werden immer wieder zum Ziel sunnitischer Terroranschläge.

ore/heb/AP/Reuters/dpa

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1.
demokratie86 03.03.2013
Wenn dieser Schiitische Viertel Karatschi heißt,dann musste dieser Viertel normalerweise ein Luxus-Viertel sein.Dann gehe ich davon aus, das es mehrere Stadtteile dort gibt,die einen ebenfalls so tollen Namen tragen.Warum nutzen die Schiiten nicht die Gelegenheit aus und machen aus ihren Stadtteilen das beste,wie Quatar bei den Emiraten?Die Scheichs dort haben sich ein Imperium aufgebaut, können die nicht ihre Arabischen Landsleute unterstützen? Stattdessen erwarten die Araber Unterstützung aus dem Westen oder brennen von Selbsthass.Und die Flaggen aller Weltmächte. Als ob uns das juckt,wir wissen doch,warum sie das tun.
2.
_scout_ 03.03.2013
Zitat von demokratie86Wenn dieser Schiitische Viertel Karatschi heißt,dann musste dieser Viertel normalerweise ein Luxus-Viertel sein.Dann gehe ich davon aus, das es mehrere Stadtteile dort gibt,die einen ebenfalls so tollen Namen tragen.Warum nutzen die Schiiten nicht die Gelegenheit aus und machen aus ihren Stadtteilen das beste,wie Quatar bei den Emiraten?Die Scheichs dort haben sich ein Imperium aufgebaut, können die nicht ihre Arabischen Landsleute unterstützen? Stattdessen erwarten die Araber Unterstützung aus dem Westen oder brennen von Selbsthass.Und die Flaggen aller Weltmächte. Als ob uns das juckt,wir wissen doch,warum sie das tun.
1. Die Stadt heißt Karatschi nicht das Viertel das bezieht sich auf die dort lebende Merheit der Schiiten, welche von einer sunnitischen Terrororganisation angegriffen wurden (davon kann man ausgehen), diese Terrororganisationen werden desöfteren von den sunnitischen Golfstaaten unterstützt da haben sie recht. 2. Mit dem Westen hat das vermutlich nichts zu tun. Diese Angriffe richten sich gegen die Schiiten und nicht gegen den Westen. 3. Pakistanis sind keine Araber. 4. Wer ist "uns"? Diese Terrorgruppen sind gefährlich und sollten auf keinen Fall zugriff auf die Atombomen in Pakistan bekommen.
3. Als Aussenstehender...
blackwatcher 03.03.2013
...muss man je länger desto mehr (des kranken Religionswahnes wegen) tatsächlich befürchten, dass irgendwann eine der sich in islamischen "Obhut" befindende Nuklearbombe irgendwo gezündet wird. Unsere Zivilisation darf Solches unter keinen Umständen zulassen, denn diese Hassbomben könnten einen Weltbrand fürchterlichen Ausmasses auslösen, von welchem selbst Europa nicht verschont bliebe!
4.
Der Doc 04.03.2013
Der 1. Forumsbeitrag ergibt überhaupt keinen Sinn - kein bißchen. Luxusviertel?! Araber!? Qatar?! Häää?! Es ist immer wieder schön, derart unqualifizierte Beiträge zu lesen. Die, die mit Abstand am wenigsten wissen, sind auch immer die, die am lautesten kritisieren. Ansonsten ist diese Nachricht so traurig wie die vorherigen. Die Schia waren schon immer die Opfer des sunnitischen Terrors. Aber so lange sunnitischen Terrorstaaten wie Saudi-Arabien, UAE oder eben Katar zu den "engen freunden des Westens gehören, wird man hier im Lande solchen Terror ignorieren oder gar insgeheim begrüßen. Wie der Vorredner ja schon sagte: interessiert niemanden. Sind ja nur Schiiten ...
5.
gr89 04.03.2013
Zitat von demokratie86Wenn dieser Schiitische Viertel Karatschi heißt,dann musste dieser Viertel normalerweise ein Luxus-Viertel sein.Dann gehe ich davon aus, das es mehrere Stadtteile dort gibt,die einen ebenfalls so tollen Namen tragen.Warum nutzen die Schiiten nicht die Gelegenheit aus und machen aus ihren Stadtteilen das beste,wie Quatar bei den Emiraten?Die Scheichs dort haben sich ein Imperium aufgebaut, können die nicht ihre Arabischen Landsleute unterstützen? Stattdessen erwarten die Araber Unterstützung aus dem Westen oder brennen von Selbsthass.Und die Flaggen aller Weltmächte. Als ob uns das juckt,wir wissen doch,warum sie das tun.
Aber das machen doch die Scheichs von katar, allerdings geht die Hilfe eher an die "Aktivisten "die hier die Bombe gelegt haben. Katars Staatsreligion ist der sunnitische Islam, hier wurden Schiiten (also vom wahren Glauben abgefallene, und darauf steght der Tod) in die luft gejagt. Hat schon so ein bischen faschistioide Züge die Radikale Auslegung des Islam.
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  • Montag, 04.03.2013 – 08:19 Uhr
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Fakten über Pakistan
Staatsgründung
REUTERS
Pakistan entstand 1947 aus den überwiegend muslimischen Teilen von Britisch-Indien. Zunächst bestand es aus den beiden Landesteilen West- und Ostpakistan, zwischen denen mehr als 1500 Kilometer Entfernung lagen. Beiden Teilen mangelte es jedoch an einer gemeinsamen nationalen Identität. Nach einem Krieg, bei dem Indien dem Osten half, entstand 1971 als neuer Staat Bangladesch .
Kaschmir-Konflikt
REUTERS
Seit der Staatsgründung führte Pakistan zwei große Kriege mit dem Nachbarn Indien um die Grenzregion Kaschmir , 1947/48 und 1965. Der Fürstenstaat Kaschmir hatte sich zunächst zu Indien zugehörig erklärt. Der islamische Staat Pakistan beanspruchte das überwiegend von Muslimen bewohnte Kaschmir jedoch für sich und gewann die Herrschaft über den westlichen und nördlichen Teil der Region. Doch auch Indien betrachtete Kaschmir als sein Territorium. Die von der Uno 1948 vorgeschlagene und vom indischen Premierminister versprochene Volksabstimmung, in der die kaschmirische Bevölkerung selbst über ihre Zukunft entscheiden sollte, wurde nie durchgeführt.

