Terroranschlag auf indische Militärbasis Pakistan verhaftet Extremisten

Kurz vor Beginn der Friedensgespräche zwischen den Erzfeinden griffen pakistanische Extremisten eine indische Militärbasis an. Nun meldet Islamabad die Festnahme von Mitgliedern einer extremistischen Gruppe.

Indische Polizisten vor der Militärbasis Pathankot: Dreitägige Kämpfe
AFP

Indische Polizisten vor der Militärbasis Pathankot: Dreitägige Kämpfe


Knapp zwei Wochen nach dem Angriff auf eine indische Militärbasis im Kaschmir hat Pakistan mehrere Mitglieder einer verbotenen Extremistengruppe festgenommen. Ein Sprecher von Premierminister Nawaz Sharif teilte mit, "weniger als ein Dutzend Männer" der "Jaish-e Mohammad" seien in vier Städten der Provinz Punjab verhaftet worden. Außerdem schließe man Büros der Organisation und plane, eine Untersuchungskommission nach Pathankot zu schicken.

Anfang Januar waren sechs Kämpfer auf die Militärbasis Pathankot eingedrungen. Bei den mehrtägigen Auseinandersetzungen wurden sieben indische Soldaten sowie die Angreifer getötet. Indien machte pakistanische Extremisten verantwortlich. Erzfeind Pakistan bot daraufhin in einer seltenen Geste Kooperation an.

Die in Pakistan ansässige Extremistengruppe "Vereinter Dschihad-Rat" (UJC) bekannte sich zu dem Angriff und drohte mit weiteren Taten. Auch "Jaish-e Mohammad" wurde mit der Tat in Verbindung gebracht. Die Extremistengruppe operiert aus der pakistanischen Grenzstadt Bahawalpur in Punjab heraus und verübt Anschläge in Indien. Die Gruppe wurde von der pakistanischen Regierung 2002 verboten. Es ist aber das erste Mal, dass Mitglieder festgenommen wurden.

An diesem Freitag wollen sich Top-Diplomaten der beiden Atommächte nach langer diplomatischer Eiszeit zu ersten Friedensgesprächen treffen. Indische Politiker hatten durchblicken lassen, dass diese platzen würden, sollte Pakistan nicht gegen die für den Angriff Verantwortlichen vorgehen.

brk/dpa

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