Anklage wegen Korruption Pakistans Ex-Premierminister Sharif droht Haftstrafe

Gemeinsam mit seiner Familie soll er Steuern hinterzogen und Geldwäsche betrieben haben: Jetzt steht Pakistans ehemaliger Premier Nawaz Sharif vor Gericht.

Nawaz Sharif
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Ein pakistanisches Gericht hat gegen den entmachteten Premierminister Nawaz Sharif Anklage wegen Korruption erhoben. Wie aus Regierungskreisen in Islamabad verlautete, wurden auch Sharifs Tochter Maryam sowie sein Schwiegersohn angeklagt. Sharif wurden Enthüllungen aus den sogenannten Panama Papers zum Verhängnis. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe.

Der Anwalt des ehemaligen Premierministers plädierte bei Prozesseröffnung auf "nicht schuldig". Sharif befand sich zum Zeitpunkt der Verhandlung bei seiner krebskranken Frau in London. Seine Tochter erklärte sich ebenfalls für unschuldig und nannte die Entscheidung des Gerichts in einer Erklärung "unbegründet".

Sharif war im Juli vom Obersten Gerichtshof wegen Korruptionsvorwürfen abgesetzt worden - sie basierten auf Enthüllungen aus den Panama Papers. Diese bringen auch drei seiner Kinder in Zusammenhang mit Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Der Oberste Gerichtshof ordnete daraufhin Ermittlungen gegen Sharif und seine beschuldigten Kinder durch eine Antikorruptionsbehörde an.

Sharifs Tochter Maryam und seine Söhne Hasan und Hussein sollen demnach Briefkastenfirmen betrieben haben, von denen nach Ansicht des Gerichts auch Sharif profitiert haben soll. Für Aufsehen sorgte damals vor allem eine Reihe von Luxusimmobilien in London, die den Panama Papers zufolge im Besitz der Familie sind.

aev/AFP



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