Seit den achtziger Jahren kämpfen im indischen Teil Kaschmirs muslimische Rebellen für die Unabhängigkeit der Region oder einen Anschluss an Pakistan. 1999 kam es wieder zu größeren militärischen Auseinandersetzungen mit mehreren hundert Toten, und 2001 standen die Atommächte Indien und Pakistan erneut am Rande eines Krieges. 2004 wurde ein Friedensprozess zwischen Neu-Delhi und Islamabad eingeleitet.

Der pakistanische Geheimdienst ISI steht im Verdacht, Kontakte zu islamistischen Terroristen zu pflegen. Indien wirft Pakistan die Unterstützung muslimischer Terroristen vor. Auch hinter der Anschlagserie in Mumbai 2008 vermutet Neu-Delhi islamistische Terroristen aus Pakistan.

Islam
AP
Mit der Verfassung von 1956 wurde Pakistan die erste islamische Republik der Welt. Der Islam ist Staatsreligion, gleichzeitig garantiert die Verfassung jedoch Religionsfreiheit. 96 Prozent der Pakistaner sind Muslime, der Präsident muss ebenfalls Muslim sein. Seit der Staatsgründung haben Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen über die Rolle des Islam im Staatsverständnis die Innenpolitik beherrscht.

Immer wieder gab es auch islamistische Tendenzen. So führte Diktator Zia ul-Haq die Scharia , die islamische Rechtsprechung, ein. 1997 erkannte Pakistan als erster Staat das extremistische Taliban -Regime in Afghanistan an und unterstützte es bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 . Während die Zentralregierung in Islamabad zu einem der wichtigsten Verbündeten der USA im Anti-Terror-Krieg avancierte, erstarkte die islamistische Opposition im Land.

Macht der Taliban
REUTERS
In den Stammesgebieten in der nordwestlichen Provinz an der Grenze zu Afghanistan hat die pakistanische Zentralregierung nur begrenzten Einfluss. Dort herrschen islamistische Extremisten und pakistanische Taliban , die sich teilweise auf die Hilfe der regionalen Stammesführer stützen. Die Enttäuschung über die korrupte staatliche Justiz und Verwaltung erhöhte die Attraktivität des Islamismus in der Bevölkerung.

