Pakistan Ex-Premier Sharif zu zehn Jahren Haft verurteilt

Vor einem Jahr wurde er wegen Korruptionsvorwürfen des Amtes enthoben, nun gibt es das Urteil gegen Nawaz Sharif: Pakistans Ex-Regierungschef muss zehn Jahre ins Gefängnis. Dazu kommt eine hohe Geldstrafe.

Nawaz Sharif
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Ein Gericht in Islamabad hat den ehemaligen pakistanischen Regierungschef Nawaz Sharif in Abwesenheit wegen Korruption zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Wie sein Verteidiger sagte, muss er außerdem acht Millionen britische Pfund (neun Millionen Euro) Strafe im Zusammenhang mit dem Erwerb von Luxusimmobilien in London bezahlen.

Das Gericht ordnete laut Staatsanwaltschaft an, die Liegenschaften zu beschlagnahmen. Das Urteil bedeutet einen schweren Rückschlag für Sharifs regierende Muslimliga vor der am 25. Juli beginnenden Parlamentswahl.

Sharif war im vergangenen Oktober wegen mutmaßlicher Korruption angeklagt worden. Ihm wurden Enthüllungen aus den sogenannten Panama Papers zum Verhängnis. Diese bringen drei seiner Kinder mit Steuerhinterziehung und Geldwäsche in Zusammenhang. Über Briefkastenfirmen soll nach Ansicht der Justiz auch Sharif profitiert haben.

Lebenslanges Politikverbot für Sharif

Sharif hält sich gegenwärtig in London auf, wo sich seine Frau einer Krebsbehandlung unterzieht.

Der Oberste Gerichtshof Pakistans hatte Sharif im Juli 2017 wegen der Korruptionsvorwürfe seines Amtes als Premierminister enthoben. Er war damit der 15. Regierungschef in der 70-jährigen Geschichte Pakistans, der vor Ende seiner Amtszeit abgesetzt wurde.

Im April dieses Jahres erteilte ihm das oberste Gericht lebenslanges Politikverbot. Die Muslimliga-Nawaz (PML-N) wird seitdem von seinem Bruder Shahbaz Sharif geführt. Dieser ist derzeit Regierungschef von Punjab, der größten Provinz in Pakistan.

cte/AFP

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