Fall Qadri Gouverneurs-Mörder in Pakistan hingerichtet

Der pakistanische Ex-Leibwächter Qadri ist tot. Er hatte gestanden, einen Provinz-Gouverneur erschossen zu haben. Von Islamisten wird er für die Tat als Held verehrt.

Ex-Bodyguard Qadri (Archivbild 2011): Bejubelt - und verurteilt
REUTERS

Ex-Bodyguard Qadri (Archivbild 2011): Bejubelt - und verurteilt


Schon das Todesurteil hatte für Proteste zahlreicher islamistischer Politiker und Geistlicher in Pakistan gesorgt: 2011 wurde Malik Mumtaz Hussain Qadri offiziell für schuldig befunden, den Politiker Salman Taseer erschossen zu haben. Der Gouverneur von Punjab hatte sich unter anderem für eine Änderung des umstrittenen Blasphemie-Gesetzes eingesetzt. Qadri sollte als Leibwächter für seine Sicherheit sorgen.

Doch am 4. Januar 2011 erschoss Qadri den Politiker in einem Einkaufszentrum. Der Fall spaltete Pakistan, zahlreiche Islamisten äußerten ihre Sympathie und Unterstützung für den Attentäter. Qadri selbst plädierte auf nicht schuldig und erklärte, Taseer nicht vorsätzlich getötet, sondern "gemäß den Vorschriften des Islams" gehandelt zu haben.

Ein Gericht verurteilte ihn dennoch zum Tode. Nun wurde dieses Urteil vollstreckt. "Qadri wurde gegen 4.30 Uhr gehängt", sagte Polizist Rizwan Omar Gondal. Der Mann sei im Adiala-Gefängnis bei Islamabad gestorben. Weil Qadri unter Islamisten im Land für die Tat als Held verehrt wird, fand die Hinrichtung unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt.

Taseer galt als einer der wichtigsten Vertreter des gemäßigten Flügels in der regierenden Pakistanischen Volkspartei (PPP) und war als Taliban-Gegner bekannt. Das umstrittene Blasphemie-Gesetz, das er ändern wollte, sieht bei Beleidigung des Islams die Todesstrafe vor. Das Gesetz wird von religiösen Parteien und Kreisen vehement verteidigt.

Qadri-Unterstützer demonstrieren gegen die Hinrichtung
AFP

Qadri-Unterstützer demonstrieren gegen die Hinrichtung

aar/Reuters/AFP



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