Verstärkung erhielten die radikalen Islamisten von afghanischen Taliban aus den Reihen von Mullah Omar sowie Qaida -Kämpfern, die aus Afghanistan geflohen sind. Militante betreiben hier in Waziristan auch Ausbildungslager für international operierende Dschihadisten.

Kampf gegen die Extremisten
dpa
Die pakistanische Armee führte ab 2003 wiederholt Militäraktionen im Nordwesten gegen die Taliban - und Quaida -Terroristen durch. Als Reaktion verübten Terroristen verheerende Anschläge in pakistanischen Städten.

Die Amerikaner versuchen, die islamistischen Extremisten in ihren pakistanischen Verstecken mit ferngesteuerten Präzisionsraketen zu treffen. Doch diese Drohnen -Angriffe sind bei der Bevölkerung äußerst unpopulär und treiben die Menschen in die Arme der militanten Islamisten.

Das pakistanische Militär scheute zunächst die ernsthafte Konfrontation mit den Extremisten. Die Armee und der pakistanische Geheimdienst ISI haben diese Gruppierungen zum Teil Anfang der achtziger Jahre selbst aufgebaut, um im Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan mitzumischen, und haben sie später im Kaschmir-Konflikt eingesetzt. Und noch immer betrachten viele Offiziere die Taliban nicht als ihren eigentlichen Gegner – der wahre Feind sei Indien .

Um die Aufständischen in den Stammesgebieten ruhigzustellen, versuchte schon Präsident Pervez Musharraf , Abkommen mit ihnen zu schließen, und versagte. Im April 2009 scheiterte ein Friedensabkommen, das sein Nachfolger, Staatschef Asif Ali Zardari , ausgehandelt hatte: Die Taliban sollten die Waffen niederlegen und im Gegenzug in der Region Malakand, zu der das Swat-Tal und fünf weitere Distrikte gehören, die Scharia anwenden dürfen. Mit Hilfe des islamischen Rechts können sich die Taliban die Bevölkerung legal gefügig machen - wer sich gegen ihre Herrschaft auflehnt, wird geköpft. Statt einer Feuerpause brachten sie vom Swat-Tal aus mehrere Distrikte unter ihre Kontrolle und rückten bedrohlich nahe an die Hauptstadt Islamabad heran, bis die Armee im Frühjahr 2009 eingriff und die Gebiete zurückeroberte. Im Oktober 2009 begann das Militär außerdem einen Krieg gegen die Taliban in der Region Südwaziristan.

Atomwaffen
REUTERS
1985 wurde in Pakistan erstmals Uran angereichert, seit 1998 besitzt das Land nachweislich Atomwaffen : Nur Tage nach indischen Atomtests zündete Pakistan im Mai 1998 in der Nähe der unbewohnten Chagai-Berge erfolgreich Kernwaffen. Die genaue Zahl der atomaren Sprengköpfe ist nicht bekannt, aber es sollen 60 bis 100 sein, die an verschiedenen Stellen im Land gelagert und von rund 10.000 Soldaten bewacht werden.

Damit gehört Pakistan neben den fünf offiziellen Atommächten USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China sowie Indien, Israel und Nordkorea zum Kreis der neun Nuklearmächte, was die Bedeutung des verarmten Landes stark erhöht.

Militärbeobachter befürchten, Nuklearwaffen aus dem pakistanischen Waffenarsenal könnten aufgrund der Instabilität des Landes in die Hände von Extremisten fallen. Diese hätten damit ein Mittel in der Hand, dem Westen ihre Bedingungen zu diktieren. Geschürt wird die Angst vor diesem Horrorszenario dadurch, dass die Taliban in den vergangenen Monaten ihre Basis in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan ausgebaut haben. Im April 2010 rückten sie bis auf 100 Kilometer Entfernung auf die Hauptstadt Islamabad vor, bevor sie vom pakistanischen Militär zurückgedrängt wurden.


SPIEGEL ONLINE

Fläche: 796.000 km²

Bevölkerung: 184,753 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Islamabad

Staatsoberhaupt:
Asif Ali Zardari

Regierungschef: Nawaz Sharif (designiert)

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