Provinz Balutschistan Mindestens 128 Tote bei Anschlag in Pakistan

128 Tote und mehr als 150 Verletzte: Bislang unbekannte Täter haben in Pakistan einen Anschlag auf eine Wahlkampfveranstaltung verübt. Es ist der bislang blutigste Anschlag in diesem Jahr.

Trauernder nach Anschlag in Pakistan
AP

Trauernder nach Anschlag in Pakistan


Blutiger Freitag: Nach einem Anschlag auf eine Wahlkampfveranstaltung in der südpakistanischen Provinz Balutschistan sind nach offiziellen Angaben 128 Menschen getötet worden. Das bestätigte die Regierung am Freitagabend. Mehr als 150 Menschen seien verletzt worden, hieß es weiter.

Das Attentat in der Region Mastung hatte am Freitagnachmittag einer Zusammenkunft der Balutschistan-Awami-Partei gegolten. Auch der Kandidat der Partei für die Parlamentswahlen am 25. Juli sei unter den Todesopfern.

Es ist der schwerste Anschlag in Pakistan innerhalb eines Jahres. Wer hinter der Tat steckt, blieb zunächst unklar. In der Region sind die Terrororganisationen "Islamischer Staat" und "Lashkar-i-Jhangvi" besonders aktiv.

Dritter Anschlag binnen weniger Tage

Schon am Morgen waren in der Stadt Bannu im Norden des Landes mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, als während der Rede des ehemaligen Ministerpräsidenten der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, Akram Durrani, eine Bombe explodierte.

Durrani, Kandidat der MMA, einer Allianz islamistischer Parteien, blieb unverletzt. Ein Arzt an der städtischen Klinik berichtete von etwa 30 Verletzten, von denen einige in kritischer Verfassung seien.

Es war bereits der dritte Anschlag auf Wahlkämpfer innerhalb weniger Tage. Erst am Dienstag hatte sich ein Attentäter der pakistanischen Taliban bei einer Veranstaltung in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar in die Luft gesprengt und mindestens 20 Menschen getötet.

Am 25. Juli wählen mehr als 100 Millionen wahlberechtigte Pakistaner eine neue Nationalversammlung sowie Provinzparlamente. Vorsorglich hatte die Wahlkommission das Militär gebeten, die Wahlen mit rund 370.000 Sicherheitskräften zu schützen. Seit 2015 war die Zahl der Anschläge in Pakistan vor allem wegen massiver Militäroffensiven gegen einige der Islamistengruppen stark zurückgegangen.

dop/dpa/rtr

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